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Kniegelenksarthrose – kein Schicksal, sondern vermeidbar und behandelbar

Dr. Frohberger

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© gandolf - Fotolia.com© gandolf - Fotolia.comIn den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich die Zahl der Golfspieler versiebenfacht, mehr als die Hälfte davon sind über 50 Jahre alt. Spüren Sie eigentlich Ihre Kniegelenke? Sind Ihre Kniegelenke wetterfühlig oder haben Sie morgens Anlaufschwierigkeiten? Welche gesundheitlichen Risiken nehmen Sie in Kauf? Wie kann vorgebeugt werden? Oft lautet die ärztliche Diagnose dann Arthrose. Bereits bei jedem zweiten 30-Jährigen lässt sich ein Gelenkverschleiß feststellen… Tiger Woods fiel mit einem „Totalschaden“ des Kniegelenkes monatelang aus…

Die Kniegelenkarthrose ist weder in erster Linie altersbedingt noch Schicksal oder Pech, sonder Folge einer meist vermeidbaren Fehlbelastung! Die Arthrose ist eine typische Abnutzungs- und Verschleißerscheinung. Der Knorpelabrieb im Gelenk führt bei vermehrter Belastung immer wieder zu Entzündungen der Gelenkinnenhaut. Zudem verändert sich die Gelenkschmiere, sie wird „dünner“ und weniger gleitfähig, reichert sich mit Entzündungshormonen an. Die Arthrose entwickelt sich mit Aufbrauch des Knorpels langsam und schleichend. Sie tritt nicht nur im Alter auf, sondern kann aufgrund bestimmter Risikofaktoren auch schon bei jüngeren Menschen entstehen.

Ist der Knorpel einmal abgerieben, kann er nicht mehr aufgebaut werden. Daher ist es wichtig, frühzeitig den Abnutzungsprozess aufzuhalten. Dem Betroffenen ist unbedingt zu raten, zur Ursachenanalyse und zur gezielten Therapie einen spezialisierten Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin aufzusuchen. Am Anfang der fachärztlichen Untersuchung steht die sorgfältige manuelle Ganzkörper-Untersuchung, je nach Fall ergänzt durch funktionelle Untersuchungen wie 3D-Fußdruckanalyse, 3D-Wirbelsäulenvermessung bis hin zur 3D-Ganganalyse jeweils mit und ohne (Sport-)Schuhe. Im Falle konkreter Hinweise auf ernsthafte Schäden werden zusätzlich moderne bildgebende Verfahren wie digitales Röntgen, Computertomographie oder Kernspintomographie eingesetzt.

In den allermeisten Fällen gelingt es, basierend auf den erhobenen Befunden ein abgestimmtes Therapiekonzept ohne operativen Eingriff mit dem Ziel der Beschwerdelinderung auf Dauer und damit eine Verlangsamung der weiteren Arthroseentwicklung zu erreichen.

Therapeutisch im Vordergrund steht eine individuelle Einlagenversorgung passiv-stützend im Alltags- sowie im Golfschuh ergänzt durch proprozeptiv wirksame Einlagen zur Stimulation der Fuß- und Beinmuskulatur. Hinzu kommt, falls nötig, ein Beinlängenausgleich sowie krankengymnastische Mobilisation funktionsgestörter Gelenke.

Bei nicht ausreichender Besserung durch bereits länger bestehende Reizzustände hat sich die entzündungshemmende Injektionsbehandlung der Kniegelenke ergänzt durch biotechnologisch hergestellte Hyaluronsäure sehr bewährt. Durch eine „Kur“ mit in der Regel 3-5 Injektionen in wöchentlichem Abstand resultiert eine deutlich verbesserte „Schmierung“ der Kniegelenke und durch Training ein Wiederaufbau der annähernd immer geschwächten Oberschenkelmuskulatur. Die Injektion erfolgt durch den Facharzt direkt in den Gelenkraum und ist nicht schmerzhafter als eine Spritze in das Gesäß.

Bei fortgeschrittenem Kniegelenkverschleiß oder anderen Schäden ist eine meist arthroskopisch durchführbare Operation bis hin zur Implantation eines künstlichen Gelenkes mit späterem Golfspielen durchaus vereinbar. Bedingung ist neben der Operationsqualität die anschließende vielmonatige qualifizierte muskuläre Rehabilitation unter der Regie des Sportorthopäden.

Eine stetige Kooperation zwischen Golf-Pro, Sportorthopäde und Physiotherapeut sind die besten Voraussetzungen für ein beschwerdearmes und auch erfolgreiches Golfspielen trotz Kniegelenkarthrose.

