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Fettabsaugung an Po und Oberschenkeln: Ablauf und Nachsorge

Dr. Koeller-Bratz

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© Maksim Šmeljov - FotoliaEine Fettabsaugung sollte niemals eingesetzt werden, um Übergewicht zu behandeln (© Maksim Šmeljov - Fotolia)Für viele Frauen sind Fettdepots an Oberschenkeln und Gesäß Problemzonen. Hier ist das Unterhautfettgewebe oft besonders hartnäckig, auch bei regelmäßigen sportlichen Aktivitäten. Es lässt sich meist nicht durch Kalorienverbrauch beseitigen und belastet daher besonders.

Eine Fettabsaugung findet meist aus ästhetischen Gründen statt. Das Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität durch eine neue Körperkontur und oftmals auch durch bessere Beweglichkeit.

Die Behandlungsmethode ist nicht zur Reduktion von Übergewicht geeignet. Eine straffe und elastische Haut ist Voraussetzung für ein erfolgreiches Ergebnis, da sich die Haut so optimal an die neue Körperform anpassen kann.

Ablauf der Behandlung

Fettabsaugungen finden normalerweise ambulant statt. Nur bei aufwendigeren Eingriffen kann es zu einem Klinikaufenthalt von ein bis zwei Tagen kommen. Fettabsaugungen an Oberschenkeln und Gesäß können in Vollnarkose oder in lokaler Betäubung durchgeführt werden. Vor dem Eingriff werden die zu entfernenden Fettpolster auf der Haut gekennzeichnet. 

Die am häufigsten genutzte Methode für die Fettabsaugung beginnt mit kleinen, möglichst versteckt platzierten Einschnitten an der entsprechenden Körperstelle, wie zum Beispiel in der Gesäßfalte. Zunächst wird eine Flüssigkeit mit Betäubungsmittel und Adrenalin in die Areale injiziert, um die Gefäße zu verengen und die Absaugung zu erleichtern. Sie dient auch dazu, hohen Blutverlust und Blutergüsse zu vermeiden.

Anschließend wird die Kanüle eingeführt, die die Hüllen der 0,5 bis 2 cm großen Fettzellen zerstört und die überschüssigen sogenannten Fettträubchen mit Hilfe einer Vakuumpumpe heraussaugt.

Der Plastische Chirurg misst die Menge des entnommenen Fetts, sodass das Fett an beiden Oberschenkeln oder beiden Seiten des Gesäßes gleichmäßig abgesaugt werden kann. Nach dem Eingriff wird der Hautschnitt genäht oder verklebt. Die Behandlung kann, je nach Ausmaß, zwischen 20 Minuten und zwei Stunden dauern.


Wie sieht die Nachsorge aus?

Direkt nach der Behandlung werden eine Miederhose, Stützstrümpfe oder Bandagen über die behandelten Bereiche gezogen. Sie sollen verhindern, dass Knoten oder Narbengewebe entstehen. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, müssen sie vier bis sechs Wochen getragen werden. Nach der Fettabsaugung kann es zu Schmerzen und Blutergüssen kommen, die innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen verschwinden.

Gegen die Schwellungen, die sich nach wenigen Wochen zurückbilden, hilft Kühlen. Durch die Flüssigkeitszufuhr kann das Körpergewicht die ersten Tage nach dem Eingriff sogar erhöht sein, bevor es sich nach etwa einer Woche wieder normalisiert.

Ungefähr eine Woche nach der Behandlung ist eine Kontrolluntersuchung nötig. Das endgültige Ergebnis ist erst nach sechs bis neun Monaten zu beurteilen.

Im Anschluss der Fettabsaugung kann es für wenige Tage zu Arbeitsunfähigkeit kommen. Auf Sport und übermäßige Belastungen des behandelten Bereichs sollte einige Wochen verzichtet werden.

Im Vergleich zu anderen Operationen sind die Risiken einer Fettabsaugung sehr gering. Wird der Eingriff von einem Plastischen Chirurgen vorgenommen und die Kompressionskleidung konsequent getragen, lassen sich äußerliche Unebenheiten vermeiden. 

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


17.05.2018 - 21:39 Uhr

Hallo, ich leide seit 20.Jahren an...

von Milica P.

... Thrombozytopenie (Morb. Werlhoff) und nehme auch seit dem Cortison ,mal low dosis - mal höher dosiert. Habe mittlerweile auch schon fortgeschrittene Lipödeme. Bin 53 Jahre alt und würde mir gerne die Beine absaugen lassen, denn die sehen wie bei einer alten Frau aus. Meine Frage ist ,ob ich denn nicht in diesem Fall Anspruch auf Kostenübernahme durch die Krankenkasse habe ,da ich doch leider diese Autoimmunerkrankung habe die nur mit Cortison behandelt werden kann ,und das auf Jahre und über Jahre. Genau gesagt 20 Jahre und mehr. Muss denn erst ein Arzt die Diagnose stellen dass es Lipödeme sind oder kann ich direkt zur Krankenkasse einen Antrag stellen? Oder kann ich wegen der Diagnose auch zu ihnen kommen, so dass ich dann den Antrag bei der Krankenkasse stellen kann? Für eine baldige Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar. Danke im voraus . lg.

Dr. Koeller-Bratz

Antwort vom Autor am 23.05.2018
Dr. med. Miriam Koeller-Bratz

Sehr geehrte Patientin, gerne können Sie sich in meiner Sprechstunde vorstellen und ich berate Sie zu diesem Thema ausführlich. Ein Attest kann dann auch ggf. ausgestellt werden. Bitte vereinbaren Sie einen Termin unter 0221-398 997 65 oder info@plastische-chirurgie-nrw.com Mit freundlichen Grüßen, Dr. M. Koeller-Bratz


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