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Zahnspange an der Innenseite der Zähne: Welche Vor- und Nachteile gibt es?

Dr. Frankenberger

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© WavebreakMediaMicro - fotoliaBesonders im beruflichen Alltag ist es vielen Erwachsenen wichtig, dass Zahnspangen so unauffällig wie möglich sind. (© WavebreakMediaMicro - fotolia)Die Lingualtechnik ist eine linguale – dass bedeutet zur Zunge angebrachte – festsitzende Zahnspange.

Normalerweise sind feste Zahnspangen auf den Außenflächen der Zähne angebracht. Die Lingualzahnspange wird aber innen auf die Zähne geklebt. Es gibt die Lingualtechnik mit silberfarbenen oder goldfarbenen Brackets. Die goldene Version ist etwas teurer, da diese Brackets individuell für den Patienten aus einer hochgoldhaltigen Legierung gegossen werden.


Es gibt verschiedene Indikationen für linguale Zahnspangen

Die wichtigste ist natürlich ihre Unsichtbarkeit. Vielen Erwachsenen ist es sehr wichtig, dass die Umgebung nicht mitbekommt, dass sie eine Zahnkorrektur vornehmen lassen. Eine weitere wichtige Indikation ist, wenn es die Bukkalflächen aufgrund von Vorschäden nicht zulassen, dass man eine Zahnspange befestigt. Das kann zum Beispiel bei Zähnen mit Entkalkungen der Fall sein. Wenn man dort eine Apparatur befestigen würde, wäre die Gefahr einer Schädigung durch Karies sehr hoch.

Bei Patienten mit Zungendysfunktionen kann die Lingualtechnik die Zunge abhalten, das ist für den Patienten am Anfang schwierig, weil er eventuell Druckstellen an der Zunge bekommt. Aber gerade dadurch wird die Zungenlage oft schnell geändert. Der habituell offene Biss ist also eine gute Indikation für Lingualtechnik. Bei tiefem Biss ist die Spange eher schwierig einzusetzen, weil man mit den Unterkieferfrontzähnen auf die Oberkieferbrackets kommen würde. In dieser Situation ist es wichtig, mit Aufbissen zu arbeiten, damit man keine Schmelzaussprünge oder andere Schäden an den Frontzähnen bekommt.


Vorteile der Lingualtechnik ist die Unsichtbarkeit der Spange

Nachteile sind die Sprachstörungen, die am Anfang auftreten können. Außerdem kann es zu Druckstellen und Verletzungen an der Zunge kommen. Mit Lingualtechnik ist es schwierig zu essen. Klebrige und harte Lebensmittel müssen vermieden werden. Die Gefahr eines Bracketverlustes ist bei lingualen Zahnspangen höher als bei den auf die Außenflächen geklebten. Zudem sind linguale Apparaturen aufgrund der hohen Kosten für das Material und des hohen Zeitaufwandes in der Praxis deutlich teuer als normale Zahnspangen von außen. 

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Zahnfehlstellung. Der Ablauf der Behandlung sieht als ersten Schritt einen Abdruck oder Scan vor. Danach fertigt das Labor die Zahnspange individuell für den Patienten. Die Zahnspange wird mit Hilfe von indirekter Klebetechnik eingesetzt. Man wechselt alle sechs Wochen den Bogen. Wenn die Zähne gerade stehen, wird die Spange entfernt. Zur Feineinstellung benutzt man oft zunächst einen Positioner und danach festgeklebte Retainer und Retentionsgeräte.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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