Naturheilkundliche Behandlungsmethoden bei Herzinsuffizienz

Herr Jost

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© lightwavemedia - fotoliaDie Herzinsuffizienz ist zunehmend der Grund für Krankenhausaufenthalte in Industrieländern (© lightwavemedia - fotolia)Als Herzinsuffizienz wird im allgemeinen die nachlassende Pumpleistung mit einer gestörten Füllung des Herzens des beschrieben. Neben einer allgemeinen Schwäche des Herzmuskels - insbesondere im Alter - werden weitere Ursachen definiert.

Wie häufig ist eine Herzinsuffizienz?

Die Herzinsuffizienz ist in den Industrieländern der häufigste Grund für einen stationären Krankenhausaufenthalt. Bedingt durch die ansteigende Lebenserwartung ist anzunehmen, dass die Herzinsuffizienz auch zukünftig einen zentralen Stellenwert bei der therapeutischen Versorgung der Bevölkerung einnehmen wird.

In Deutschland wird davon ausgegangen, dass ca. 0,5-1% der Bevölkerung mit steigender Tendenz davon betroffen sind. Ein Grund, sich mit diesem Thema auch aus naturheilkundlicher Sicht zu befassen.


Ursachen:

  • KHK (koronare Herzkrankheit)
  • Bluthochdruck 
  • Herzinfarkt
  • Herzrhythmusstörungen
  • Myocarditiden
  • Herzklappenfehler

Die Schweregrade der Herzinsuffizienz nach NYHA

Die Schweregrade der Herzinsuffizienz werden nach Stadien der New York Heart Association eingeteilt. Ab Stadium 2 sollte eine Herzinsuffizienz behandelt werden.


Stadien der Herzinsuffizienz nach NYHA

  • NYHA-Stadium 1: keine Einschränkungen in seiner körperlichen Leistungsfähigkeit
  • NYHA-Stadium 2: leichte Einschränkungen in der körperlichen Leistungsfähigkeit - alltägliche körperliche Belastungen, wie Treppenlaufen schnell erschöpft oder Atemnot - keine Beschwerden in Ruhe
  • NYHA-Stadium 3: körperliche Einschränkungen stärker ausgeprägt, auch bei geringer körperlicher Aktivität - keine Beschwerden in Ruhe
  • NYHA-Stadium 4: Herzinsuffizienz-Symptome auch in Ruhe

Zwingend sollten selbstverständlich im Rahmen eines umfassenden Behandlungsschemas die Risikofaktoren als solches vermieden, bzw. mit therapiert werden.


© A_N - iStockErhöhter Alkoholkonsum ist eine der möglichen Ursachen einer Herzinsuffizienz (© A_N - iStock)Risikofaktoren:

  • Rauchen
  • Alkoholmissbrauch
  • Übergewicht
  • Diabetes
  • Hoher Blutdruck (Hypertonie)
  • Koronare Herzkrankheit
  • Herzinfarkt
  • Herzklappenfehler/Angeborener Herzfehler


Die Folgen der Herzinsuffizienz sind eine nicht optimale Blutversorgung des Organismus mit sehr weitreichenden Folgen. Die Herzinsuffizienz wird in Linksherz, Rechtsherz-, bzw. Globalinsuffizienz, auch Rechts- und Linksherzinsuffizienz genannt, eingeteilt.

Linksherzinsuffizienz

Die Pumpschwäche der linken Herzkammer äußert sich insbesondere in Atemnot, da sich das Blut in den Lungenkreislauf zurückstaut. Diese Atembeschwerden können sich u.a. durch beschleunigte Atmung, aufrechtem Sitzen, um besser Luft zu bekommen, Hustenanfällen und Rasselgeräuschen der Lunge bemerkbar machen. Man spricht in diesem Falle auch von Asthma cardiale.


Beschwerden der Linksherzinsuffizienz sind:

  • Atemnot (Dyspnoe)
  • Lungenstauung/Lungenödem
  • beschleunigte Atmung (Tachypnoe)
  • Hustenreiz
  • Unruhe
  • Rasselgeräusche beim Atmen


Rechtsherzinsuffizienz

Die Rechtsherzinsuffizienz leitet sich vom Rückstau in den Körperkreislauf ab. Es bilden sich Ödeme im Bereich der Knöchel und Schienbeine, die Halsvenen sind prall gefüllt, nachts müssen die Erkrankten häufig zur Toilette. Auch staut sich das Blut in weiteren inneren Organen, was u.a. zur Stauungsleber, Aszites und bei der Stauung der Magenvenen zur Stauungsgastritis mit Appetitlosigkeit und Völlegefühl führen kann.


Beschwerden der Rechtsherzinsuffizienz sind:

  • Gestaute und erweiterte Halsvenen
  • Zyanose (bläuliche Verfärbung der Haut)
  • Ödeme (Wasseransammlungen) bes. in der unter Extremität 
  • Hepatomegalie (Stauung der Leber) 
  • Splenomegalie (Stauung der Milz)
  • Stauungsgastritis (Stauung des Magens) 
  • Stauungsnieren (mit Eiweißverlust)
  • Pleuraerguß
  • Nykturie (nächtliches Wasserlassen)
  • Hypertrophie (Vergrößerung) des Herzens


© Syda ProductionsZur Behandlung einer Herzinsuffizienz können spezielle Stoffe direkt in den Muskel injiziert werden (© Syda Productions)Welche Behandlungsoptionen bietet uns die Naturheilkunde? 

