Asthma mit Vitamin D behandeln

Dr. Mutschler

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© Amir Kaljikovic - Fotolia.com© Amir Kaljikovic - Fotolia.comVitamin D ist kein gewöhnliches Vitamin. Es wird Sonnen-Vitamin genannt, weil seine Produktion durch die Sonneneinstrahlung im menschlichen Körper angeregt wird. Es unterscheidet sich von anderen Vitaminen auch darin, dass sein Bedarf sich schwieriger über die Nahrung decken lässt. Obwohl die Wichtigkeit von Vitamin D für unsere Gesundheit heute unstrittig geworden ist, so sind die offiziellen Richtlinien über den täglichen Deckungsbedarf immer noch weitgehend zu niedrig gehalten. Dabei wird Mangel an Vitamin D unter anderem mit erhöhtem Erkrankungsrisiko an Asthma assoziiert.

Schwerer Asthmaverlauf bei Kindern mit Vitamin D-Mangel

Eine Studie aus dem Jahr 2010 untersuchte den möglichen Zusammenhang zwischen asthmatischen Anfällen bei Kindern und ihren Vitamin D-Blutwerten. Es wurden 1024 an Asthma erkrankte Kinder über einen Zeitraum von vier Jahren begleitet. In der Anfangsphase der Studie wurde beobachtet, dass Kinder mit einer Vitamin D-Insuffizienz anfälliger für schwere Asthmaanfälle waren als die Kinder mit besseren Vitamin D-Blutwerten.

Einsatz von Vitamin D bei Behandlung von Asthma

Vitamin D birgt viele positive Eigenschaften für unsere Gesundheit. Zuerst hat man seine Rolle für Prävention und Behandlung von Erkrankungen des Knochenapparates betont. Die Wirkung des Sonnenvitamins geht allerdings weit darüber hinaus und umfasst solche Leiden wie Krebs, Autoimmunerkrankungen, Grippe, Asthma und Depressionen, um nur einige zu nennen.

Infolge von Untersuchungen an Vitamin D wurde seine interessante Eigenschaft ausgemacht. Es scheint wahrscheinlich zu sein, dass das Vitamin in der Lage ist, ein spezifisches Gen zu regulieren, welches über 200 antimikrobielle Peptide produziert. Einige dieser Peptide zeigen eine Wirkung, die der Wirkung von Breitbandantibiotika ähnelt. Zusätzlich wird durch Vitamin D das Immunsystem gestärkt, was ein essentieller Bestandteil der Behandlung von Asthma ist. Diese beschriebenen Eigenschaften machen aus Vitamin D eine natürliche Behandlungsmethode bei Asthma, welche zweifelsfrei eine größere Aufmerksamkeit verdient.

Asthma-Forscher vermuten, dass die gewöhnlichen medikamentösen Asthma-Therapien ernste Nebenwirkungen für die Gesundheit verursachen können. Das Medikament Salmeterol wird z. B. mit einem erhöhten Risiko für Herzkrankheiten und Osteoporose in Verbindung gebracht. Aus diesem Grund ist es enorm wichtig, die einfache und sicherere Therapie durch die Optimierung von Vitamin D-Werten zu erproben, um den Anmarsch der Asthmaepidemie unter unseren Kindern zu stoppen.

Die Versorgungssituation mit Vitamin D ist in Deutschland alarmierend

Nach Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Nahrung (DGE) beträgt der tägliche Bedarf bei Erwachsenen 200 I.E und bei Kindern 400 I.E. Durchschnittlich werden in Deutschland allerdings nur 100 I.E Vitamin D über die Nahrung aufgenommen. Bei 82 % der Männer und 91 % der Frauen in Deutschland wurde Vitamin D-Mangel festgestellt. Laut Prof. Worm erreicht der Vitamin D-Mangel in sonnenarmen Monaten bei Kindern Spitzenwerte von rund 80 % (und bei Erwachsenen von rund 70 %)! Das macht aus den Menschen primäre Kandidaten für eine Menge von Gesundheitsproblemen, die in Verbindung mit Vitamin D-Mangel stehen - und eines hiervon ist Asthma.

Mütter können Vitamin D-Werte ihrer Kindern verbessern

Unter diesen Umständen ist es nicht weiter überraschend, dass der Vitamin D-Mangel auch viele Mütter betrifft, die dadurch auch vom erhöhten Asthmarisiko betroffen sind. Eine Studie von 2007 zeigte auf, dass eine nährstoffarme Ernährung und ein Mangel an Vitamin D in der Schwangerschaft determiniert, ob das Kind ab dem Alter von fünf Jahren eine asthmatische Erkrankung entwickeln wird.

Was Sie wissen müssen, bevor Sie mit der Optimierung des Vitamin D-Spiegels beginnen

Bevor Sie mit einer Vitamin D-Ergänzung bei sich oder Ihrem Kind beginnen, sollten Sie auf jeden Fall die aktuellen Vitamin D-Werte in einem Bluttest ermitteln lassen. Beachten Sie auch bitte, dass der optimale Bedarf an Vitamin D eine individuelle Angelegenheit ist. Er hängt von verschiedenen Faktoren ab wie zum Beispiel:

  • Hautfarbe
  • Wohnort
  • wie viel Sonnenlicht Sie auf regulärer Weise ausgesetzt sind
  • Ernährung und Lebensstill
  • Gesundheitszustand

Quellen
1. Link zu Studie:
Serum vitamin D levels and severe asthma exacerbations in the Childhood Asthma Management Program study http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20538327
2. Bericht über die Studie:
Insufficient vitamin D tied to severe asthma attacks Insufficient vitamin D tied to severe asthma attacks http://www.reuters.com/article/2010/06/23/us-vitamind-asthma-idUSTRE65M5E920100623

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (4)


27.01.2014 - 12:32 Uhr

asthmatikerin und habe starke Arthrose usw...,...

von m.

