Wie wird Methadon angewendet? Die Renaissance eines Schmerzmittels

Dr. Hotz

von
verfasst am

© @ JanakaMaharageDharmasena - iStockMethadon als Schmerzmittel erlebt derzeit eine Renaissance (© @ JanakaMaharageDharmasena - iStock)Das Medikament Methadon galt früher als gängiges Schmerzmittel und erfährt zur Zeit eine Art Renaissance in der Pharmaindustrie.

Die Geschichte des Methadons

Das Medikament mit dem Freinamen „Methadon“ ist ein Schmerzmittel und zur Behandlung starker Schmerzen zugelassen. Es wurde 1937 in Deutschland entwickelt und seine schmerzstillende Wirkung wurde in klinischen Studien Anfang der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts festgestellt.

Nach einigen Umwegen, wie einem Patent-Enteignungsverfahren nach dem Zweiten Weltkrieg, konnte es erst 1949 auch in Deutschland als Schmerzmittel auf den Markt gebracht werden. Seit 1960 wird es als Substitutionsmittel bei Heroinabhängigkeit angewandt und ist den meisten Menschen in diesem Zusammenhang geläufiger.1


Methadon aus chemischer Sicht

Methadon ist ein sogenanntes „vollsynthetisches“ Opioid, das sich chemisch von Morphin oder anderen Opiaten, wie z.B. Oxycodon, Hydromorphon oder Fentanyl unterscheidet. Ohne zu sehr ins chemische Detail zu gehen, soll hier nur kurz erwähnt werden, dass es sich beim sogenannten racemischen Methadon um ein Gemisch aus zwei spiegelbildlichen, also rechts- und linksdrehenden Molekülen im Verhältnis 1:1 handelt.

Das eine ist das linksdrehende Levomethadon, auch als L-Methadon bekannt, und wirkt ähnlich schmerzstillend wie Morphin. Das andere ist das rechtsdrehende Dextromethadon, das sogenannte D-Methadon, das über einen anderen Wirkmechanismus einen guten Effekt auf Nervenschmerz hat und ein starkes Hustenmittel darstellt. Auf den Wirkmechanismus des D-Methadon wird auch zurückgeführt, dass es unter der Therapie mit Methadon nur einen geringeren Gewöhnungseffekt gibt als bei anderen Opiaten. In der klinischen schmerztherapeutischen Anwendung kommen heutzutage sowohl Levomethadon, als auch Levomethadon/Dextromethadon zum Einsatz. Levomethadon hat als alleinige Substanz eine doppelt so hohe Wirkung wie das Gemisch aus links- und rechtsdrehendem Methadon.2 Allerdings fehlen dieser Substanz naturgemäß die beschriebenen positiven Aspekte des D-Methadons.

Wichtige Informationen zu Methadon auf einen Blick

  • verschreibungspflichtig auf Betäubungsmittel-Rezept
  • Verabreichungsform: Tropfen, 1%ige Lösung
  • optimale Anpassung der Dosis an das jeweilige Schmerzniveau möglich
  • hohe und schnelle Aufnahme (oral, über die Wangenschleimhaut oder rektal)
  • einfache Gabe über Magensonde möglich
  • Wirkeintritt über die Wangenschleimhaut nach ca. drei bis fünf Minuten, jedoch kein „Kick-Phänomen“, dadurch nur sehr geringes Risiko einer psychischen Abhängigkeit
  • lange Wirkungsdauer, daher ist eine zweimalige Gabe pro Tag ausreichend
  • wesentlich günstiger als andere gängige Schmerzmittel

Weitere Hinweise zu Methadon

  • Methadon wird in der Leber abgebaut und kann daher auch bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion angewandt werden. 
  • Zum Teil wird eine positive Wirkung auf die Psyche beschrieben.
  • Aus Unkenntnis wird Methadon bei starken Schmerzen häufig nicht als Mittel der ersten Wahl eingesetzt. 
  • Wie jedes andere verschreibungspflichtige Medikament wird es vom Arzt verordnet.
  • Wie bei jedem anderen Medikament auch ist eine Überdosierung von Methadon zu vermeiden!
  • In der Schmerztherapie werden deutlich geringere Dosen eingesetzt als in der Substitutionstherapie, daher sind Nebenwirkungen möglich, jedoch meist deutlich milder.
  • Mögliche Nebenwirkungen, die jedoch häufig geringer ausgeprägt sind als bei anderen Opiaten und oft besser symptomatisch behandelbar sind: 

