So tankt man richtig Vitamin D

Frau Strüber

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© (c) Syda Productions - fotoliaDie Haut nimmt Vitamin D durch den direkten Kontakt mit Sonnenlicht auf (© (c) Syda Productions - fotolia)Wir sehnen den Sommer herbei, denn Wärme und Sonne machen fröhlich und die Sonne spendet Vitamin D, was Gesundheit und Wohlbefinden erhält. Damit könnte man für den Körper alles richtig machen, allerdings sind viele Ratschläge im Umlauf, die Sonnenbaden für die Vitamin D- Aufnahme unmöglich machen.

Vitamin D- Vorrat: Die Sonne

Vitamin D wird über UVB-Strahlen aufgebaut, die direkt auf die Haut treffen. In der Haut wird das Hormon Cholecalciferol (Vitamin D) gebildet. Die UVB-Strahlen sind kurzwellig und treffen erst in einem Sonnenstandswinkel von 42 Grad auf der Haut auf. In Europa steht die Sonne nur in den Monaten von April bis September in diesem Winkel zur Erde und nur in der Mittagszeit ist der Stand der Sonne so hoch, dass ein Vitamin D-Sonnenbad überhaupt möglich ist. 

10 Minuten, unbekleidet und ohne Sonnenschutz in der prallen Mittagssonne sind die optimale Vitamin D- Sonnendusche - für viele unvorstellbar.
Das „richtige“ Vitamin D- Sonnenbad ist ausschließlich in der Mittagszeit möglich, eine Tageszeit, die in der Regel mit Arbeit, Mittagessen und dem Aufenthalt in geschlossenen Räumen verbracht wird. Außerdem hat sich eingeprägt, dass ungeschützter Sonnengenuss das Hautkrebsrisiko fördert, sodass Sonnenschutzmittel zum Einsatz kommt. Sonnenbrille, Sonnenschutzfaktor und hinterher eine Dusche mit Lotion für die Hautpflege - all dies fördert eine gesunde Sonnenbräune, so erklärt es die Werbung. Die Vitamin D- Aufnahme hat bei all diesen Schönheits-Maßnahmen keine Chance.
Etwa 60 Prozent der deutschen Bevölkerung sind mindestens in den Wintermonaten nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt. Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts und des Max-Rubner-Instituts haben festgestellt, dass jeder fünfte in Deutschland sogar einen schweren Mangel aufweist.

Umgang mit der Sonneneinstrahlung

Menschen mit einer hellen Haut sind sonnenempfindlich, Menschen mit einem dunklen Hauttyp vertragen mehr Sonne. Gewöhnen Sie Ihre Haut bereits im Frühling an die Sonne, indem Sie sich draußen aufhalten und die Sonne genießen. Übertreiben Sie es nicht. Wenn Sie spüren, dass sich die Haut rötet, gehen Sie in den Schatten oder Sie kleiden sich an, damit die Sonne nicht auf die Haut trifft. Für weitere Aufenthalte in der Sonne benutzen Sie Sonnenschutzcremes (bitte hier die Einwirkzeiten beachten).

Für ein Vitamin D- Sonnenbad brauchen Sie keine Sonnencreme. Diese verhindert ab Sonnenschutzfaktor 15 ebenso wie das Glas von Fenstern, Kleidung und Sonnenbrille, dass die UVB-Strahlung auf die Haut trifft. Auch die Netzhaut des Auges nimmt die UVB-Strahlen auf, so dass die Sonnenbrille ebenfalls eine Barriere bildet. Verzichten Sie nach dem Sonnenbad für 4 bis 6 Stunden auf die Dusche, damit sich das Hormon Cholecalciferol in der Haut bilden kann. Wenn dies unmöglich ist, vermeiden Sie beim Duschen die Seife bzw. das Duschgel am ganzen Körper. Arme, Bauch, Beine und Rücken sollten lediglich mit Wasser in Berührung kommen.
Helle Hauttypen nehmen mehr UVB-Strahlung auf als dunkle Hauttypen. Durchschnittlich sind 10 Minuten ausreichend, die mit möglichst wenig Kleidung am Körper genossen werden sollten. Eine längere Sonneneinstrahlung erhöht die Vitamin D- Bildung nicht. Wer länger in der Sonne liegt, sollte Hautschutz ernst nehmen. Je länger Sie sich ungeschützt der Sonne aussetzen, desto höher ist das Risiko für Hautkrebserkrankungen.

