Schutz vor Darmkrebs

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Mehr als 70.000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr an Darmkrebs. Das Tückische ist: Der Patient merkt es meistens erst, wenn es zu spät ist. Denn die Beschwerden treten oft erst dann auf, wenn aus den zunächst gutartigen Polypen in zehn bis fünfzehn Jahren ein Tumor entstanden oder auf andere Organe übergegangen ist. Das macht Vorsorge und Früherkennung besonders wichtig.

Die gute Nachricht: Vorsorge kann wesentlich zum eigenen Schutz beitragen. Bei einem Viertel der Patienten besteht eine erbliche Veranlagung für Darmkrebs. Drei Viertel der Darmkrebsfälle treten aber sporadisch auf – es kann jeden treffen. Auch das Alter spielt eine Rolle: Polypen können immer auftreten, ab dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko jedoch drastisch an.
Begünstigt wird Darmkrebs auch durch Rauchen, Übergewicht, hohen Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und falsche Ernährung. Rotes Fleisch in Maßen, stattdessen Fisch und Geflügel, viel Obst, Gemüse und ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist deshalb empfehlenswert. Auf Rauchen, allzu viel Fett oder Kohlenhydrate sollte man lieber verzichten.

Doch das ist nur die halbe Miete – denn eine gesunde Lebensweise mindert das Risiko, ist aber keine Garantie. Ab dem 50. Lebensjahr sind daher Vorsorgeuntersuchungen wie der jährliche Stuhlbluttest besonders wichtig. Ab 55 erstatten die Krankenkassen außerdem alle zehn Jahre eine Darmspiegelung.

Die Koloskopie bietet nicht nur eine umfassende Diagnose – Polypen können auch sofort entfernt werden. Zur Vorbereitung muss der Darm gründlich gereinigt werden. Dazu trinkt man meist, je nach Präparat, einen halben bis zwei Liter Wasser mit einem abführenden Medikament und möglichst viel klare Flüssigkeit. Von der 10- bis  20-minütigen Untersuchung bekommt der Patient dann dank einer Betäubung gar nichts mit. Mit dem Koloskop, einem schlauchartigen Instrument, an dessen Spitze eine Videokamera angebracht ist, untersucht der Arzt das Darminnere seiner Patienten gründlich. Polypen entfernt er direkt vor Ort.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (1)

Ruth, 24.04.2014 - 18:53 Uhr

Ich habe innerhalb von 2 Jahren 2 Darmspiegelungen gehabt. O. B. Die Bauchschmerzen, mit starken Blähungen sind aber immer da und es ist alles insgesamt schlimmer geworden. Mir wird gesagt dass es psychosomatisch ist. Kann das alles so sein? Bin echt verzweifelt

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