Zunächst sollte eine Umfassende labordiagnostische Untersuchung durchgeführt werden. Diese sollte in jedem Falle die wichtigsten Mineralstoffe und Spurenelemente, Vitamine, Enzyme, Fett- und Aminosäuren, sowie zuverlässige Parameter des Schweregrades umfassen.

Insbesondere die optimale orthomolekulare Versorgung aufgrund valider Laborergebnisse ist therapieentscheidend.

Zur Bestimmung der Mineralstoffe und Spurenelemente sollte die Vollblutanalytik zum tragen kommen, da sich dadurch die intra- und extrazellulären Mineralstoffmengen zuverlässig ermitteln lassen. Die so zu bestimmenden Parameter sollten Magnesium, Kalzium, Kalium, Zink und Selen umfassen.

Weitere orthomolekulare Substanzen, die für eine normale Herzfunktion unerlässlich sind und labordiagnostisch abgeklärt werden sollten sind Coenzym Q10 (insbesondere bei Statineinnahme (Cholesterinsenker)), L-Carnitin, L-Arginin, Taurin, Vitamin D, Homocystein, ADMA und zur Verlaufskontrolle das proBNP.

Erst durch die optimale Versorgung aller für den Herzmuskel notwendigen Stoffe kann sich das kardinale Leistungssystem dauerhaft verbessern. Wenn orthomolekulare Substanzen nicht aufgefüllt werden, Substanzen ist eine langfristige medikamentenfreie Versorgung so gut wie ausgeschlossen. 

Insbesondere bei Herzrhythmusstörungen sollte zumindest das Kalium als neuromuskulärer Schrittmacher immer im Vollblut bestimmt werden. Es ist erstaunlich, wie wenig Aufmerksamkeit gerade diesem Mineral bei o.g. Symptomatik geschenkt wird. 

Doch auch das oben beschriebene Therapieschema allein führt nicht bei allen Patienten zum Erfolg, wenn sich doch in den meisten Fällen eine deutliche Besserung beobachten lässt. 

© fotolia-hrianaDie Behandlung mit Peptiden hat deutliche Besserungen bei Herzinsuffizienzen gezeigt (© fotolia-hriana)Die Behandlung mit löslichen Peptiden

Als weitere Therapieoption empfiehlt sich die Anwendung von löslichen Peptiden. Diese, aus den Organen junger Tiere, in der Regel Schweinen, gewonnenen Präparate sind in Deutschland unter Eigenherstellung nach §13 Abs. 2b AMG zulässig und können tief in den Muskel gespritzt werden. Die ersten Einspritzungen von damals bezeichneten „Frischzellen“, die heute nicht mehr in den Verkehr gebracht werden dürfen, führte der Schweizer Arzt Prof. Dr. Niehans durch.

Bei den heute angewendeten, verkehrsfähigen löslichen Peptiden handelt es sich um intrazelluläre Bestandzeile einer gesunden Zelle, deren Zellmembran vollständig abfiltriert wurde und die unter sehr hohen Fertigungsstandards hergestellt werden. Nennenswerte Zwischenfälle, wie allergische Reaktionen werden äußerst selten beobachtet, da diese Präparate als praktisch antigenfrei anzusehen sind. Im Grunde handelt es sich um das Wirkprinzip nach Paracelsus „Gleiches heilt Gleiches“.

Aus Anwendungsbeobachtungen konnten mit dieser Methode in vielen Fällen Herzinsuffizienzen und auch Herzrhythmusstörungen erheblich verbessert werden. Die Herzinsuffizienz sank deutlich, das subjektive Empfinden, sowie die Leistungsfähigkeit der Patienten nahm zu und Herzrhythmusstörungen, ermittelt durch EKG-Messungen gingen zurück, bzw. wurden nicht mehr diagnostiziert. In nicht wenigen Fällen konnten die eingesetzten Medikamente reduziert, bzw. abgesetzt werden.

Fazit

Zusammenfassend stellt die erweiterte Labordiagnostik, welche über die gewöhnlich erhobenen Parameter hinausgeht, eine nebenwirkungsfreie Ergänzung zu konventionellen Therapien. Der Patient profitiert in fast allen Fällen auch in Hinsicht auf die allgemeine Leistungsfähig und Wohlbefinden davon, da diese o.g. Substrate nicht alleine für die Funktion des Herzmuskels, sondern auch für viele weitere Funktionen im Organismus unerlässlich sind. Darüber hinaus stellt die Anwendung löslicher Peptide eine überaus potente Therapieoption dar, da ihre Anwendung durch einen erfahrenen Therapeuten risikoarm ist.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


04.08.2017 - 19:35 Uhr

Sehr gute Aufklärung durch Ihren Artikel. Auch...

von Helmar B.

... Ihre Erklärungen sind durchaus nachvollziehbar. Nur die Aufteilung ist etwas gewöhnungsbedürftig. Aber ansonsten okay so

Herr Jost

Antwort vom Autor am 07.08.2017
Karl-Heinz Anam Jost

Besten Dank für ihre freundliche Rückmeldung und ihre konstruktive Anregung.


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