Was Vitamin D bewirkt

Das Hormon Vitamin D unterstützt das Immunsystem im Körper, wodurch Abwehr- und Gesundungskräfte gestärkt werden. Langandauernde Therapien wie bei Diabetes, Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Osteoporose und dem Restless-Legs-Syndrom können durch Vitamin D unterstützt werden. Voraussetzung: Sie kennen Ihren Vitamin D- Status. Eine Blutuntersuchung macht rasch deutlich, ob Sie unter einem Vitamin D- Mangel leiden oder gute Werte haben. Ein Mangel lässt sich ausgleichen: durch entsprechende Vitamin D-Präparate im Winter und angemessene Sonnenbäder im Sommer.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (2)


09.02.2017 - 17:56 Uhr

Das Thema Vitamin D wird von viel zu vielen...

von Andrea D.

... Ärzten als Modeerscheinung heruntergespielt. Das ist ein fataler Fehler mit großen negativen Folgen für die Patienten. Die Entstehung vieler Krankheiten wird durch D-Mangel gefördert. Ich war selbst sehr stark betroffen.

Frau Strüber

Antwort vom Autor am 13.02.2017
Elisabeth Strüber

Vielen Dank für den Kommentar... ich kann aber für die Ärzte sagen: Es wird langsam besser.. immer mehr Ärzte fangen an sich die richtigen Infos aus Büchern oder Veranstaltungen zu besorgen und selber über das Thema nachzudenken. Wer einen Dankansporn haben möchte, warum das nur so verhalten passiert.. bzw. warum es auch immer noch in der Presse als Modeerscheinung abgetan wird, mag sich mal das Buch besorgen: Vitamin D - Der Pharma-Skandal von Dr. Peter Echevers H. Da wird so einiges erklärt.. Liebe Grüße und immer schön auf den Vitamin D Spiegel achten! Elisabeth Strüber

16.07.2015 - 15:09 Uhr

Da ich einen Vitaminmangel habe, habe ich alles im...

von Peter

... Internet gelesen was es darüber zu lesen gab. Ihr Artikel beantwortet mir endlich Fragen die in allen anderen übergangen wurden. Bei ihnen ist alles kurz und knapp, dafür präzise ausgedrückt und auch verständlich. Danke

Frau Strüber

Antwort vom Autor am 17.07.2015
Elisabeth Strüber

Hallo und vielen Dank! Das war genau mein Bestreben. Es gibt inzwischen viel über Vitamin D im Internet zu lesen.. aber bei manchen Seiten und leider auch Kollegen sträuben sich mir manchmal die Nackenhaare. Wenn Sie einen nachgewiesenen Vitamin D Mangel (per Bluttest) haben, suchen Sie sich bitte einen Arzt oder Heilpraktiker der sich mit Vitamin D auskennt. Es gibt gute und günstige Methoden Vitamin D (auch außerhalb der Sonne) aufzufüllen. Abraten würde ich von Tabletten – Präparate mit 1000i.E und weniger. Diese sind angesichts der hohen erforderlichen Dosen nicht für die Vitamin-D-Therapie geeignet, weil dabei der Patient unnötig viele Zusatzstoffe aufnimmt und diese auch unnötig teuer sind. Wenn Ihnen also jemand solche Tabletten empfiehlt, hat er sich noch nicht ausführlich mit dem Thema beschäftigt. Liebe Grüße und gute Besserung Elisabeth Strüber


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