Starke Menstruationsblutungen – Alternativen zur Gebärmutterentfernung (Teil 2)

Frau Prestin

von
verfasst am

© LittleBee80 – istockphoto.com© LittleBee80 – istockphoto.comTherapieverfahren ohne Operation - 1. Beeinflussen der Hormone
Zur Minderung der Blutungsstärke kommen Behandlungen infrage, die das Ungleichgewicht der Hormone angehen. Eine natürliche Möglichkeit, den Zyklus zu regulieren, bietet zum Beispiel Progesteron als Creme. Diese kann aus der Yamswurzel hergestellt werden und unterstützt in der zweiten Zyklushälfte den Gelbkörper. Eine weitere Möglichkeit sind Heilpflanzen, die die Produktion von Progesteron im Körper fördern. Allerdings erfordert die Phytotherapie oft zwei bis vier Zyklen Zeit und Geduld, bis sie gute Resultate zeigt. Auch eine Anti-Baby-Pille, die nur einen schwachen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut zulässt, kann die Menge des Blutverlustes deutlich mindern.
Eine Hormonspirale bzw. das Verhütungsschirmchen, beides Methoden, bei denen ein synthetisches Gelbkörperhormon (Progestin) direkt in der Gebärmutter freigesetzt wird, sind nicht nur sehr sichere Verhütungsmittel, sondern sie wirken gleichzeitig vor Ort dem übermäßigen Aufbau des Endometriums entgegen. Zudem ist die Menge an Hormonen, die an den Körper abgegeben werden, deutlich geringer als bei einer Pille zur Verhütung. Damit entfallen auch bestimmte Risiken, wie zum Beispiel die Gefahr einer Thrombose. Seit in einigen Distrikten Großbritanniens bei Blutarmut und nachgewiesenem Eisenmangel die Hormonspirale vom nationalen Gesundheitssystem bezahlt wird, ist in diesen Distrikten die Rate der Gebärmutterentfernungen um mehr als ein Drittel gesunken.

Therapieverfahren ohne Operation – 2. Minderung der Blutungsstärke
Andererseits kann auch rein symptomatisch während der Menses die Blutung gemindert werden – die Ablösung der Schleimhaut erfolgt dennoch vollständig. Tranexamsäure, dreimal täglich 1000 bis 1500 mg, ein bewährtes Medikament, das deutlich stärker wirkt als naturheilkundliche Ansätze. Bei leicht verstärkter Regelblutung ist Phytotherapie aber häufig sehr hilfreich und sollte, da sie wenige Nebenwirkungen hat, zuerst versucht werden. Hilfreich sind beispielsweise Kombinationen aus Hirtentäschelkraut-Extrakt und Vitamin K oder ein Tee aus Hirtentäschelkraut, Schafgarbenkraut und Frauenmantelkraut zu gleichen Teilen.

Moderne Operationsverfahren zum Organerhalt
Wurde früher bei starken Blutungen und abgeschlossener Familienplanung meist gleich zur Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) geraten, so sind heute modernere, organerhaltende Operationen wo immer möglich angesagt. Zum einen kann die Gebärmutterschleimhaut lokal verödet werden. Diese Behandlung wird als Endometriumablation bezeichnet, hierbei wird die Schleimhaut mit Strom oder Wärme verschorft, sodass sie sich nicht oder nur in geringem Maße neu bilden kann. Ein Beispiel dafür ist die „Goldnetztherapie“, die laut Initiative „Rettet die Gebärmutter“ im europäischen Vergleich bei uns extrem selten zum Einsatz kommt. Schwangerschaften sind nach einer Verödung aber nicht mehr möglich bzw. sollten strikt vermieden werden.
Sind innen in der Gebärmutter liegende Myome oder Polypen schuld an der starken Blutung, können diese häufig über eine Gebärmutterspiegelung abgetragen werden (Myomenukleation und Ausschabung). Manchmal ist eine Vorbehandlung mit Medikamenten, die Myome schrumpfen lassen, angezeigt. Nach einer Myomentfernung sind Schwangerschaften oft noch möglich.

Eine Entfernung der Gebärmutter sollte nur im äußersten Fall die Lösung sein, zum Beispiel bei vielen und ungünstig liegenden Myomen, da die Erholungsphase nach einer großen Operation viel, viel länger dauert als nach einer organerhaltenden Operation. Außerdem sind Folgeprobleme wie etwa eine Blasensenkung und eine Harninkontinenz nach Hysterektomie möglich.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel?
23
Interessante Artikel zum Thema „Menstruation & PMS”

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Ihr Name(wird veröffentlicht)
Ihre E-Mail(wird nicht veröffentlicht)
Ihr Kommentar(wird veröffentlicht)
  

Kommentare zum Artikel (6)


07.12.2016 - 20:00 Uhr

Hallo, mein Arzt hatte mir damals empfohlen, meine...

von Jutta S.

... Gebärmutter zu entfernen. Ich habe es bis heute nicht bereut, denn es geht mir super gut. Es ist nun 12 Jahre her!

