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Moderne Hüftendoprothetik 2023 – Kurzschaftprothesen setzen sich zunehmend durch!

Prof. Dr. med. Karl Philipp Kutzner

Orthopäde & Unfallchirurg, Notfallmediziner, Sportmediziner
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Die Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes gehört heute zu den erfolgreichsten Operationen überhaupt. Das Ziel ist es, stets die Schmerzfreiheit sowie die Bewegungs- und Gehfähigkeit wieder herzustellen.

In den letzten Jahren sind insbesondere muskel- und weichteilschonende Operationstechniken etabliert worden. Prothesendesigns und Materialien haben sich stetig weiterentwickelt. Nicht zuletzt sorgen strukturierte Konzepte mit einer intensiven Vorbereitung und effektiven Nachbehandlung, welche den Patienten in den Mittelpunkt stellen, für einen häufig unkomplizierten und schnellen Wiedereinstieg in den Beruf und den Alltag.

Der Zugang zum Gelenk

In der modernen Hüftendoprothetik wird „minimal-invasiv“ gearbeitet. Das heißt, dass beim Zugang zum Gelenk Muskellücken genutzt werden, damit Muskelgewebe verletzt werden muss. Hierbei werden insbesondere der „vordere-seitliche“ Zugang (ALMIS-Zugang) oder der vordere Zugang (AMIS-Zugang) zunehmend populärer.

Um das Potenzial dieser schonenden Zugänge optimal nutzen zu können, hat es auch bei den Designs der Implantate wichtige Entwicklungen gegeben.

Kurzschaftprothesen an der Hüfte

Kurzschäfte erhalten ihren Namen durch eine deutlich kürzere Implantat-Länge und insbesondere eine besondere Verankerungs-Philosophie. Das Hauptziel der Kurzschaft-Implantate war ursprünglich der bestmögliche Knochenerhalt. Neben diesem Vorteil gegenüber konventionellen Geradschäften hat sich inzwischen aber auch eine klare Überlegenheit bei der minimal-invasiven Operationstechnik herauskristallisiert.

Das kurze und runde Design dieser Prothesen erleichtert die schonende Implantation maßgeblich, während mit einem Geradschaft häufig eine Muskelverletzung in Kauf genommen werden muss. Eine kurze OP-Zeit, wenig Blutverlust und andere Komplikationen sowie eine voll-funktionelle Mobilisation noch am OP-Tag sind das Ergebnis, und zwar sehr verlässlich.

Wann ist ein Kurzschaft die richtige Wahl?

Zwar kommen diese modernen Implantate in den vergangenen 10 Jahren immer häufiger zum Einsatz, jedoch nutzen die meisten Chirurgen sie noch immer nur in Einzelfällen. Zu Unrecht, wie kürzlich veröffentlichte Daten aus dem Deutschen Endoprothesen-Register nahelegen.

Hier bilden moderne Kurzschäfte die Spitzengruppe hinsichtlich Sicherheit und Langlebigkeit. Auch nach 12 Jahren Erfahrung, mit vielen Tausenden Implantationen, zeigen sich keinerlei Nachteile gegenüber konventionellen Schäften. Mit Ausnahme von osteoporotischen Knochenverhältnissen sind zementfreie Kurzschäfte äußerst vielseitig einsetzbar.

Erfahrung notwendig!

Die Implantations- und Verankerungsphilosophie von Kurzschaftprothesen unterscheidet sich von der konventionellen Hüftendoprothetik. Die Erfahrung des Chirurgen mit modernen Kurzschäften spielt hierbei entsprechend eine entscheidende Rolle für Patientinnen und Patienten. Die fundierte Beratung eines Kurzschaft-Spezialisten im Vorfeld eines Hüftgelenkersatzes trägt maßgeblich zu einem erfolgreichen Verlauf und einem hervorragenden Operationsergebnis bei.

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