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Negatives Mindset ändern: So bestimmen Glaubenssätze unser Leben

Frau Trumpfheller

von
verfasst am

© pathdoc - fotoliaNegative Gedanken können unseren Alltag stark beeinflussen. Lernen Sie, wie Sie sich von Ihnen lösen können. (© pathdoc - fotolia)Sie denken bis zu ca. 80.000 Gedanken am Tag. Rund 60.000 bis 70.000 Gedanken davon sind alt, wiederum ca. zwei Drittel dieser sich wiederholenden Gedanken sind negativ. Was Sie tun können, um ein negatives Mindset zu verändern, erfahren Sie in diesem Artikel. 


Was wissen Sie über Ihr Mindset?

Der Begriff Mindset steht für Ihre Art zu denken. Es gibt zwei verschiedene Arten von Mindsets:
Das starre Mindset (Fixed Mindset) und das flexible Mindset (Growth Mindset).

Die meisten Menschen werden ab ihrer frühen Kindheit mit bestimmten Glaubenssätzen durch Familie, Schule und Medien „versorgt“. Denn feste Überzeugungen sollen die Orientierung in der Welt und im Alltag erleichtern. Soweit die gute Absicht.

Je früher wir die Glaubenssätze gelernt haben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie in unserem Gehirn fest verdrahtet sind. Das heißt, es gibt zu dieser Überzeugung viele und anatomisch relativ dicke Informationsautobahnen im Gehirn, die gut zu passenden Erfahrungen verlinkt wurden.

Mit anderen Worten: Diese Glaubenssätze sind wahr und werden nicht mehr hinterfragt. 

Sie sind so wahr wie jede prägende Aussage einer Gesellschaft, Kultur, Religion oder Wissenschaft nur sein kann, die unsere eigene Wahrnehmung so beeinflusst, dass wir unsere eigene innere Stimme nicht mehr hören können. Wir hören stattdessen verinnerlicht die Stimmen anderer, die uns sagen „wie es sich gehört und wie was sein soll“. Die Hawaiianer bezeichnen den Verstand interessanterweise wertfrei als „die Stimmen der anderen“.


Soziale Strukturen sind auf Sicherheit ausgerichtet

Sicherheit entsteht nicht durch starre Regeln, sondern durch Flexibilität. Die Logik, die dahintersteckt, lässt sich leicht veranschaulichen: Bei einem Erdbeben brechen meist Häuser mit einer starren Bausweise zusammen. Gebäude mit flexibler Bauweise bleiben stehen.

Was machen wir aber mit begrenzenden Glaubenssätzungen wie „Wenn ich keine Note 1 schreibe, bin ich ein Versager. Wenn ich mich nicht durchsetze, bin ich ein Schwächling.“ Oder etwas komplexer: „Wenn Geld den Charakter verdirbt, wie bewerte ich dann Erfolg?“

Sie können beobachten: Je mehr destruktive, begrenzende Glaubenssätze jemand verinnerlicht hat, desto starrer ist die Denkweise.

Oder anders ausgedrückt: Desto eher neigt derjenige zu Schwarz-Weiß-Denken, wobei Entweder-Oder-Sichtweisen seine Wahrnehmungen bestimmen.


© starfotograf - iStockAuch Leistungsdruck festigt sich in vielen Glaubenssätzen. (© starfotograf - iStock)Glaubenssätze sind eigentlich weder gut noch schlecht

Im Grunde sind sie vergleichbar mit einem internen Anti-Virenprogramm mit einer recht simplen Befehlsstruktur: Freundliche Menschen sind falsch, Männern kann man nicht trauen oder blonde Frauen sind dumm.

Der unbewusste Auftrag, Sie vor potentiellen Gefahren zu schützen, wird erfüllt. Das Gehirn läuft dank dieser Wahrnehmungsfilter auf „Autopilot“ und spart zudem Energie.

Wann werden Glaubenssätze zu einem Problem?

Glaubenssätze werden dann zu einem Problem, wenn Sie auf unnötigen Ängsten und Unsicherheiten aufgebaut sind. Das schließt nicht aus, dass diese Ängste irgendwann einmal im eigenen Leben oder im Leben der Eltern oder Großeltern berechtigt waren. 

Das Problem ist, dass viele übernommene Glaubenssätze unsere individuelle Entwicklung behindern, weil sie nahezu vollautomatisch unser Selbst- und Weltbild bestimmen.


Glaubenssätze sind die Grundpfeiler unserer Denkweise

Ein sicheres Anzeichen, dass Ihr Leben hauptsächlich auf „Autopilot“ geschaltet ist, ist das Gefühl, sich selbst im Kreis zu drehen oder sich selbst zu sabotieren, es aber nicht ändern zu können. Ab diesem Zeitpunkt erzeugen diese Grundüberzeugungen Stress, weil sie unserem eigentlichen inneren Kern nicht (mehr) entsprechen.


Kann man Glaubenssätze nicht einfach wieder auflösen?

Je früher die Glaubenssätze in Ihrem Gehirn abgespeichert wurden, desto stärker sind die neuronalen Verknüpfungen dazu. Das ist der Grund, warum Sie kognitiv wissen, dass bestimmte Denkweisen Sie blockieren und sie gleichzeitig nicht abgestellt werden können.

Mit Hilfe von neuroaktiver Klopfakupressur können unnötige Glaubenssätze und Ängste aufgrund der neuroplastischen Fähigkeit unseres Gehirns wieder zuverlässig dekonditioniert, also „verlernt“, werden. In Computersprache würde man sagen: Unnötige Programme deinstallieren.

Die beste Nachricht von allen: Diese Neuroplastizität bleibt bis in das hohe Alter erhalten.
Es ist also nie zu spät, etwas Altes zu verlernen. Um Ihre wichtigsten individuell blockierenden Glaubenssätze zu identifizieren, lohnt es sich, sie zu notieren.

Dabei helfen Ihnen Fragen wie:

  • Was denke ich generell über die Welt?
  • Ist sie für mich ein sicherer oder eher unsicherer Ort?
  • Was glaube ich über Menschen im Allgemeinen?
  • Kann man ihnen trauen?
  • Was glaube ich über mich?
  • Bin ich liebenswert, so wie ich bin?
  • Bin ich gut genug?
  • Was glaube ich, was ich darf, soll oder tun muss?
  • Muss ich immer perfekt sein?
  • Muss ich es immer allen recht machen?

Was haben Sie bereits über Ihr Mindset herausgefunden? Ist es eher flexibel oder eher starr, reflexhaft oder sogar selbstsabotierend?

Auch Albert Einstein sagte sinngemäß einmal: Nur wer anfängt, anders zu denken, kann mit Veränderungen rechnen.

Schon mal darüber nachgedacht? Vielleicht ist etwas anderes wahr. Dann wäre vielleicht vieles anders, wenn man wirklich denkt ...

Hat der letzte Satz Sie verwirrt? Sehr gut! Jede Veränderung Ihres Gehirns beginnt mit dem Moment der Verwirrung.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


11.01.2019 - 16:21 Uhr

Vielen Dank für den interessanten und anregenden...

von Alice K.

... Artikel!


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