22.07.2016 - 10:09 Uhr

Dazu kann ich nur sagen: Lasst Euch die...

von Francesca C.

... Gebärmutter entfernen. Und wartet nicht zu lange. Ich habe mich viele Jahre mit Myomen, Endometriose und wahnsinnig starken und schmerzhaften Blutungen herumgeschlagen (mit über 50 auch noch). Das kam allerdings alles erst mit der Hormonbehandlung (Tabletten gegen Hitzewallungen, die mich sonst umgebracht hätten). Der Muttermund wurde erhalten. Seit der OP habe ich keine Probleme mehr - auch Blutungen gehören der Vergangenheit an. Ich habe ein neues Leben bekommen! Wenn ich gewusst hätte, wie toll danach alles ist, hätte ich mir die GM-Fruchthöhle schon mit 40 entfernen lassen. Verabschiedet Euch von der Gebärmutter, sie ist überflüssig und die Blutungen erst recht! Schluss mit dem Ekel und den Schmerzen!

19.01.2015 - 16:08 Uhr

Ich habe schon mein Leben lang ( ich bin 48J.)...

von Karin

... starke Blutung. Dieses Mal war ich entsetzt. Am 3. Tag, der ganze Tag verlief normal (ich bin immer mit Binde XXL und Maxi Tampon ausgestattet), am Abend waren wir in der Oper und selbst in der Pause war alles wieder kleen. Am Ende jedoch, beim hinausgehen merkte ich, wie ich eine Spur hinter mir lies. Trotz Mega-Verpackung lief es unaufhaltsam. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Ich sah aus als hätte mich jemand abgeschlachtet. Hatte es früher auch schon mal mit Pille probiert aber viel besser war es nicht. So,etwas peinliches hatte ich bisher noch nicht erlebt. Hat jemand ähnliche Erfahrungen und Tips wie man dagegen angehen kann??

10.12.2014 - 11:03 Uhr

Ich kämpfe schon ca. 10 Jahre m. meinen Myomen,3,...

von Kerstin

... in der letzten Zeit häuften sich allerdings "Blutstürze", also von der Menge her u. aller 3 Wo. u. 1 Polyp, der immer wieder nachwächst, schon immer. Unerträgliche Schmerzen sind besser geworden. 1 Ausschabung brachte nichts, außer Nachwirkungen der Narkose. 1 Spritzenkur u. Salbe v. 1 "Halm", ich weiß nicht mehr genau, brachten auch nichts, sowie 2 Heiler. Bin 52 Jahre alt.

03.12.2014 - 13:08 Uhr

ich haben 3 wochen periode wie kann das an geht

von silvia

21.08.2014 - 16:01 Uhr

Ich habe seit einem Jahr Probleme mit meiner...

von Jamie S.1984

... Monatsblutung. Sie ist nämlich zu lang und zu stark. Ich fühle mich während der Zeit KRANK. Ich habe ständig Unterleibschmerzen, und dass macht mir echt zu schaffen. Nach ca. 3 - 4 Tagen nach Blutungsende habe ich schon wieder Druck im Unterleib. Was kann ich tun???

Frau Prestin

Antwort vom Autor am 08.09.2014
Stephanie Prestin

Moin, entschuldigen Sie, das ich erst so spät antworte. Die zweite Hälfte der Sommerferien war ich nicht in der Praxis. Ohne Sie zu untersuchen, ist es natürlich schwer, zu sagen, woran es liegt, das Sie bereits wenige Tage nach der Menstruation wieder Unterbauch-Druck haben. Es gibt einige pflanzliche und homöopathische Mittel, die da helfen könnten, aber das ist abhängig vom Untersuchungsbefund und einer ausführlichen Anamnese. Was Sie aber unkompliziert als Selbsthilfe machen können, ist eine Teekur über zwei Zyklen mit einer Mischung aus 50g Frauenmanteltee (Alchemilla vulgaris) und 50g Damianablättern (Turnera diffusa). Diesen Tee kann Ihnen jede Apotheke rezeptfrei anmischen. Von der Mischung bitte 3 x tgl. 1 gehäuften Teelöffel mit 200 ml kochendem Wasser überbrühen und zugedeckt 5-7 Minuten ziehen lassen. Bitte langsam und schluckweise trinken, und nicht während einer Mahlzeit einnehmen. Falls Ihnen der Tee nicht gut schmeckt, kann er gerne mit Honig gesüßt werden, das tut der Wirkung bei diesem Heiltee keinen Abbruch. Während der Blutung können Sie zusätzlich 3 x 2 Tabletten Styptisat (Hirtentäschelextrakt + Vitamin K) nehmen, um die Blutungsmenge zu mindern. Liebe Grüße aus Kiel Stephanie Prestin


Inhaltssuche

Durchsuchen Sie sämtliche Artikel auf jameda. Wenn Sie auf der Suche nach Ärzten oder Heilberuflern sind, geht es hier zur Arztsuche

Passende Behandlungsgebiete und Lexikon-Inhalte

Über Krankheiten und Symptome informieren

Das jameda Lexikon