Wirbelsäulenbeschwerden: Wann Eigenblut-Therapien (PRP) helfen können

Dr. Oetke

von
verfasst am

© psdesign1 - fotoliaWie funktioniert die Eigenblut-Therapie (PRP) bei Wirbelsäulenbeschwerden? (© psdesign1 - fotolia)Die Eigenbluttherapie wird in der Naturheilkunde seit rund 100 Jahren eingesetzt. In der Orthopädie ist dieses Verfahren noch nicht sehr weit verbreitet, stößt aber auf zunehmendes Interesse. Welche Wirbelsäulenleiden damit behandelt werden können und wie die PRP-Therapie abläuft, erklärt dieser Artikel.

Wann kann die Eigenplasma-Therapie sinnvoll sein?

Eigenblut kann insbesondere bei degenerativen Wirbelsäulenbeschwerden zum Einsatz kommen. So soll plättchenreiches Plasma (PRP) den Fortschritt einer Arthrose hinauszögern, Schmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern. Vor allem bei leichten bis mittelschweren Symptomen kann die Eigenbluttherapie helfen. Aber auch akute Verletzungen und Überlastungsschäden können mit PRP behandelt werden, denn Eigenblut soll die Heilung verletzter Weichteilstrukturen wie Muskeln und Sehnen beschleunigen. Deshalb wird das Verfahren auch im Profisport eingesetzt.

Plättchenreiches Plasma kann eine Alternative für Patienten sein, die Kortison-Spritzen nicht vertragen oder mögliche Nebenwirkungen umgehen wollen. Dabei kann es sinnvoll sein, die Eigenbluttherapie mit anderen Verfahren zu kombinieren, um die Wirksamkeit zu verbessern, die Behandlungen zu reduzieren oder die Abstände zwischen den Terminen zu verlängern.

Wirbelgelenksarthrosen werden häufig mit Physiotherapie oder entzündungshemmenden Medikamenten behandelt. Eine naturheilkundliche Begleittherapie kann dennoch durchgeführt werden. Mittlerweile hat die PRP-Therapie insbesondere in diesem Erkrankungsfeld einen festen Platz in der Behandlungsstrategie eingenommen.

Aber auch bei chronischen Rückenschmerzen infolge von Funktionseinschränkungen oder Instabilität von Bandscheibengewebe wird das plättchenreiche Plasma erfolgreich eingesetzt.

Wie läuft die Behandlung ab?

Zunächst nimmt der Arzt etwa 15 ml Blut ab, das im Labor aufbereitet wird. So lässt sich thrombozytenreiches Plasma (PRP) gewinnen, in dem viele Wachstumsfaktoren enthalten sind. Sie regen die Selbstheilungskräfte an.

Bei einer Wirbelgelenksarthrose beispielsweise verursachen Entzündungen an den Gelenkkapseln starke Schmerzen. PRP soll diesem Entzündungsprozess Einhalt gebieten und beschädigtem Gewebe bei der Regeneration helfen. In der Regel reichen drei bis vier Behandlungen in einem einwöchigen Abstand aus, um die erwünschten Effekte zu erzielen.

Die Spritze wird mit bildgebender Unterstützung verabreicht. So sieht der Arzt genau, wo sich die Nadel befindet und kann sie an der exakten Stelle platzieren. Das ist wichtig, um unerwünschte Nebeneffekte zu vermeiden.

Nebenwirkungen sind in der Praxis sehr selten zu beobachten, da es sich bei PRP um eine körpereigene Substanz handelt. Theoretisch können aber allergische Reaktionen, Abszesse und Infektionen auftreten.

Auf einen Blick

Schmerzen: Die Injektion ist unangenehm, aber gut erträglich.
Betäubung: keine
Übernahme der Krankenkasse: Wie bei vielen naturheilkundlichen Behandlungen tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Eigenbluttherapie in der Regel nicht.
Studienlage: Bislang haben einige evidenzstarke Untersuchungen eine eindeutige Wirkung der Eigenbluttherapie insbesondere bei großen Gelenken nachgewiesen. Mehr Studien sind erforderlich, um die Effekte des Verfahrens weiter zu bestärken.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel?
12
Interessante Artikel zum Thema „Rückenschmerzen”

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Ihr Name(wird veröffentlicht)
Ihre E-Mail(wird nicht veröffentlicht)
Ihr Kommentar(wird veröffentlicht)
 
Ich akzeptiere die Nutzungsrichtlinien und AGB der jameda GmbH und habe die Datenschutzerklärung gelesen.
  

