Husten - Schutzmechanismus und lästiges Erkältungs-Übel

Petra Müller

von
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© contrastwerkstatt - Fotolia.com© contrastwerkstatt - Fotolia.comHusten ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Im Grunde ist Husten sogar ein Schutzreflex unseres Körpers, der unsere Atemwege reinigt, wenn nötig. Feine Nervenenden in der Schleimhaut registrieren den kleinsten Fremdkörper und lösen einen Hustenstoß aus. Der wiederum reißt den Fremdkörper mit sich und wir können wieder frei atmen – im Idealfall. Bei Erkältungen ist dies häufig nicht so...

Eingedrungene Erkältungsviren reizen die Nervenenden in unseren Bronchien und lösen eine Entzündung aus. Die Folge: Unser Körper produziert nach und nach mehr Schleim als im gesunden Zustand. Dadurch wirkt dieser ähnlich wie ein Fremdkörper. Er überfordert den Selbstreinigungsmechanismus unserer Schleimhäute völlig. Sie schaffen es nicht, ihn abzutransportieren. Denn zu allem Überfluss ist es nicht nur mehr Schleim als gewöhnlich, er ist auch zäher. Er reizt die Nervenenden in der Schleimhaut und provoziert so einen Hustenanfall nach dem anderen.

Meist beginnt eine Erkältung mit einem trockenen Husten, bei dem kein Schleim abgehustet wird. Wir sprechen von „Reizhusten“. Erst später, wenn sich der zu viel produzierte Schleim langsam verflüssigt, kann dieser über den Hustenreflex abtransportiert werden. Wir sprechen von "produktivem", "lockerem" oder "verschleimten" Husten.

Tipps gegen Husten:

    • Bei trockenem Reizhusten können sogenannte "Hustenstiller", z. B. mit dem Wirkstoff Dextrometorphan, sinnvoll sein. Sie unterdrücken den Hustenreiz und helfen so beispielsweise nachts, einen erholsamen Schlaf zu finden.
    • Bei verschleimtem Husten sollte man möglichst auf Hustenstiller verzichten. Sie würden den Abtransport des Schleims behindern. In diesem Fall sind sogenannte "Husten- bzw. Schleimlöser", z. B. mit dem Wirkstoff Acetylcystein, empfehlenswert. Sie verändern den Schleim so, dass er weniger zäh ist und deswegen leichter abtransportiert werden kann.
    • Viel trinken. Denn nur mit genügend Flüssigkeit kann der Körper den dickflüssigen Schleim abtransportieren und dünnflüssigen Schleim produzieren.
    • Hustentees können Hustenbeschwerden verbessern. Bei trockenem Reizhusten haben sich Hibiskus, Malve oder Isländisch Moos bewährt. Bei verschleimtem Husten sollten Sie zu Tees mit Thymian oder Fenchel greifen. Sie lösen festsitzenden Schleim.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Wenn …

    • Ihr Husten länger als eine Woche andauert
    • Sie grün-gelben oder blutigen Auswurf abhusten
    • Weitere Erkältungssymptome mit hohem Fieber hinzukommen
    • Ihr Krankheitsgefühl stark ausgeprägt ist

… sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt zur genauen Klärung der Ursachen aufsuchen!

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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