Starke Regelblutungen: So hilft eine Endometriumablation

Besonders starke Regelblutungen können sich für viele Frauen zu einer Belastung entwickeln. (©Ana Blazic Pavlovic - fotolia)


Worum handelt es sich bei einer Endometriumablation?

Viele Frauen leiden unter zu starken und langen Menstruationsblutungen und sind dadurch stark in der Lebensqualität eingeschränkt. Eisenmangelblutanämie, dadurch bedingte Erschöpfung oder auch nur die Einschränkung im Intimleben durch die starken Blutungen sind für viele Frauen sehr belastend.

Sofern eine hormonelle Therapie nicht gewünscht bzw. nicht möglich ist, wird oftmals zur Entfernung der Gebärmutter geraten. Dabei handelt es sich jedoch um einen größeren operativen Eingriff am Beckenboden, der von den meisten Frauen nicht gewünscht wird. Hier ist die richtige Behandlungsalternative, die die Blutung auslösende Schleimhaut der Gebärmutterhöhle zu entfernen, die sogenannte Endometriumablation.


Welche Patientin ist für diese Methode geeignet?

Durch eine gynäkologische Untersuchung müssen zunächst andere Blutungsursachen – wie etwa Myome oder Krebs – ausgeschlossen werden. Auch ist eine Schwangerschaft nach einer Endometriumablation praktisch nicht mehr möglich, da die Schleimhaut, die für die Einnistung einer Eizelle bei einer Schwangerschaft benötigt wird, durch diesen Eingriff verödet wird. Die Patientin sollte also die Familienplanung abgeschlossen haben.


Welche Vorteile bietet die Endometriumablation?

Der für die meisten Frauen wichtigste Vorteil dürfte im Erhalt der Gebärmutter liegen. Gerade bei der Entfernung der Gebärmutter fürchten viele Frauen um die Stabilität des Beckenbodens und wünschen daher ein organerhaltendes Vorgehen. Auch wünschen viele Frauen keine hormonelle Therapie der Blutungsbeschwerden, da sie die Nebenwirkungen der Hormoneinnahme nicht tolerieren.

Die Endometriumablation ist ein kurzer und sicherer Eingriff mit hoher Erfolgsquote. Oft wird diese Operation mit dem sogenannten Goldnetz durchgeführt. Dadurch kann der Eingriff zyklusunabhängig, also zu jedem Tag im Menstruationszyklus und sogar während der Menstruation durchgeführt werden.


Wie läuft die Operation ab?

Der Eingriff ist ambulant möglich, die Patientin kann ca. 1 Stunde nach Durchführung der Operation wieder nach Hause gehen. Es wird ein Instrument über den Gebärmutterhals in die Gebärmutterhöhle gebracht. Dort wird mechanisch ein Goldnetz aufgespannt, welches sodann auf allseitigen Kontakt zur Gebärmutterhöhle und damit zur Schleimhaut überprüft wird.

Anschließend fließt für eine kurze Zeit (max. ca. 120 Sekunden) ein Strom durch das Goldnetz und verödet thermisch die Schleimhaut, sodass diese künftig nicht mehr nachwachsen und Blutungen verursachen kann. Dann wird das Goldnetz wieder entspannt und aus der Gebärmutter entfernt. Die Operation ist dann beendet. Eine Krankschreibung ist nur selten und auch allenfalls nur für ein paar Tage erforderlich.


Welche Risiken oder Komplikationen kann es geben?

Es gibt praktisch kaum Komplikationen. Theoretisch ist eine Perforation der Gebärmutter, also ein Durchstoßen der Gebärmutterwand, wie bei jeder Gebärmutterspiegelung oder Ausschabung, möglich. Praktisch besteht dieses Risiko aber schon allein deshalb nicht, weil das für die Operation benutzte Instrument im Vorderteil stumpf ist und man die Gebärmutter nur mit großer Kraftanstrengung schädigen könnte.

Wichtig ist, dass nach der Operation zwar praktisch eine Schwangerschaft nicht mehr eintreten kann, der Hersteller das Verfahren jedoch nicht zur Verhütung zugelassen hat, womit auch nach der Operation eine Kontrazeption erforderlich ist.


Welche Alternativen gibt es?

Neben der hormonellen Therapie (Einnahme oraler Kontrazeptiva, Einlage einer Hormonspirale) kommen weitere operative Verfahren wie die Entfernung der Gebärmutter, ggf. auch nur die gebärmutterhalserhaltende Entfernung des Gebärmutterkörpers, in Betracht. Auch kann die Schleimhaut mittels Elektroschlinge abgetragen werden, was jedoch eine längere Operationsdauer erfordert.


Wie erfolgreich ist diese Methode?

Nach aktuellen Studien sind nach der Endometriumablation ca. die Hälfte der Frauen mit dem Goldnetz komplett blutungsfrei. Das heißt, sie haben mithin keine Menstruation mehr. Ca. 45 % haben zwar noch eine Regelblutung; sie fällt jedoch deutlich geringer aus als vor dem Eingriff. Somit wird den Frauen wieder ein normales Leben ermöglicht.

Sehr selten persistieren nach dem Eingriff die vorhandenen Blutungen. Unmittelbar nach der Operation ist es normal, dass die Patientin für einige Tage etwas Ausfluss aus der Scheide hat.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (4)

Silke B., 28.04.2021 - 12:34 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. med. Matthias Stroth. In Oldenburg gibt es eine Tagesklinik die das macht. Aber wie lange dauert ein Vorgespräch? Man hat mir gesagt das es mehrere Stunden dauert, stimmt das? Und warum so lange?. Mfg Silke B.

Antwort von Dr. med. Matthias Stroth, verfasst am 28.04.2021

Sehr geehrte Patientin, ich kann natürlich nicht beurteilen, was die Kollegen in Oldenburg zeitlich kalkulieren. Üblicherweise erfordert die Vorbereitung durch den Frauenarzt ca. 1 Stunde (Aufnahme durch Schwestern, Arztgespräch, Untersuchung, Aufklärung). Zu beachten ist aber auch die zusätzliche Vorbereitung/Gespräch für die Operation durch einen Narkosearzt. Je nach Organisationsgrad kann dies dann auch insgesamt mehr als zwei Stunden Vorbereitungszeit beanspruchen. Beste Grüße, Dr. Matthias Stroth

Silke B., 27.04.2021 - 11:13 Uhr

möchte gerne wissen welche Praxis das in der Umgebung in Niedersachsen macht.Und gibt es noch eine andere möglichkeit.mfg Silke B.

Antwort von Dr. med. Matthias Stroth, verfasst am 28.04.2021

Sehr geehrte Patientin, Anbieter der Goldnetzendometriumablation finden Sie bundesweit auf folgender Internetseite: https://www.starke-regelblutung.com/novasure-arztsuche Beste Grüße aus Berlin, Dr. Matthias Stroth

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