Patienten mit Behinderungen. Risikogruppe für Parodontitis und Karies

Dr. Dr. Olivier

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© Menschen mit Behinderung sind eine Risikogruppe für Parodontitis und KariesDarum sind Patienten mit Behinderung eine Risikogruppe für Parodontitis und Karies (© Menschen mit Behinderung sind eine Risikogruppe für Parodontitis und Karies)Der Anteil von Menschen mit zahnmedizinisch relevanten Behinderungen steigt ständig an und damit auch der Bedarf an zahnärztlicher Behandlung, die die besonderen Belange dieser Patienten berücksichtigt. Das eine Konzept gibt es allerdings nicht; vielmehr muss sich die Betreuung an der Art der Behinderung orientieren. Bei körperlich behinderten Menschen ist der Besuch einer Zahnarztpraxis häufig schon allein wegen fehlender Barrierefreiheit kaum möglich. Zudem leiden Patienten mit geistigen Behinderungen häufig unter übersteigerten Angstzuständen, die einer rechtzeitigen Therapie entgegenwirken. Erschwerend kommt hinzu, dass nicht selten Berührungsängste und Hemmschwellen im Umgang mit behinderten Menschen bestehen.

Grundsätzlich unterscheiden sich die Erkrankungsmuster im Hinblick auf die Entwicklung von Karies und Parodontitis bei Menschen mit Behinderungen nicht von denen anderer Patienten. Trotzdem erkranken sie überdurchschnittlich häufig an diesen Krankheiten, die nicht nur Zähne kosten, sondern auch die Allgemeingesundheit nachhaltig schädigen können. Eine wesentliche Ursache liegt darin begründet, dass ihnen die motorische Geschicklichkeit für eine effektive Mundpflege fehlt. Zudem ist gerade bei geistig behinderten Patienten das Mitteilungsvermögen oftmals stark eingeschränkt. Sie leiden daher häufig längere Zeit an Schmerzen, bevor diese wahrgenommen oder mitgeteilt werden. Nicht selten sind Untersuchung und Behandlung nur unter Vollnarkose möglich. Dann ist es von Vorteil, wenn die Zahnarztpraxis oder Zahnklinik mit einem Anästhesisten zusammen arbeitet.

Glücklicherweise erfährt das Thema zahnärztliche Behandlung vom Menschen mit Behinderungen auch in Fachkreisen zunehmend höhere Bedeutung. So beschäftigte sich u.a. der Deutsche Zahnärztetag im November 2013 im Rahmen eines Symposiums konkret mit dem Thema Behindertenbehandlung.
Aber auch wenn es positive Entwicklungen gibt, so gilt weiterhin, dass in Deutschland weiterhin zu wenig Praxen und Kliniken existieren, die sich ausdrücklich der Behandlung von Patienten mit Handicap widmen. Die Konrad-Morgenroth-Förderergesellschaft e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, die zahnärztliche Versorgung behinderter Menschen zu organisieren und wissenschaftlich zu fördern. Behindertengerechte Praxen im Bezirk der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe findet man unter www.kmfg.de oder auf jameda.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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