Hashimoto-Thyreoiditis und die Ernährung

Herr Maier

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©underdogstudios - fotoliaDie richtige Ernährung für Hashimoto-Patienten (©underdogstudios - fotolia)Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Entzündung der Schilddrüse in Folge eines Autoimmunprozesses, d.h. das überschießende Immunsystem greift den Körper an. Dadurch kann es im Verlauf zu einer teilweisen oder vollständigen Unterfunktion der Schilddrüse kommen. Die Aufgabe der Schilddrüse besteht darin, unseren Stoffwechsel so zu steuern, dass unser System entweder auf Hochtouren läuft, auf Sparflamme oder - im Idealfall - im optimalen Zwischenbereich. Dementsprechend macht sich eine Unterfunktion bemerkbar mit Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme und nicht selten auch mit einem depressiven Gemütszustand. Allerdings können auch Phasen der Überfunktion auftreten mit Erregung, Schweißausbrüchen und Abmagerung.

Ernährungstipps bei Hashimoto-Thyreoiditis

Bereits mit der richtigen Ernährung lässt sich vielfach bei leichten Fällen von Hashimoto-Thyreoiditis einiges bewirken.

Omega-3 Fettsäuren
Hilfreich bei Hashimoto sowie anderen Autoimmunerkrankungen sind Omega-3-Fettsäuren. Diese beeinflussen das Immunsystem positiv. Hier empfehle ich 1-2 Esslöffel gutes Leinöl in Bioqualität täglich, z.B. im Salat (nicht kochen oder braten). Hat man sich erst einmal an den leicht holzigen Geschmack gewöhnt, ist es ein guter Begleiter für die tägliche Küche. Leinöl (alternativ auch Hanf- oder Walnussöl) enthält die Omega-3 Alpha-Linolensäure. Diese ist eine Vorstufe zu den vom Körper benötigten Omega-3 Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure). Falls es zu Problemen beim Umbau zu diesen Stoffen kommt, kann auch direkt auf Omega-3-Kapseln zurückgegriffen werden. Meist enthalten diese Fischöl, es gibt jedoch mittlerweile auch vegetarische Alternativen. Hochwertige Produkte unterscheiden sich hier durch ihren hohen und ausgewiesenen Gehalt an DHA und EPA.

Vitamin D3
Das fettlösliche Sonnenvitamin D3 besitzt ebenfalls eine immunmodulierende Wirkung und ist häufig bei Hashimoto verringert. Es wird von fast allen Zellen des Körpers benötigt und hat einen wichtigen Einfluss auf den Stoffwechsel. Es wird bei Sonnenbestrahlung vom Körper selbst hergestellt. In der dunklen Jahreszeit sollte es von außen zugeführt werden. Teilweise besteht bei Hashimoto parallel ein Aufnahmeproblem der Zellen. In diesem Fall ist eine zusätzliche Behandlung notwendig. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt hier eine Tagesdosis von 800 IE (Internationale Einheiten). Um diese Menge zu erreichen, müssten täglich 400 g Makrelen oder andere fettreiche Meeresfische wie Lachs gegessen werden. Vitamin D3 ist ein ganz besonderes Vitamin für den menschlichen Körper, da es zugleich ein Hormon ist und auch als solches wirkt. Daher sollten höhere Dosierungen - die manchmal bei Hashimoto durchaus notwendig sind - nicht ohne entsprechende therapeutische Begleitung und Kontrolle des Blutspiegels durchgeführt werden.

Selen
Selen ist ein wichtiges Spurenelement, dieses stimuliert die T-Suppressorzellen, die für eine Begrenzung der Aktivität des Immunsystems verantwortlich sind. Es ist unter anderem enthalten in Getreide; da die Böden in Deutschland jedoch eher selenarm sind, kann es hier durchaus zu einem Selenmangel kommen. Mit dem Schüßler-Salz Selenium (Nr. 26) kann die Aufnahme von Selen aus der Nahrung erhöht werden. Ggf. können auch Selenpräparate eingesetzt werden. Auch hier ist es wichtig, eine Überdosierung zu vermeiden.

Iod
Ein häufig im Zusammenhang mit Hashimoto diskutiertes Thema ist Iod. Iod ist ein wesentlicher Grundstoff für die Schilddrüsenhormone T3 und T4. Im Gegensatz zu einer Schilddrüsenunterfunktion durch Iodmangel bringt die Einnahme von stark iodhaltigen Lebensmitteln wie Seefisch oder Algen bei Hashimoto jedoch keine Verbesserung. Im Gegenteil: Ein Zuviel an Iod kann die Entzündung sogar verschlimmern. Vor allem, wenn bereits zusätzlich Schilddrüsenhormone eingenommen werden. Allerdings ist eine Vermeidung von Iod leider nicht ganz einfach, da es mittlerweile nicht mehr Pflicht ist, bei Lebensmitteln die Verwendung von iodiertem Salz zu deklarieren. Daher findet sich Iod nicht nur im Salz selbst, sondern ebenfalls in Milchprodukten, Fleisch oder Wurst. Da die negative Reaktion auf Iod bei Hashimoto nicht so extrem ist wie bei Morbus Basedow, ist eine absolute Vermeidung nicht notwendig, dennoch sollte der Konsum mit einer gewissen Vorsicht erfolgen. Im ersten Schritt kann z.B. iodiertes Speisesalz durch reines Meersalz oder Himalaya-Steinsalz ersetzt werden.

Vermeidung von Giften
Generell sollte bei allen chronischen Erkrankungen versucht werden, Giftstoffe zu vermeiden. Dies entlastet unser Entgiftungsorgan Leber. Am einfachsten geht dies über die Nahrung, z.B. durch Verzicht auf pestizidhaltige Nahrungsmittel mit Umstieg auf Bioprodukte. Gifte sind ebenfalls in Kleidung, Farben, Lacken (Einrichtung, Renovierung) enthalten, wo sie über die Haut oder Atmung aufgenommen werden können.

Weitere naturheilkundliche Maßnahmen

Bei einer bereits länger bestehenden Hashimoto-Thyreoiditis müssen zusätzlich weitere naturheilkundliche Maßnahmen eingesetzt werden, z.B. eine klassische homöopathische Konstitutionsbehandlung. Häufig ist der Auslöser der Krankheit eine hormonelle Umstellung, z.B. Entbindung, Absetzen der Pille, Wechseljahre. In diesem Fall ist es wichtig, das Hormonsystem genauer zu betrachten und bei Bedarf über Homöopathie, Heilpflanzen oder bioidentischen Hormone wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Auch eine Untersuchung auf Leaky-Gut-Syndrom kann hilfreich sein. Auf psychischer Ebene spielt das Thema Stress häufig eine wesentliche Rolle. Nicht selten erlebe ich insbesondere bei Hashimoto neben äußeren Stressoren wie große Arbeitsbelastung oder Mehrfachbelastung einen hohen Anspruch an Perfektion. Einen Anspruch, der nicht auf Dauer eingehalten werden kann. Hier empfiehlt sich eine Kurzzeit-Psychotherapie, z.B. mit NLP, um den psychischen Druck zu vermindern.

 

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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