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Therapie des Hallux valgus (Großzehenballen)

Prof. Dr. Tobolski

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© Prof. Dr. med. Oliver Tobolski Sporthomedic© Prof. Dr. med. Oliver Tobolski SporthomedicDer Hallux valgus mit schmerzhafter Ballenbildung über dem Großzehengrundgelenk ist eine der häufigsten Deformitäten des Vorfußes.

Durch Abweichung des ersten Mittelfußknochens nach innen kommt es zu einer Veränderung der Sehnenzugrichtung der Großzehe. Die Großzehe "kippt" nach außen ab, durch die Verlagerung des ersten Mittelfußköpfchens kommt es zu der schmerzhaften Ballenbildung.

Der für den Hallux valgus typische, schmerzhafte Ballen entsteht im wesentlichen durch das nach innen hervortretende Köpfchen des ersten Mittelfußknochens. Dieser Ballen führt zu einer Druckproblematik im Schuhwerk, es kommt zu wiederkehrenden Schwellungszuständen, Schmerzen und Entzündungen.

Im weiteren Verlauf und bei Fortschreiten der Fehlstellung kommt es zu einer zunehmenden Bedrängung der anderen Zehen, hier kann es zu Druckschäden und weiteren Fehlstellungen (Hammerzehe) kommen. Durch die Fehlstellung im Großzehengrundgelenk kann ein verfrühter Gelenkverschleiß eintreten (Arthrose). Eine weitere Komplikation ist das Auftreten von Schmerzen und Schwielenbildungen unter den Grundgelenken der anderen Zehen als Zeichen der Überlastung.

Bei dem vermehrt das weibliche Geschlecht betreffenden Hallux valgus handelt es sich meistens um eine anlagebedingte, erbliche Erkrankung, sie kann zudem durch hohe Absätze und enge Schuhe erheblich verstärkt werden.

Die Veränderungen beim Hallux valgus reichen von leichten Fehlstellungen bis hin zu rasch fortschreitenden, den ganzen Fuß betreffenden Verformungen. Wichtig ist es, die Operation stadiengerecht der vorliegenden Fehlstellung anzupassen.

Bei leichten bis mäßigen Fehlstellungen ist meistens eine Operation im Bereich des Mittelfußköpfchens in Kombination mit einem Weichteileingriff ausreichend. Hierbei kann das Grundgelenk erhalten werden, ggf. sogar ein pathologischer Gelenkwinkel korrigiert werden. (OP n. Austin/Chevron, Reverdin-Osteotomie). Hierbei kann der Patient postoperativ in einem speziellen Schuh ohne Unterarmgehstützen rasch mobilisiert werden.

Aber auch höhergradige Ausprägungen des Hallux valgus sind durch angepasste Operationsverfahren gut therapierbar.

Hier kann zum Beispiel eine basisnahe Umstellung des 1. Mittelfußknochens mit Stabilisierung durch eine winkelstabile Titanplatte in Kombination mit einem Weichteileingriff durchgeführt werden. Gegebenenfalls kann dieses Verfahren mit einem Vorgehen (wie oben beschrieben) am Mittelfußköpfchen kombiniert werden.

Bei extremen Fehlstellungen und einer Instabilität des Gelenkes des 1. Mittelfussknochens mit der Fusswurzel kann eine operative Stabilisierung dieses Gelenkes durchgeführt werden (Lapidus-Arthrodese). Auch dieses Verfahren kann sinnvoll mit anderen Techniken kombiniert werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


04.01.2018 - 12:58 Uhr

Sehr geehrter Prof.Dr.Tobolski, ich habe am...

von Silke F.

... rechten Fuß einen ausgeprägten Hallux valgus und mittlerweile auch schon eine sekundäre Arthrose. Da ich in hohen Schuhen nicht laufen kann, trage ich selten welche, vielleicht zweimal im Jahr. Ich stehe vier Tage die Woche circa neun Stunden auf den Beinen, trage aber bequeme Schuhe, trotzdem habe ich Schmerzen. Ich muss noch 14 Jahre arbeiten, übrigens habe ich in der rechten Hand eine Rhizarthrose. Wie soll es weitergehen?

Prof. Dr. Tobolski

Antwort vom Autor am 10.01.2018
Prof. Dr. med. Oliver Tobolski

Sehr geehrte Frau Silke F., vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Artikel im Experten-Ratgeber. Sehr gerne würden wir Ihnen in Ihrem Anliegen behilflich sein. Dazu empfehlen wir, einen Termin bei Herrn Hoppe, dem Fußspezialisten in unsere Praxis Sporthomedic, zu vereinbaren. Basierend auf der ärztlichen Untersuchung kann dann ein entsprechendes Therapiekonzept für sie erstellt werden. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören. Terminvereinbarung unter: 0221 39807980 oder online: https://www.sporthomedic.de/das-sporthomedic-team/


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