9 Mikronährstoffe für Kinder: Mängel können die Hirnentwicklung beeinträchtigen

Naturklinik Michelrieth

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© fotolia - rondabroc.comMikronährstoffe sind wichtige Bestandteile für den gesamten Stoffwechsel (© fotolia - rondabroc.com)Mikronährstoffe sind von zentraler Bedeutung für eine normale Funktionsfähigkeit des Stoffwechsels - und das in jedem Lebensalter. Kinder reagieren aber besonders empfindlich gegenüber Mikronährstoffdefiziten. Wenn in bestimmten Hirnentwicklungsphasen ein Mikronährstoff fehlt, kann die strukturelle Entwicklung des Gehirns gestört werden. Dadurch können sich kognitive Mängel entwickeln, die oft lebenslang bestehen bleiben.

Wann sind Mikronährstoffe besonders wichtig?

Das Frontalhirn braucht eine besonders lange Zeit für eine volle Ausreifung. Schwerpunkte für die Entwicklung des Frontalhirns sind

  • die Zeit von der Geburt bis zum zweiten Lebensjahr
  • vom siebten bis zum neunten Lebensjahr
  • das mittlere Teenageralter

Eine unzureichende Versorgung mit Mikronährstoffen beeinträchtigt also nicht nur bei Säuglingen und Kleinkindern die kognitive Entwicklung, sondern kann auch bei Schulkindern und Jugendlichen die Hirnleistungsfähigkeit erschweren.

Neun Mikronährstoffe, auf die Sie besonders achten sollten

  1. Eisenmangel ist der häufigste Mikronährstoffmangel weltweit. Eisen spielt eine sehr wichtige Rolle im Gehirnstoffwechsel. Es ist erforderlich für den Energiestoffwechsel der Nervenzellen und der Gliazellen und wird für die Bildung von Myelin und Neurotransmittern benötigt.
    Ein Eisenmangel bewirkt bei Kleinkindern möglicherweise eine verzögerte Hirnentwicklung, die dann auch eine spätere Eisentherapie nicht mehr ausgleichen kann. Ein Eisenmangel im Jugendalter beeinträchtigt zwar auch die Hirnleistungsfähigkeit, sie ist aber durch eine Eisentherapie wieder voll umkehrbar.
  2. Auch das Spurenelement Zink ist wesentlich für die Hirnentwicklung. Zink ist Cofaktor von über 300 Enzymen und an zahlreichen Entwicklungs- und Wachstumsprozessen beteiligt. Im Gehirn ist besonders der Hippocampus auf eine gute Zinkversorgung angewiesen. Ein Zinkmangel während der Schwangerschaft beeinträchtigt die psychomotorische Entwicklung des Babys. Zink beeinflusst aber auch die Hirnleistungsfähigkeit von Schulkindern.
  3. Eine Beeinträchtigung der Versorgung mit B-Vitaminen kann fatale Auswirkungen auf die Hirnentwicklung haben. In Israel wurden durch einen Produktionsfehler Milchersatzprodukte verkauft, denen kein Vitamin B1 zugesetzt worden war. Noch Jahre später zeigten diese Kinder die Folgen des frühkindlichen Vitamin-B1-Defizites, z.B. schwere und andauernde Sprachstörungen und eine Beeinträchtigung der Grob- und Feinmotorik. 
  4. Die Vitamine B12 und Folsäure werden für Methylierungsreaktionen im zentralen Nervensystem benötigt. Durch sie werden Neurotransmitter ausgebildet. Vitamin B12 ist wichtig für die Myelinsynthese. Bei Kindern mit einem Vitamin-B12-Mangel konnte ein Verlust weißer Hirnsubstanz und eine verzögerte Myelinisierung nachgewiesen werden. 
  5. © fotolia - Comugnero SilvanaAuch Vitamin C, wie es in frischem Obst vorkommt, sollte bei der Ernährung nicht vernachlässigt werden (© fotolia - Comugnero Silvana)In den letzten Jahren wird zunehmend deutlich, dass auch Vitamin D im Gehirn wichtige biologische Effekte hat. Es aktiviert verschiedene Nervenwachstumsfaktoren, die die Reifung und das Wachstum von Nervenzellen im Gehirn anregen. Bei Kindern mit autistischen Erkrankungen sind die Vitamin-D-Spiegel häufig vermindert. 
  6. Vitamin C spielt eine wichtige Rolle im Neurotransmitterstoffwechsel und ist ein wichtiges Antioxidans im zentralen Nervensystem. Außerdem vermindert Vitamin C die Toxizität von Schwermetallen, die bereits in kleinsten Mengen die Hirnentwicklung stören können. 
  7. Verschiede Aminosäuren haben einen besonderen Bezug zum Gehirnstoffwechsel, z.B. Tryptophan als Ausgangssubstanz für Serotonin. Serotonin ist wichtig, um die Stimmung und das Sozialverhalten zu regulieren. Die Aminosäure Tyrosin ist Ausgangssubstanz, um Katecholamine zu bilden. Taurin spielt eine essenzielle Rolle für die Hirnentwicklung beim Fötus und beim Neugeborenen. 
  8. Zu erwähnen sind auch noch die Omega-3-Fettsäuren. DHA ist die häufigste Omega-3-Fettsäure im Gehirn und ist in den Membranen der Nervenzellen enthalten. 
  9. Weitere Mikronährstoffe sind Kupfer, das am Neurotransmitterstoffwechsel und an der Myelinbildung beteiligt ist, sowie Jod als essenzieller Bestandteil der Schilddrüsenhormone. Ein Jodmangel führt zu einer Unterversorgung der Schilddrüse, die dann die kognitive Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. 

Fazit

Mikronährstoffmängel, insbesondere in frühen Lebensphasen, können fatale Auswirkungen auf das Entwicklungspotential des Menschen haben. Es ist deshalb wichtig, den Mikronährstoffstatus bei Kindern und Jugendlichen zu überprüfen. Das ist die Grundlage für eine gezielte Mikronährstoffsupplementierung.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


18.08.2018 - 21:46 Uhr

Ein schöner Übersichtsartikel- Danke! Ich stimme...

von Dr Mutschler

... vollumfänglich zu: Messen und ergänzen was fehlt!


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