Man ist nicht etwa so alt, wie man sich fühlt, sondern so jung, wie man seine Vitalität durch wohldosiertes Training erhält. In der Sportart Golf steckt alles, um die wichtigsten Alterungsprozesse zu verlangsamen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (7)


21.02.2019 - 19:04 Uhr

Hallo, bei mir wurde im letzten Herbst wegen eines...

von Susanne

... Plicasyndrom eine Kniearthroskopie gemacht. Weitere Diagnosen waren, Innenmeniskusdegeneration 2. Grades. Knorpelschaden Kniescheibe 2-3 Grades und 6 cm Bakerzyste. Jetzt ein halbes Jahr später habe ich immer noch ein stechenden Schmerz hinter der Kniescheibe bei Belastung. Haben sie einen Rat für mich. Ich bin in meinen sportlichen Aktivitäten ziemlich eingeschränkt.

Dr. Frohberger

Antwort vom Autor am 22.02.2019
Dr. med. Ulrich Frohberger

Hallo Susanne, das ist so, wie wenn Sie mit halbgefüllten Reifen und heruntergefahrenem Reifenprofil eine Ralley fahren wollten ! Ein Orthopäde sollte Ihre Füsse, die Beinmuskulatur, die Beinachsen und Ihr Blut untersuchen ! Danach erst kann Ihr Kniegelenk schritt für Schritt sporttauglich gemacht werden!

09.02.2019 - 16:02 Uhr

Kernspintomographie des rechten Knies. Befund:...

von Hartmut K.

... Deutlicher Kniegelenkerguss, nur kleine mediale Kniegelenkzyste. Bandapparet intakt. Menisci mit Binnensignalanhebungen, jeweils kein Riss. An der Tibiavorderkante lateral mindestens drei rundliche osteochon-drale freie Gelenkkörper bis knapp 5 mm Durchmesser. Retropatellar lateral weitere mindestens zwei freie Gelenkkörper bis 7 mm Durchmesser. Weitere kleine Gelenkkörperformationen an der Tibiahinterkante, fraglich zwei. Retropatellarknorperl lateral aufgebraucht, stufige Defekte nach medial hin, subkondrale Erosionen. An der Trochlea femoris ausgedehnt 4.-gradige Knorbeldefekte und unregelmäßige subchondrale Erosionen. Beurteilung: 1. Schwere erosive Retropatellararthrose mit weitgehender Knorpelglatze und deutlichen Gelenkflächenunregelmäßigkeiten. 2. Zahlreiche Gelenkkörper bis ca. 8 mm Durchmesser. 3. Begleitende Synovitis mit Gelenkerguss und flacher Bakerzyste. Ich bin 75 Jahre alt und habe keine weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Ambulante OP wird vorgeschlagen. Erbitte Beurteilung. Danke

Dr. Frohberger

Antwort vom Autor am 12.02.2019
Dr. med. Ulrich Frohberger

Eine transarthroskopische Operation zur Entfernung der freien Gelenkkörper und zur ev. Glättung der Gelenkflächen wird den Fortschritt der Arthrose verlangsamen können! Eine ergänzende multimodale konservative Therapie eines guten Orthopäden sollte den Heilungsprozeß unterstützen !

23.09.2013 - 11:59 Uhr

Hallo, wurde im Jahr 2012 im Oktober am Knie...

von Monika

... operiert, Plicaresektion und Innenmeniskusteilresektion. Eine arthroskopische Untersuchung und OP wurde durchgeführt. Im Dezember 2012 wurde ein MRT gemacht, da das Knie noch sehr geschwollen war. Arthrose wurde natürlich festgestellt und ich bekam ein paar Schmerztbl.. Im Juli 2013 das nächste MRT - Befund - Mäßiggradige Chondropathie, insbesondere das mediale Kniekompartiment betreffend, hier auch gelenksnahes Knochenmarksödem als Hinweis für aktivierte mäßiggradige medial betonte Gonarthrose. Auch Chondropathia patellae, medialseitig betont. Geringe Degeneration des Innenminiskusrestes bei Zustand nach Teilresektion. Deutlicher Reizerguss. Keine Bandläsion. Der Befund wurde nie besprochen und ich bekam Tabl. zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmend. Das Knie ist immer noch geschwollen, warm und beeinflußt die Bewegung. Auch ist der linke Oberschenkel sehr hart geworden. war inzwischen 12 mal zur Physio, wo versucht wurde den Oberschenkel zu lockern und die -Schwellung am Knie zu lindern. Was kann ich tun?? Vielleicht können Sie mir raten. Danke im voraus Monika