Kommentare zum Artikel (5)


26.05.2020 - 14:43 Uhr

Hab mir das Eigenblut vor kurzem in die...

von Kn

... Bandscheibe und an den Vorfall spritzen lassen und habe nach 4 Tagen so heftige Schmerzen bekommen mit Ausstrahlung ins Bein und Ausfallerscheinungen beim gehen. Das neue MRT zeigt einen massiven Vorfall!! Frage: was tun operieren oder abwarten? Ist der komplette Kern nun ausgetreten? Oder ist Kern plus das Gespritze ausgetreten? Danke für eine Info

Dr. Oetke

Antwort vom Autor am 03.06.2020
Dr. med. Oliver Oetke

Sehr geehrter Patient, vielen Dank für Ihren Kommentar. Grundsätzlich muss eine Bandscheibenvorfall nicht operiert werden, wenn keine relevanten neurologischen Ausfälle bestehen. In diesen Fällen ist ein konservativer Therapieversuch gut vertretbar, z.B. mit Blutplasma. Sollte die gezielte Applikation von Medikamenten/Blutplasma an die betroffenen Strukturen nicht wirken oder generell konservative Maßnahmen über einen Zeitraum v. 6-12 Wochen keine Verbesserung der Beschwerden erzielen, ist eine operative Lösung in Erwägung zu ziehen. Zur Beurteilung Ihrer individuellen Situation bedarf es einer persönlichen Vorstellung in meiner Praxis in München mit Vorlage der aktuellen Diagnostik, v.a. MRT der LWS. Wenn das für Sie umsetzbar erscheint, wenden Sie sich bitte an meine Administration zur Koordinierung einer Ersttermins. Mit besten Grüßen, Dr. O.Oetke

27.01.2020 - 16:05 Uhr

Sehr geehrter Dr. Oetke, ich wohne südlich von...

von Karin S.

... Hamburg und suche einen Arzt/orthopädisches Zentrum im nord- oder mitteldeutschen Raum, das die PRP-Therapie anbietet. Bisher habe ich nur Adressen in Bayern gefunden. Vielleicht kennen Sie ja einen Kollegen, der näher an meinem Wohnort praktiziert und mir helfen kann. Mit freundlichem Gruß Karin S.

Dr. Oetke

Antwort vom Autor am 30.01.2020
Dr. med. Oliver Oetke

Sehr geehrte Frau S., Danke für Ihre Nachricht. Leider ist mir kein Kollege in ihrer unmittelbaren Region südlich von Hamburg bekannt, der die PRP-Therapie durchführt. Mit freundlichen Grüßen, Dr. O. Oetke

16.01.2020 - 21:41 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren, durch meine...

von Lothar M.

... Spinalkanalstenose kann ich nicht mehr stehen und gehen. 6x bin ich an der LWS durch Dekompressionen operiert worden. Bisher keine Besserung. Nur noch große Schmerzen. Können Sie mir Helfen? Ich bin 79 Jahre alt und von Beruf Maurermeister und Fliesenlegermeister gewesen. Mit freundlichen Grüßen Lothar M.

Dr. Oetke

Antwort vom Autor am 17.01.2020
Dr. med. Oliver Oetke

Sehr geehrter Herr M, ich kann Ihnen anbieten, sich bei mir vorzustellen, um das Beschwerdebild zu analysieren. Im Anschluss daran werden wir sehen, ob die genannte Therapie eine Hilfestellung für Sie sein kann. Falls Sie sich dazu entscheidensollten, uns im ORTHOSPINUM zu besuchen, dann bringen Sie bitte alle aktuellen Unterlagen inkl. MRT der LWS mit. Mit freundlichen Grüßen, Dr. O. Oetke

04.11.2019 - 01:56 Uhr

Bitte um schnelle Hilfe op Bwk 11/12. mit Stangen...

von Sonja

... und Schrauben Mittlerweile auch bwk4/5 in Mitleidenschaft gezogen Bildung einer skorliolse rücken rechts 5 cm tiefer wie links trotz starker Tabletten die nicht mehr helfen hinzu Arm ulnaris Nerv zertrümmert und verlegt xa5-6 mal ist auch noch nicht in Ordnung ich bitte nur um Hilfe wenn es auch eine op sein muss Hauptsache ich werd wieder bin erst 44 u würde so gern wieder arbeiten he hat en können. Würd mich schnell über eine Antwort freuen Lg Sonja

04.03.2019 - 13:20 Uhr

Das hört sich gut an. Bin selber betroffen von...

von Martina A.

... Facettengelenkarthrose, über Jahrzehnte, von Geburt an Skoliose, habe alle Therapien mitgemacht, keine Erfolge, Tens ich brauch Hilfe, danke. Bitte, ich suche einen Arzt, der mir hilft, ich kann nicht laufen, 1 stunde am tag, dann lege ich mich hin. Kann keine Kiste tragen oder mich bücken, ganz schlimm, will wieder Lebensqualität, Hilfe Aufnahmen habe ich.


Inhaltssuche

Durchsuchen Sie sämtliche Artikel auf jameda. Wenn Sie auf der Suche nach Ärzten oder Heilberuflern sind, geht es hier zur Arztsuche

Passende Behandlungsgebiete

Ärzte für spezielle Behandlungsgebiete

jameda Behandlungsgebiete