... mein Hautbild hat sich auch sehr verändert!??? herzliche Grüße Maria

Dr. Mutschler

Antwort vom Autor am 28.01.2014
Dr. med. Rainer Mutschler

Es gibt viele sinnvolle Behandlungsansätze auf natürlichem Wege. Ihr Vitamin D messen lassen ist unter anderen der erste Schritt im Labor,- auch bitte immer den Darm bedenken, mit zu behandeln. Lesen Sie dazu gerne auch nach auf dem www.biomedizin-blog.de

06.12.2013 - 18:26 Uhr

Ich bin für eine Vitamin-D-Verordnung bei...

von Hekga

... Kassenpatienten und bitte um Aufklärung über die Wichtigkeit des Präparates bei Asthmamitteleinnahme.

Dr. Mutschler

Antwort vom Autor am 09.12.2013
Dr. med. Rainer Mutschler

Es wird immerhin schon in der Rheumatologie Vitamin D gemessen und gegeben. Asthmakranke bekommen das derzeit leider noch viel zu wenig von der Schulmedizin verordnet. Dabei ist es nicht so teuer..... Sie können sich zum Thema Vitamin D auch auf dem www.biomedizin-blog.de Informationen besorgen.

10.11.2013 - 18:35 Uhr

Sehr geehrter Dr. Mutschler, Ich bin 56 Jahre und...

von Judith

... leide an einer Milbenallergie und Asthma. Die Aussage der Experten, dass es Asthamtikern in den Wintermonaten am schlechtesten geht, weil da die Allergenkonzentration am höchsten ist, passte immer nicht recht zu meinen Erfahrungen, da mein Schlafzimmer nicht beheizt wird, auch bei sehr kalten Temperaturen viel gelüftet wird und ich im Herbst immer eine Großreinigung und Behandlung mit dem Akarizid Tresan von Avantal durchführe. Mein Befinden wurde jedoch immer schlechter, desto kälter und herbstlicher bzw. winterlicher es draußen wurde. So benötigte ich auch in diesem Spätherbst bereits viel Spray und bekam die Symptome trotzdem nicht ganz weg (Husten, und von der ewig verstopften und therapieresistenten Nase ganz zu schweigen). Dann jedoch ging es mir trotz spätherbstlichen Wetters ganz plötzlich besser, und ich benötigte fast gar kein Spray, wofür ich überhaupt keine Erklärung fand. Bis ich einen Artikel fand, in dem über einen möglichen Zusammenhang zwischen Vitmin D-Mangel und Asthma-Symptomen berichtet wurde. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen, denn ich hatte seit kurzem beim Hautarzt eine Lichttherapie mit UV-B wegen meiner Psoriasis begonnen. Dieser Gut-Zustand hält nun schon seit mehreren Wochen an, da die Lichttherapie noch läuft. Nun würde ich natürlich gerne mein Asthma auch in Zukunft mit einer angemessenen Vitamin-D-Versorgung behandeln, aber nicht unkontrolliert. An wen kann ich mich wenden, oder könnte ich an einer Studie teilnehmen, die sich genau mit diesem Thema beschäftigt? Mit freundlichen Grüßen J.

Dr. Mutschler

Antwort vom Autor am 09.12.2013
Dr. med. Rainer Mutschler

Es ist ganz einfach im Blut-Labor zu messen, wie Ihr Serumspiegel für Vitmin D ist. Daran lässt sich ganz einfach ableiten, wieviel Sie davon nehmen müssen. In der Rheumatologie ist es schon in der Schulmedizinischen Therapie angekommen, das es sinnvoll ist, Vitamin D zu nehmen. Leider wird im Allgemeinen viel zu niedrig dosiert. Studien in USA haben gezeigt, dass es anfangs nötig ist, nicht nur 1-2 x /Woche 20.000 IE zu nehmen, sondern täglich für einen begrenzten Zeitraum.Langzeitstudien beobachten derzeit die hilfreiche Wirkung von 5000IE als Erhaltungsdosis täglich. Schaen Sie sich in Ihrer Umgebung um und fragen Ärzte oder Therapeuten an, wo Sie Ihren Blutlaborspiegel gemessen bekommen. Studien wie in USA laufen derzeit in Deutschland nicht. Verordnungen bekommen Sie vom Arzt oder Heilpraktiker, - immer sollte das Laborgesteuert bleiben!

06.07.2013 - 09:10 Uhr

Es gibt mittlerweile Vitamin D-Tests in der...

von Silke

... Apotheke. Sind dieses genauso sicher wie der Test beim Arzt. Bzw. ist dieser Test zu Hause einfach durchzuführen?

Dr. Mutschler

Antwort vom Autor am 08.07.2013
Dr. med. Rainer Mutschler

Nun, ich will diese Tests nicht einfach schlecht heißen, weil ich bislang keinen direkten Vergleich habe. Doch bin ich einfach kritisch und glaube, es sind die standardisierten Verfahren in einem guten medizinisch-klinischen Labor verlässlicher und damit die Ergebnisse aussagekräftiger ......


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