Wann ist Haarausfall krankhaft? 6 Tests, die dem Hautarzt bei der Diagnose helfen

Dr. Beyer

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© Kurhan - fotoliaMit welchen Tests kann Haarausfall diagnostiziert werden? (© Kurhan - fotolia)Das Wachstum unserer Haare ist nicht nur genetisch festgelegt - auch Geschlecht und Alter spielen eine Rolle. Krankheiten können ebenfalls Einfluss nehmen und zu Haarausfall führen. Welche Tests helfen, eine Diagnose zu stellen?

Das sind die Wachstumsphasen der Kopfhaare

Der Großteil der Haare befindet sich in der Wachstumsphase, in der die Haare pro Tag 0,3 bis 0,5 mm und in einem Jahr rund 15 cm wachsen. In der zwei bis vier Wochen dauernden Übergangsphase stoppt das Haarwachstum.

Rund 1 % aller Kopfhaare ist jeweils betroffen. Der Haarfollikel schrumpft, sodass sich die drei- bis viermonatige Ruhephase anschließt. In dieser Phase befinden sich bis zu 18 % der Kopfbehaarung. Das Haar fällt aus und macht Platz für ein neues. Aus demselben Haarfolikel wächst es anschließend nach.

In jedem Haarfollikel kann gut zehn Mal ein Haar nachwachsen. Daher ist es ist völlig normal, dass ein Mensch bis zu 100 Haare pro Tag verliert. 

Was sollte man tun, wenn man mehr Haare verliert?

Wenn man allerdings das Gefühl hat, dass vermehrt Haare ausgehen, gibt es dafür meist Gründe. Erst recht, wenn die Haare "büschelweise" ausgehen oder wenn haarlose Stellen am Kopf entstehen.

Je früher man dann einen Arzt aufsucht, umso besser sind die Chancen auf eine erfolgreiche Therapie, die den Verlust stoppt. 

Da Haarausfall ein Hinweis auf Mangelzustände, aber auch auf Erkrankungen wie Schilddrüsenfunktionsstörungen sein kann, sollte man sich zunächst an seinen Hausarzt wenden. Des Weiteren besucht man einen Hautarzt, der sich auf Haarausfall spezialisiert hat. 


Diese 6 Tests helfen bei der Diagnose von Haarausfall

  1. Der Zupftest als einfachste Methode erlaubt dem Arzt eine erste Einschätzung, wie ausgeprägt der Haarverlust ist. Dafür greift man zwischen Daumen und Zeigefinger ein Büschel und versucht mit sanftem Zug, Haare von verschiedenen Stellen der Kopfhaut schmerzlos auszuzupfen.
  2. Auch für die Haarwurzelstatusanalyse (Trichogramm) muss man Haare lassen. Hier beurteilt man den aktuellen Haarausfall. Es werden an zwei Stellen ca. 50 Haare aus der Kopfhaut gezogen. Unter dem Lichtmikroskop werden die prozentualen Anteile der Haarwurzelformen bestimmt. Dadurch weiß der Arzt, wie ausgeprägt der Haarverlust wirklich ist. Er hat auch die Möglichkeit, eine gewisse Aussage über den zu erwartenden Haarverlust der nächsten zwei bis drei Monate zu treffen.
  3. © Monkey Business - iStockNach der Diagnose berät Sie Ihr Hautarzt über die anschließende Behandlung. (© Monkey Business - iStock)Mit modernen Geräten zur Messung des Haarstatus lassen sich Aufnahmen der Kopfhaut und der Haare in vielfacher Vergrößerung am Computer auswerten. Somit kann nicht nur die Kopfhaut, sondern auch der Verlauf während einer Therapie kontrolliert werden.
  4. Für den Trichoscan muss der Arzt erneut einen kleinen Bereich auf der Kopfhaut rasieren. Die rasierten Haare werden anschließend angefärbt. Durch einen Computer kann nun der aktuelle Anteil der wachsenden und nicht wachsenden Haare erkannt werden. 
  5. Die Trichoskopie dient zur Diagnose von Haar- und Kopfhauterkrankungen. Die Methode basiert auf der Dermatoskopie. Dabei können Haar- und Kopfhautstrukturen in 10- bis 70-facher Vergrößerung sichtbar gemacht werden. Die Methode haben Dermatologen seit 2004 entwickelt. Der Begriff "Trichoskopie" wurde erstmals 2006 eingeführt und ist recht jung. 
  6. Die Biopsie ist eine etwa vier Millimeter große Gewebeprobe, die der Arzt von der Kopfhaut zur anschließenden feingeweblichen Untersuchung unter dem Mikroskop entnimmt. Sie wird typischerweise beim narbigen Haarausfall eingesetzt.

Was passiert nach der Diagnose?

Nach der Untersuchung der Haare, der Kopfhaut und der übrigen Ursachenabklärung wird über die  Therapie beraten. Nicht nur der Haarausfall direkt, sondern auch zusätzliche Faktoren werden dabei berücksichtigt. Eine große Rolle spielt hier auch der jeweilige Lebensstil. Er beinhaltet unter anderem:

Bitte beachten: Haarwuchsmittel gehören zu den sogenannten Lifestyle-Präparaten, die überwiegend das eigene Wohlbefinden oder das Aussehen verbessern sollen. Die Kosten werden deshalb nicht von der GKV erstattet. Gleiches gilt für die Beratungskosten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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