
Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. Jan Philipp Buschmann interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Neurologe.
jameda: Herr Dr. med. Jan Philipp Buschmann, was hat Sie motiviert, Neurologe zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?
Herr Dr. med. Buschmann: Schon früh im Studium hat mich die Komplexität des Nervensystems fasziniert. Entsprechend fand mein erstes Praktikum in einer neurologischen Klinik statt. Dort war es beeindruckend zu sehen, wie die erfahrenen Neurologen allein anhand der Krankengeschichte und der neurologischen Untersuchung eine korrekte Verdachtsdiagnose stellten und wenigstens den Ort der Störung anhand der Kenntnis der Anatomie sehr genau eingrenzen konnten. Seitdem bin ich überzeugter Neurologe.
Neben der neurologischen Akut- und Intensivmedizin lege ich meinen Schwerpunkt auf Kopfschmerzerkrankungen und Schwindel. Schwindel reizt mich, da hierbei die klinische Untersuchung besonders komplex ist und man häufig mit einfachen Mitteln helfen kann. Kopfschmerz kenne ich in Form von Migräne aus eigener Erfahrung. Entsprechend habe ich ein Herz für Kopfschmerzpatienten und sehe durch meine Notaufnahmetätigkeit die Unterversorgung im ambulanten Bereich.
jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?
Herr Dr. med. Buschmann: Mein Tätigkeitsschwerpunkt in der Praxis liegt auf der basalen ärztlichen Kunst von Gespräch – Untersuchung – Beratung. Dies tritt in unserer immer schnelllebigeren Zeit zunehmend in den Hintergrund. Ich möchte, dass der Patient nach dem Termin wirklich verstanden hat, worum es geht und als informierter Patient seine Entscheidung treffen kann. Mit 'Fließbandmedizin' ist aus meiner Sicht auf Dauer niemandem geholfen.
jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?
Herr Dr. med. Buschmann: Das eine große Vorbild kann ich nicht benennen. Letztendlich erlebt man im Verlauf der Ausbildung viele 'alte Hasen' und integriert ihre positiv hervorstechende Fähigkeit in das eigene Repertoire.
jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?
Herr Dr. med. Buschmann: Der digitale Wandel bietet viel Potential, Abläufe zu vereinfachen und Zeit für die wichtigen Dinge zu gewinnen. So setze ich in meiner Praxis auf eine moderne cloudbasierte Software, mit der ich ortsunabhängig und voll digital arbeiten kann.
Zusätzliche Vereinfachung bringt die Online-Terminvereinbarung über jameda. In diesem Zusammenhang stellen Online-Sprechstunden DIE Neuerung mit hohem Zukunftspotential dar. Beratungen, Vorgespräche, Befundbesprechungen, Folgetermine lassen sich für Arzt und Patient so mit deutlich reduziertem Aufwand realisieren.
jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?
Herr Dr. med. Buschmann: Der demographische Wandel führt dazu, dass Alters- und Wohlstandserkrankungen zunehmen. Dies sind z. B. Gefäßerkrankungen wie der Schlaganfall, Demenzen oder Parkinsonerkrankungen. Ich glaube, dass neben der Optimierung der Therapie dieser Erkrankungen in Zukunft vorbeugende Maßnahmen im Vordergrund stehen sollten.
jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?
Herr Dr. med. Buschmann: Meinen Patienten schätzen es, dass ich mit ihnen auf Augenhöhe, ehrlich und ohne 'Fachchinesisch' kommuniziere.
jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?
Herr Dr. med. Buschmann: Ich kann mich gut an einen Patienten mit Schwindel erinnern, der schon mehrere Kliniken, Fachrichtungen, MRT von Kopf und Hals sowie Ultraschalluntersuchungen hinter sich hatte – aber der Schwindel 'immer bei bestimmten Bewegungen' blieb. Letztendlich hatte der Herr einen eigentlich banalen Lagerungsschwindel, der sich durch Lagerungsmanöver noch in der Notaufnahme beheben ließ. Patient glücklich, Arzt auch.
jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?
Herr Dr. med. Buschmann: Finden Sie den Arzt Ihres Vertrauens und klären Ihre Fragen und Zweifel, damit sie als mündiger Patient ihre Gesundheit selbst in die Hand nehmen können.



