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Das jameda-Interview: 10 Fragen an Herrn Dr. med. Jochen Klinga

Dr. Klinga

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© KlingaHerr Dr. Dr. med. Jochen Klinga ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in Alzey. (© Klinga)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. Jochen Klinga interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Facharzt für Psychiatrie & Psychotherapie.

jameda: Herr Dr. Klinga, was hat Sie motiviert, Facharzt für Psychiatrie & Psychotherapie zu werden? 

Herr Dr. Klinga: Zuhören, Beobachten und Empathie (in andere Menschen hineinversetzen) haben schon immer zu meinen Stärken gehört. Im Medizinstudium wurde mir dann schnell klar, dass ich mich in der „sprechenden Medizin“ spezialisieren wollte.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Herr Dr. Klinga: Freude macht es mir sowohl für Menschen in schwierigen Situationen da zu sein als auch die langfristige Begleitung auf ihrem Lebensweg. 

Die größte Herausforderung besteht für mich darin, meine eigenen Ideale einer guten Behandlung in Einklang mit den äußeren Zwängen zu bringen. Beispielsweise den Zwängen des Gesundheitssystems.

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?

Herr Dr. Klinga: (lacht) Naja, die psychiatrische Klinik hier am Ort wird von vielen Menschen immer noch als „Hoppla“ bezeichnet.

Das größte und schwierigste Vorurteil besteht immer noch darin das Menschen, die zum Psychiater oder zum Therapeuten gehen, als verrückt angesehen werden. Und – fast logischerweise – auch der Psychiater gilt als nicht ganz dicht.

Deshalb ist es vielen Menschen unangenehm, zum Therapeuten zu gehen,.Manche fühlen sich sogar als Versager.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen?

Herr Dr. Klinga: Das wichtigste ist, offen über Ängste und Erwartungen zu sprechen. Ich erlebe immer wieder das Missverständnisse entstehen. Dadurch dass Erwartungen an den Therapeuten oder die Behandlung nicht ausgesprochen werden.

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?

Herr Dr. Klinga: Zusammen überlegen woran es gelegen hat, welche Gründe dahinter stehen, Bedenken ausräumen, Alternativen erarbeiten. Meistens ist einfach Geduld gefragt. Oft hilft es auch die Angehörigen mit ins Boot zu holen.

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun? 

Herr Dr. Klinga: Ich wünsche mir, dass es mehr gemeinsames Denken gibt. Ärzte, Pflege, Krankenkassen und natürlich die Politik sehen sich oft als Konkurrenten und bekämpfen einander. Jeder schimpft auf den anderen. Ich würde mir wünschen, dass sich alle auf das gemeinsame Ziel konzentrieren, dem Patienten zu helfen.

Aus meiner Sicht ist davon aber nicht nur das Gesundheitssystem betroffen, sondern die gesamte Gesellschaft. Es wäre schön, wenn man mehr die Gemeinsamkeiten entdeckt und die Gräben überwindet.

jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?

Herr Dr. Klinga: Alle Menschen haben Schwächen. Eine besondere, ist aus meiner Sicht die Selbstgefälligkeit. Mehr Selbstkritik und mehr Offenheit für Veränderungen würden den Ärzten gut tun.

jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapien, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?

Herr Dr. Klinga: Ja, wir bieten in der Praxis eine Onlinesprechstunde an. Aus meiner Sicht ein wichtiger Schritt in die medizinische Zukunft. Maximale Diskretion, keine Anfahrtswege und keine Wartezimmer sind für mich hierbei ganz wichtige Argumente.

Ein nicht ganz neues, aber bei den niedergelassenen Ärzten selten angewendetes diagnostisches Verfahren sind die neuropsychologischen Testungen. Wir bieten eine ausführliche Diagnostik für verschiedene Bereiche.

jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Dr. Klinga: Nun, spektakuläre Erlebnisse wie in „Greys Anatomy“ oder im „Bergdoktor“ kann ich nicht bieten.

Die schönsten Momente sind die, in denen man spürt, mit den richtigen Worten für einen Menschen in Not da zu sein.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Herr Dr. Klinga: Bewegung, viel Gemüse, nicht rauchen und nicht trinken.

Nein, ernsthaft, ich denke das Ausgeglichenheit, Momente des Innehaltens und Über-sich-selbst-nachdenken extrem wichtig sind.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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