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Wurzelspitzenentzündung: Entstehung, Symptome & Therapie

Herr Edelmann

von
verfasst am

© Adam Gregor - fotoliaEine Wurzelspitzenentzündung ist mit starken Schmerzen verbunden und sollte schnell behandelt werden. (© Adam Gregor - fotolia)Wenn der Zahn durch Karies befallen ist, dringen die Bakterien in das Innere des Zahns bzw. die Zahnwurzel vor und die Nerven in der Wurzel werden gereizt. Es entsteht zunächst eine Wurzelentzündung. Man verspürt meist einen unaufhörlichen, pulsartigen Zahnschmerz.

Wie entsteht eine Wurzelspitzenentzündung?

Die Bakterien breiten sich aus und greifen die Zahnwurzel an so, dass die Entzündung chronisch wird. Infolgedessen kann sich die Wurzelentzündung unbehandelt über die Wurzelkanäle bis in den Kieferknochen ausweiten. Wenn der Zahnschmerz nach einiger Zeit nachgelassen hat, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Zahnnerven dauerhaft geschädigt werden oder bereits abgestorben sind. Stirbt der Zahn ab, breitet sich die Entzündung bis zur Wurzelspitze aus. Es entsteht eine akute bzw. chronische Wurzelspitzenentzündung. Sie kann eitrig verlaufen und das Zahnfleisch schwillt dann an.

Ferner entstehen Wurzelspitzenentzündungen auch bei bereits wurzelkanalbehandelten Zähnen oder durch Unfälle und der Nerv wird gereizt und stirbt ab. Auch zu tiefe Füllungen, die auf den Nerv drücken, können eine Wurzelspitzentzündung auslösen.

Die Symptome und was Sie dagegen tun können

Die Symptome sind typischer Weise ein Klopfschmerz und ein Kontaktschmerz beim Zubeißen. Dieser kann immer stärker werden. Als erste Schmerzbewältigung sollte die Belastung des Zahnes vermieden werden. Ibuprofen kann als Schmerzmedikament Mittel der Wahl sein, um die Symptome erträglicher zu machen.

Drei Möglichkeiten, eine Wurzelspitzenentzündung zu behandeln

Es muss zügig ein Zahnarzt aufgesucht werden, der die Entzündung entlasten kann. Hierzu muss der Zahn geöffnet und die Wurzelkanäle desinfiziert werden. Es wird ein spezielles Medikament (oftmals Calciumhydroxid) eingelegt. Nach dieser ersten Behandlung verspürt der Patient eine Erleichterung.

In mehreren folgenden Sitzungen wird der Zahn weiter behandelt. Die Wurzeln werden wiederholt gereinigt und es wird wieder die Medikamentenpaste eingelegt. Als letzten Schritt, bei Schmerzfreiheit, wird die Zahnwurzel endgültig mit einem Wurzelfüllmaterial abgedichtet. Die Öffnung wird mit einer Kunststoff-Füllung verschlossen.

Haben sich die Zähne nach einer Wurzelkanalbehandlung erneut entzündet, kann das Füllmaterial entfernt werden. Der Kanal wird neu aufbereitet und später gefüllt. Das nennt man Revision.

Alternativ kann die Wurzelspitze auch im Rahmen einer Wurzelspitzenresektion entfernt werden. Dabei wird sie in einem kleinen operativen Eingriff um ca. 2 bis 3 mm gekürzt.

Sollten die Behandlungen nicht zum Erfolg führen und der Zahn bleibt entzündet, bzw. entzündet sich immer wieder neu, ist leider das letzte Mittel der Wahl, den Zahn zu entfernen.


Die Erfolgsrate

  • bei wurzelkanalbehandelten Zähnen liegt bei ca. 80 - 90 %.
  • bei Revisionen bei ca. 70 %
  • nach einer Wurzelspitzenresektion (WSR) 50 - 90 %

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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