- Übelkeit
- Verstopfung
- Juckreiz
- Müdigkeit
- D-Methadon ist cardiotoxisch, das heißt es wirkt sich auf das Herz aus, und sollte bei Patienten mit Herzerkrankungen mit der gebotenen Vorsicht angewandt werden


Methadon bei Krebs: Ein Kommentar zur aktuellen Diskussion

In letzter Zeit erlebt das als Schmerzmittel vielseitig und langjährig eingesetzte Methadon eine Art Renaissance, nicht zuletzt auch durch zahlreiche (Fach-)Artikel und Fernsehbeiträge, die es als vielversprechendes Mittel zur Mitbehandlung von Krebspatienten während der Chemotherapie diskutieren.

©fotolia-Photographee.euDie Wirksamkeit von Methadon in der Krebsbehandlung wird derzeit noch diskutiert (©fotolia-Photographee.eu)Frau Dr. Friesen von der Universität Ulm und ihre Arbeitsgruppe konnten zeigen, dass Tumorzellen, z.B. Leukämiezellen, durch die Behandlung von Methadon sterben und dass die Wirkung von Krebstherapien, z.B. die Chemotherapie, bei verschiedenen Krebsarten verstärkt werden kann, z.B. bei Hirntumorzellen.3-6

In Einzelfällen wird eine vielversprechende heilende Wirkung des Methadons auf den Tumor beschrieben. Diese Informationen führten zum Wunsch vieler betroffener Krebspatienten, ebenfalls Methadon im Rahmen ihrer Krebsbehandlung zu erhalten.

An dieser Stelle sollte jedoch erwähnt werden, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse von Frau Dr. Friesen bisher lediglich im Rahmen von Versuchen auf Laborebene gezeigt werden konnten. Leider gibt es bis dato keine kontrollierten sogenannten Arzneimittelstudien zur Wirkung von Methadon bei Krebspatienten, da sie finanziell und logistisch sehr aufwendig sind.2 Es spricht jedoch nichts gegen den Einsatz von Methadon als potentes Schmerzmittel zur Behandlung von Tumorschmerzen im Rahmen einer Krebserkrankung, auch wenn die Patienten gleichzeitig onkologisch behandelt werden.

Als Schmerzmittel ist es, wie eingangs bereits gesagt, zugelassen. Im Gegenteil, der Vollständigkeit halber ist anzumerken, dass gängige schmerztherapeutische Medikamente, wie zum Beispiel das Morphin, einen kontraproduktiven Effekt bei Patienten mit Krebsleiden gezeigt haben und dennoch standardmäßig eingesetzt werden.7-9

Beim Wunsch der betroffenen Patienten, eine Methadonbehandlung zu erhalten, ist es problemlos möglich, von einem anderen starken Schmerzmittel, wie z.B. Morphin, Oxycodon oder Buprenorphin, auf Methadon umzustellen.

Quellenangabe:

1. McCance-Katz EF, Leavitt SB. Methadone-Drug Interactions. Pain Treatment Topics. 2010.

2. Miltner E, Friesen C. 2017. Häufige Fragen von Ärzten und Patienten zum Einsatz von Methadon bei Krebspatienten.

3. Friesen C, Roscher M, Alt A, et al. Methadone, commonly used as maintenance medication for outpatient treatment of opioid dependence, kills leukemia cells and overcomes chemoresistance. Cancer Res. 2008; 68:6059-6064.

4. Friesen C, Roscher M, Hormann I, et al. Cell death sensitization of leukemia cells by opioid receptor activation. Oncotarget. 2013; 4:677-690.

5. Friesen C, Hormann I, Roscher M, et al. Opioid receptor activation triggering downregulation of cAMP improves effectiveness of anti-cancer drugs in treatment of glioblastoma. Cell Cycle. 2014; 13:1560-1570.

