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Das jameda-Interview: 8 Fragen an Frau Birgit Böttcher

Frau Böttcher

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© BöttcherFrau Böttcher praktiziert als Heilpraktikerin für Psychotherapie in Düsseldorf. (© Böttcher)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Frau Birgit Böttcher interessante Fragen zu ihren Erfahrungen als Heilpraktikerin für Psychotherapie.

jameda: Frau Böttcher, was hat Sie motiviert, Heilpraktikerin für Psychotherapie zu werden?

Frau Böttcher: Ich habe lange Zeit in der Psychiatrie gearbeitet. Dort habe ich einerseits unendlich viel gelernt, wie psychische Krankheiten sich zeigen, entwickeln können und welche Auswirkungen das auf das Leben der Patienten haben kann. Andererseits ist in mir immer mehr der Wunsch gewachsen, den Patienten auch ohne Medikamente zu helfen – nur mit Kraft ihrer eigenen Psyche und ihrem eigenen Geist. Um das hinzubekommen, habe ich unzählige Fortbildungen besucht und tue das natürlich immer noch.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Frau Böttcher: Am meisten Freude macht es mir, wenn ich wirklich schnell komplexe psychische Probleme erfasse und sofort Ideen und Wissen parat habe, wie diese gelöst werden können. Wobei das dann nur die Hälfte der Miete ist, denn die viel größere Kunst ist es, all dies dann so zu vermitteln, dass es bei meinem Gegenüber so ankommt, dass dieser oder diese wirklich damit etwas anfangen kann und es umsetzten kann. Das erfordert viel Fingerspitzengefühl, Menschenkenntnis und oft auch Mut, denn das, was ich vorschlage, sage oder mache, ist nicht immer das, was erwartet wird.

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?

Frau Böttcher: Es gibt immer wieder die Vorstellung, dass der Therapeut alles richtet und der Patient bzw. Klient ein reiner Empfänger sei. Doch damit kommt man selten sehr weit. Besser ist es immer, den Klienten dazu zu befähigen, selbst wieder sein Problem steuern zu können, selbst zu seiner Lösung beizutragen – damit er oder sie die Kontrolle wieder zurückgewinnt und aktiv in das Geschehen eingreifen kann.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen? 

Frau Böttcher: Da ich davon ausgehe, dass es von Sitzung zu Sitzung besser wird, biete ich immer an, dass wenn dem nicht so ist, bei mir kurz angerufen werden darf zwischen den Sitzungen. So vermeide ich, dass jemand sich in irgend etwas verrennt, was ihm dummerweise vielleicht widerfahren ist – und somit vermeide ich dann auch, dass heilende Prozesse ins Stocken geraten. Rückfälle und Extra-Schleifen dürfen sein – wenn diese allerdings zu Verunsicherungen führen, muss das schnell aus der Welt geschaffen werden, damit es konstruktiv weitergeht.

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?

Frau Böttcher: Ich frage ihn, warum dies so geschehen ist. Wenn es Sinn macht, den Plan dann zu verändern, tun wir das, wenn er nur geschludert hat, „schimpfe ich“. :)

jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?

Frau Böttcher: Es ist so wichtig als Arzt und Therapeut sich seiner großen Einflussnahme bewusst zu sein. Das heißt, dass man penibel auf seine eigene Wortwahl achten muss, negative Prophezeiungen zu unterlassen hat und Hoffnung ausstrahlen muss bei gleichzeitigem Realistisch-Sein, um nur einige Dinge zu benennen, die so mancher Arzt noch nicht drauf hat, manch andere aber zum Glück schon.

© BöttcherImpressionen aus der Praxis Böttcher. (© Böttcher)jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?

Frau Böttcher: Oh, es gibt so viele. Die aktuellsten sind natürlich immer am meisten noch im Kopf. Aber eine Geschichte werde ich ganz sicher nicht vergessen: Eine ca. 80-järige Dame kam, weil sie seit acht Jahren Angst hatte, dass ihr Gebiss ihr aus dem Mund fällt. Sie erzählte dann, dass sie nur mit vorgehalter Hand sich unterhalten würde und sich fürchterlich schämen würde, wenn es denn wirklich passieren würde. Wir haben diese Angst innerhalb einer Sitzung auflösen können, Sie können sich gar nicht vorstellen, wie erleichtert diese Frau war. 

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Frau Böttcher: Für viele körperlichen Probleme gibt es eine psychische Ursache. Und viele körperliche und psychischen Probleme lassen sich mit dem richtigen Mind-Set unglaublich verändern oder lösen. Bevor dies vergessen oder verneint wird, sollte man sich wirklich umfassend informieren und den Kopf nicht zu früh in den Sand stecken. Aus meiner Sicht gibt es für alles eine Lösung - es ist nur manchmal ein wenig komplizierter als wir uns das wünschen. Genauso oft ist es aber auch viel einfacher als wir es uns manchmal vorstellen.

Zur Person

Ich biete Ihnen all mein Wissen und meine Erfahrung an, um Ihnen zu helfen. Wenn ich denke, dass ich Ihnen keine Hilfe sein kann, sage ich das unverzüglich. Umgekehrt erhoffe ich mir von meinen Klienten, dass sie mitarbeiten und ihrem Problem für die Dauer der Behandlung Priorität geben und viel Aufmerksamkeit schenken.

Zur Praxis

Meine Praxis befindet sich auf der Königsallee in Düsseldorf, also sehr zentral und vom Hauptbahnhof schnell zu erreichen. Wer nicht kommen kann oder will oder zu weit entfernt wohnt, kann gerne mit mir online arbeiten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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