Hormonfreie Verhütung mit der Kupferkette – Ablauf und Vorteile des Einsetzens

Die Kette stellt eine langfristige und sichere Alternative zu den gängigen Verhütungsmitteln dar. (© matka-Wariatka - iStock)

  Warum wünschen sich viele Patientinnen die Kupferkette?

Viele Patientinnen haben schlechte Erfahrungen mit hormoneller Verhütung gemacht, insbesondere die möglichen Nebenwirkungen der Pille – wie etwa Gewichtszunahme, Depressionen, Hautprobleme oder Libidoverlust – schrecken viele Patientinnen ab. Gerade junge Frauen wünschen sich einerseits eine hormonfreie Verhütung, andererseits besteht aufgrund der persönlichen Lebensplanung langfristig noch kein Kinderwunsch. Eine hormonfreie Langzeitverhütung wie die Kupferkette ist insofern die ideale Lösung.

 Wie wirkt die Kupferkette?

Wie andere auf Kupfer basierende intrauterine Langzeitverhütungen, etwa der Kupferperlenball oder die Kupferspirale, setzt die Kupferkette in der Gebärmutterhöhle Kupferionen frei, die die Spermienbeweglichkeit hemmen und die Einnistung einer Eizelle verhindern. Der natürliche hormonelle Zyklus der Frau wird dabei nicht beeinflusst, z. B. der Eisprung nicht unterdrückt. Daher braucht man nach Entfernung der Kupferkette auch keine „Anlaufphase“ für die Realisierung des Kinderwunsches. Denn der natürliche Zyklus nebst Eisprung war die ganze Zeit über unbeeinflusst und die Frau kann somit sofort wieder schwanger werden.

 Hat die Kupferkette Einfluss auf die Menstruation?

Die Menstruation wird durch Hormone gesteuert, die ihrerseits durch Hormone in der Antibabypille beeinflusst werden können. Diese Beeinflussung fehlt bei der Kupferkette und die Patientin hat mit der Kupferkette ihren eigenen natürlichen Menstruationszyklus. In den ersten Wochen nach dem Einsetzen kann die Kupferkette bei einigen Patientinnen zu Schmierblutungen vor und nach der Menstruation führen, dieser Effekt gibt sich jedoch mit der Zeit.

 Hat die Kupferkette Einfluss auf die Menstruation?

Im Vergleich zu anderen Kupferverhütungsmethoden – wie etwa der Kupferspirale und dem Kupferperlenball – ist die Kupferkette schmaler und flexibler. Dadurch wird die Schleimhaut der Gebärmutter weniger gereizt und Beschwerden wie Blutungsverstärkung und schmerzhaftere Menstruation treten im Vergleich zur klassischen Kupferspirale praktisch nicht auf. Dadurch ist die Kupferkette insbesondere für junge Frauen sehr geeignet. Statistisch ist die Kupferkette mit großem Abstand die beliebteste Kupferverhütung bei jungen Frauen in Deutschland.
 

 Wie wird die Kupferkette eingesetzt?

Zunächst wird im Rahmen einer Voruntersuchung geprüft, ob die Kupferkette bei der Patientin in Betracht kommt. Dabei werden unter anderem eine Chlamydieninfektion ausgeschlossen und durch Ultraschall die Wandstärke der Gebärmutter vermessen. Sodann erfolgt eine Aufklärung über den Einlagevorgang. Die Einlage selbst wird dann während der Menstruation vorgenommen, da zu diesem Zeitpunkt der Muttermund etwas geöffnet ist. Wichtig ist hier, dass bei Frauen, die noch keine Kinder geboren haben, und insbesondere bei jungen Frauen eine lokale Betäubung am Muttermund durchgeführt werden sollte, damit die Einlage besonders schmerzarm ist. Die Einlage selbst dauert insgesamt nicht mehr als 10 Minuten und die Patientin kann anschließend sofort wieder nach Hause gehen.

 Wie lange liegt die Kupferkette?

Die Kupferkette bietet volle 5 Jahre Verhütungsschutz. Hat die Patientin zuvor schon einen Kinderwunsch, kann die Kupferkette auch schon früher entfernt werden. Dies wird von vielen Frauen sehr geschätzt. Denn der Eisprung wird – im Gegensatz zu hormonellen Verhütungsmitteln – durch die Kupferkette nicht unterdrückt bzw. beeinflusst. Daher kann ein Kinderwunsch nach Entfernung der Kupferkette sofort und ohne „Wartezeit“ realisiert werden. Gerade bei langjähriger hormoneller Verhütung kann es sonst nach dem Absetzen der Pille eine etwas längere Zeit dauern, bis der Menstruationszyklus inklusive Eisprung wieder funktioniert, was insbesondere bei bestehendem Kinderwunsch sehr belastend sein kann.
 

 Wie wird die Kupferkette entfernt? 

Idealerweise erfolgt die Entfernung wieder zum Zeitpunkt der Menstruation, da der Muttermund sodann etwas geöffnet ist. Falls gewünscht, kann die Entfernung erneut in lokaler Betäubung erfolgen, was aber im Regelfall nicht erforderlich ist. Die Kupferkette selbst wird einfach an dem aus dem Muttermund heraushängenden Faden gefasst und gezogen. Sofern der Faden nicht am Muttermund sichtbar ist – was gar nicht so selten vorkommt – kann die Kupferkette trotzdem problemlos mit einer schmalen Fasszange aus dem Gebärmutterhals geborgen werden.

 Eignet sich die Kupferkette zur Notfallverhütung?

Die Kupferkette ist genau wie der Kupferperlenball oder die Kupferspirale zur Notfallverhütung geeignet. Die Kupferkette kann bis zu 120 h, also 5 Tage, nach einer Verhütungspanne eingelegt werden. Die Wirksamkeit zur Verhinderung einer Schwangerschaft ist mit 99 % dabei höher als bei einer „Pille danach“. Als Notfallverhütung kann die Einlage auch außerhalb der Menstruationsblutung mit örtlicher Betäubung erfolgen. Der Vorteil für die Patientin besteht darin, dass sie mit der Notfallverhütung auch zugleich eine sichere Verhütung für die nächsten 5 Jahre erhält.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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