6. Onken J, Friesen C, Vajkoczy P, et al. Safety and Tolerance of D,L-Methadone in Combination with Chemotherapy in Patients with Glioma. Anticancer Res. 2017; 37:1227-1235.

7. Boland JW, Graham Pockley A. Influence of opioids on immune function in patients with cancer pain: from bench to bedside. Br J Pharmacol. 2017.

8. Gach K, Wyrebska A, Fichna J, et al. The role of morphine in regulation of cancer cell growth. Naunyn Schmiedebergs Arch Pharmacol. 2011; 384:221-230.

9. Gupta K, Kshirsagar S, Chang L, et al. Morphine stimulates angiogenesis by activating proangiogenic and survival-promoting signaling and promotes breast tumor growth. Cancer Res. 2002; 62:4491-4498.

Mit Ihrem Feedback helfen Sie uns, die Qualität von jameda laufend zu verbessern – vielen Dank!

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel?
12
Interessante Artikel zum Thema „Medikamente”

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Ihr Name(wird veröffentlicht)
Ihre E-Mail(wird nicht veröffentlicht)
Ihr Kommentar(wird veröffentlicht)
  

Kommentare zum Artikel (10)


14.09.2017 - 11:12 Uhr

Informativ und objektiv - sehr guter und...

von Dr. C. Kalvelage

... verständlicher Artikel!

14.09.2017 - 08:16 Uhr

Guten Morgen, wirken Morphin und Oxycodon auch...

von Monda

... cardiotoxisch und müssen bezüglich bestehender Herzerkrankungen ebenso mit Vorsicht angewandt werden, oder trifft das nur auf D,L-Methadon zu? Vielen Dank.

14.09.2017 - 00:21 Uhr

Klar und deutlich erklärt! Vlt hätte auch die...

von Klaus H.

... Dosierung dazu gehört ! Vielen Dank

24.08.2017 - 11:19 Uhr

Besten Dank für Ihre rasche Antwort "unser Arzt"...

von Marco

... hat eine Dosierung von 0.5ml pro Tag empfohlen. Dies erscheint mir sehr gering. Sind Sie auch dieser Meinung? Ich denke eher, dass sich die Ärzte mit Methadon nicht die Finger verbrennen wollen und deshalb auf Nummer sicher gehen und folglich eine absolute Nichtsnutz-Minidosis vorschlagen. Leider gibt es auch kaum Ansprechpersonen (vor allem nicht in der Schweiz) Sollten wir die Dosis auf 2ml pro Tag erhöhen (natürlich schrittweise)?

Dr. Hotz

Antwort vom Autor am 25.08.2017
Dr. med. Lorenz Hotz

Sehr geehrter Nutzer. Vielen Dank für Ihr Interesse an einer Methadon-Therapie. Ich möchte an dieser Stelle nochmal auf meine Antwort auf Ihre initiale Frage verweisen, dass Details im persönlichen Kontakt und Gespräch mit dem behandelnden Arzt erfolgen sollten. Gerade Therapien von BTM-pflichtigen Substanzen sollten nicht via ausschließlichem Internet-Kontakt gesteuert werden. Diesen qualitativen Anspruch habe auch ich an meine Arbeit. Bitte entschuldigen Sie, wenn ich Ihnen auf diesem Weg im konkreten Fall nicht weiterhelfen kann.

18.08.2017 - 11:30 Uhr

Guten Tag Kann mir jemand sagen, welches die...

von Marco

... richtige Dosierung von Methadon ist bei einem Patienten mit einem Glioblastom?

Dr. Hotz

Antwort vom Autor am 23.08.2017
Dr. med. Lorenz Hotz

Einfach nur "die richtige" Dosierung in dem von Ihrem genannten Fall gibt es nicht. Details sollten in einem persönlichen Gespräch mit dem behandelnden Arzt geklärt werden.