Dr. Frohberger

Antwort vom Autor am 23.09.2013
Dr. med. Ulrich Frohberger

Sehr geehrte Monika, in Ihrem Knie besteht offensichtlich noch ein akuter (nicht bakterieller) entzündlicher Prozess mit resultierendem Erguß. Dieser Erguß besteht aus "minderwertiger" Gelenkflüssigkeit mit hohem Anteil an Entzündungshormonen, die den weiteren Verschleiß berschleunigen. Sie sollten sich unbedingt einem konservativ auf Gelenke spezialisierten Orthopäden vorstellen mit der Bitte um ergänzende Therapie basierend auf den vorhandenen und mitzubringenden Befunden von Vor-Untersuchungen! Entzündungshemmende Medikamente sind keine Dauerlösung, da sie Magen, Leber, Nieren u.a. schaden!

28.08.2013 - 08:14 Uhr

Ein sehr guter Artikel.

von Thomas

Dr. Frohberger

Antwort vom Autor am 28.08.2013
Dr. med. Ulrich Frohberger

Danke ! UF

20.08.2013 - 15:54 Uhr

Bis zum heutigen Zeitpunkt hab ich von den...

von Dieter

... behandenen Ärzte nur schmerzstillende mittel und Kniebandagen vershrieben bekommen. Ich habe schon zwei Herzinfarkte gshabt, deswegen muß ich auch zur Blutvedünnung Medikamente einnehmen. gibt es zu der Operation noch ein andere Altrnative? Mit freunlichen Grüßen, Dieter. Danke für eine Rückantwort.

Dr. Frohberger

Antwort vom Autor am 25.08.2013
Dr. med. Ulrich Frohberger

Sehr geehrter Dieter, genau diese nicht eingreifenden konservativen Untersuchungs- und Behandlungformen habe ich in meinem Beitrag geschildert. Die individuelle Einschätzung in Ihrem speziellen Fall sollte im Rahmen einer persönlichen Vorstellung und Untersuchung bei einem erfahrenen Orthopäden mit konservativem Schwerpunkt erfolgen! Ggflls. ist sogar eine Injektionsbehandlung der Kniegelenke mit Hyaluronsäure sinnvoll, falls Ihr Kardiologe einer kurzfristigen Umstellung Ihres Blutverdünners auf Heparin zustimmen könnte. Mit freundlichen Grüßen !

13.08.2013 - 13:28 Uhr

Guten Tag, ich habe eine fortgeschrittene...

von Michael

... Varusgonarthrose beidseitig mit 4.-gradigen Knorpelschäden. Es wurde mir von zwei Orthopäden geraten mir Schlittenprothesen einzusetzen. Ich selbst bin mir nicht sicher, da ich keine übermäßigen Beschwerden und Schmerzen habe. Gut, ich kann nicht mehr schwer tragen oder besonders gut Treppensteigen, aber ich komme mit sporadisch eingenommenen Schmerzmitteln aus. Also ich habe keine übermäßig starken Schmerzen. Soll ich mich operieren lassen? Viele Grüße

Dr. Frohberger

Antwort vom Autor am 25.08.2013
Dr. med. Ulrich Frohberger

Sehr geehrter Michael, der viertgradige Knorpelschaden ist eine überwiegend durch Bildgebung gestellte Diagnose. Enscheidend sind jedoch Ihre aktuellen Beschwerden und die die Prognose! In Ihrem Fall besteht wahrscheinlich noch die Möglichkeit, Ihre aktuell relativ gute Belastbarkeit der Kniegenke durch in meinem Beitrag genannte nichtoperative Maßnahmen zu verlängern ! Es könnte sich für Sie lohnen, sich einem erfahrenen Orthopäden mit konservativem Schwerpunkt persönlich einschließlich sämtlicher bisher vorliegenden Untersuchungsbefunden zur Untersuchung und Bewertung vorzustellen. Mit freundlichen Grüßen !

04.07.2013 - 06:25 Uhr

COPD

von Horst

Dr. Frohberger

Antwort vom Autor am 25.08.2013
Dr. med. Ulrich Frohberger

Sehr geehrter Horst, bei der COPD handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung , bei der die Wissenschaftler etwas vermehrt auch rheumatische Erkrankungen finden. EIn Zusammenhang ist jedoch nicht gesichert. Eher besteht ein Zusammenhang zwischen einer ev. langfristigen Kortison-Behandlung und einer Minderung der Knochenqualität bis hin zur Steroid-Osteoporose ! Hier gibt es eine ganze Reihe von wichtigen Therapiemöglichkeiten. Dazu sollten Sie ihren Orthopäden befragen ! Mit freundlichen Grüßen !


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