11.08.2017 - 13:01 Uhr

Hallo, Ich bin seit meinem achten Lebensjahr an...

von M-Kl

... Dermatomyositis erkrankt. Jetzt bin ich 47 Jahre alt. Jahrelange einnahmen von Cortison, Azatrioprin und ähnlichen Medikamenten haben mich die Jahre überstehen lassen, aber jetzt machen mich die Schmerzen im gesamten Körper unausstehlich (um es mal so aus zu drücken) Der Rücken, Beine und Armmuskulatur, Bauchmuskulatur...alles schmerzt. Nun versuche ich, da ich in letzter Zeit viel über Methadon erfahren und gelesen habe, eben dieses als alternatives Schmerzmittel zu bekommen, als die, welche mich durch ihre massenhaften Nebenwirkungen zusätzlich belasten. Jedoch fand ich bis jetzt keinen Arzt/Schmerzarzt der sich in der Lange findet, dieses Mittel in Betracht zu ziehen. Mein Hausarzt hatte mir Methadon als Privatrezept ausgestellt, aber das kann ich mir nicht leisten. 100ml für (als Anfangsdosis 5ml am tag) 10 Tage kostet mit den zusätzlichen Gebühren 26,63 Euro. Der Aufwand, so andere Ärzte, dieses als Kassenleistung genehmigt zu bekommen wäre immens. Niemand hat Erfahrung. Ist es tatsächlich so, dass Methadon nur bei Krebspatienten zum Einsatz kommt? Mit freundlichem Gruß.

Dr. Hotz

Antwort vom Autor am 23.08.2017
Dr. med. Lorenz Hotz

Methadon ist als Schmerzmittel zugelassen, nicht nur bei Krebspatienten. Es gibt aktuell in der Tat nicht viele Ärzte, die mit Methadon arbeiten. Der genannte Preis für 100ml ist realistisch. Die genannte Anfangsdosis von 5ml (=50mg) pro Tag erscheint relativ hoch. Details sollten in einem ärztlichen Gespräch geklärt und besprochen werden.

31.07.2017 - 21:57 Uhr

Vertragen sich Tetrahydrocannabinol und...

von T. B.

... Cannabidiol und D.L-Methadon?

Dr. Hotz

Antwort vom Autor am 07.08.2017
Dr. med. Lorenz Hotz

Eine gleichzeitige Einnahme von Cannabis (mit den wirksamen Molekülen THC und CBD) und Methadon ist möglich. Da es sich aber bei THC, CBD und Methadon um "zentral wirksame" (am Gehirn angreifende) Substanzen handelt, sollte die Indikation für eine Kombination entsprechend streng gestellt werden. Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Benommenheit oder Schwindel könnten sich verstärken. Hinsichtlich opiatinduzierter Übelkeit und Erbrechen kann Cannabis jedoch sogar hilfreich sein. Da THC, CBD und Methadon alle in der Leber und zum Teil über den gleichen Abbauweg verstoffwechselt werden, ist ein verlangsamter Abbau und dadurch verlängerte Wirkung der Cannabinoide denkbar. Methadon wird bei schlechterer Verstoffwechslung auch unverstoffwechselt ausgeschieden und akkumuliert daher nicht wesentlich. Allerdings ist gerade auch bei langjährigem, regelmäßigem Cannabis-Konsum eine sogenannte Enzyminduktion denkbar, die das Ganze wieder ausgleichen könnte. Es gibt hierzu jedoch nur wenige Studien mit sehr kleinen Fallzahlen. Wichtig ist mir an dieser Stelle fest zu halten, dass sich meine Einschätzung ausschließlich auf die medizinisch begründete und ärztlich angeordnete Einnahme von Methadon und Cannabis, bzw. Cannabis-Produkte (z. B. Dronabinol) bezieht. Ein eigenmächtiger nicht-medizinischer Cannabis-Konsum sollte unbedingt dem behandelten Arzt mitgeteilt werden.

27.07.2017 - 19:35 Uhr

Darf man unter der Einnahme von Methadon Auto...

von Rita B.

... fahren oder muss man den Führerschein abgeben? Viele Grüße, Rita B.

Dr. Hotz

Antwort vom Autor am 03.08.2017
Dr. med. Lorenz Hotz

Allgemein gilt: Das Autofahren bei Einnahme von Medikamenten ist laut StVO erlaubt, wenn die Medikamente zur Behandlung einer Krankheit notwendig und vom Arzt verordnet sind. Bei Führerscheininhabern, die auf "zentral wirksame " Medikamente, z.B. starke Schmerzmittel oder Psychopharmaka, angewiesen sind, ist der behandelnde Arzt verpflichtet, den Patienten auf mögliche Einschränkungen und Gefahren hinzuweisen. Weiterhin soll der Arzt seine Zustimmung zum Autofahren dokumentieren. Voraussetzungen für die Zustimmung sind ein guter Allgemeinzustand des Patienten, die Zuverlässigkeit in der Einnahme sowie ein stabiler Therapieverlauf. Daher darf man, wie bei anderen Opiaten auch, unter stabilem Therapie-Verlauf und gleichbleibender Tagesdosis weiter Autofahren. Mann muss den Führerschein nicht abgeben. Verschiedene Studien zur Fahrtauglichkeit bei Opioideinnahme ergaben, dass bei stabiler Dosierung im Allgemeinen die Belastbarkeit, Konzentration, Orientierung, Aufmerksamkeit oder Reaktionsfähigkeit nicht wesentlich eingeschränkt sind. Trotzdem muss bei Opioiden (z. B. Methadon, Morphin, Fentanyl, etc.) folgendes ernst genommen werden: Während der Einstellungsphase, z.B. von Methadon, wird das Führen eines Fahrzeugs wahrscheinlich nicht möglich sein, da in den ersten 14 Tagen sowie nach jeder Dosiserhöhung aufmerksamkeitseinschränkende Nebenwirkungen häufig sind. Bei gut eingestellten Patienten, die nicht mehr unter Sehstörungen, Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel leiden, steht dem Autofahren nichts entgegen.

18.07.2017 - 22:38 Uhr

In Ihrem Artikel wird die Unwahrheit behauptet....

von Markus G.

... Methadon ist zur Zeit in Deutschland nicht zur Schmerztherapie zugelassen.

Dr. Hotz

Antwort vom Autor am 20.07.2017
Dr. med. Lorenz Hotz

Methadon ist in Deutschland als Schmerzmittel zugelassen. Dem Autor liegt eine Auskunft der zuständigen Bundesopiumstelle des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte vor: "Aus betäubungsmittelrechtlicher Sicht steht einer patientenbezogenen begründeten (vgl. auch § 13 BtMG) Verschreibung von racemischem Methadon zur Schmerztherapie auf BtM-Rezept entsprechend den Vorschriften der BtMVV nichts entgegen."

16.07.2017 - 10:33 Uhr

Guten Morgen! Ich dachte immer, dass Methadon DL...

von Barbara W.

... anders als Morphium nicht über die Leber verstoffwechselt wird? Viele Grüße! Barbara

Dr. Hotz

Antwort vom Autor am 17.07.2017
Dr. med. Lorenz Hotz

Methadon wird in der Leber via Cytochrom P450 verstoffwechselt. Es entstehen jedoch keine aktive Metabolite wie z. B. bei Morphin. Durch diesen hepatischen Stoffwechselweg können andere Medikamente den Abbau verzögern und Wirkung und potentielle Nebenwirkungen verstärken (z. B. Fluconazol, Ciprofloxacin, Erythromycin, Verapamil, Sertralin, etc). Auch ein verstärkter Abbau und entsprechend reduzierte Wirkspiegel können vorkommen (z. B. mit Rifampicin oder Carbamazepin, etc.). Bei reduzierter Leberfunktion sind jedoch nur selten erhöhte Methadon-Plasmaspiegel zu finden. Um so mehr in der Schmerztherapie, wo mit deutlich geringeren Mengen als in der Drogen-Substitutionstherapie gearbeitet wird. Für weitere Informationen diesbezüglich sei auf 2 Arbeiten verwiesen: 1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2704133/ und 2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7273599


Inhaltssuche

Durchsuchen Sie sämtliche Artikel auf jameda. Wenn Sie auf der Suche nach Ärzten oder Heilberuflern sind, geht es hier zur Arztsuche

Passende Behandlungsgebiete und Lexikon-Inhalte

Über Krankheiten und Symptome informieren

Das jameda Lexikon