Schmerzempfindliche Zähne: Ursachen und Behandlung

Dr. Ludwig

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© Dan Race - fotoliaBeschädigte Zähne und freiliegende Zahnhälse reagieren besonders empfindlich auf Hitze & Kälte. (© Dan Race - fotolia)Die Zahnpasta-Werbung mit dem schmerzverzerrten Gesicht nach dem Biss in eine Eiskugel kennen wahrscheinlich die meisten. Leider kennen sehr viele diesen plötzlichen stechenden Schmerz beim Verzehr von kalten oder heißen Nahrungsmitteln auch in natura. Sie leiden an schmerzempfindlichen Zähnen oder der zahnmedizinischen Diagnose Dentinhypersensibilität, kurz DHS.


Ursachen für schmerzempfindliche Zähne

Die Schmerzen treten gelegentlich bis regelmäßig bei thermischen Reizen, dem Verzehr säurehaltiger Nahrungsmittel oder Berührungen - zum Beispiel beim Zähneputzen - auf. Mehr als jeder Dritte ist betroffen, sagen Schätzungen. Aber erst mit einer gewissen Häufigkeit entsteht ein Bewusstsein für ein ernsthaftes zahngesundheitliches Problem und die Betroffenen kommen in die Zahnarztpraxis. Besser ist es jedoch, schon bei ersten Anzeichen zu reagieren, denn hinter schmerzempfindlichen Zähnen verbergen sich nicht selten Zahnkrankheiten oder grob falsche häusliche Zahnpflege.

Der Grund für die Schmerzempfindlichkeit sind freiliegende Zahnhälse nach Zahnfleischrückgang. Dadurch verliert der Zahn unterhalb der Zahnkrone seinen natürlichen Schutz. Äußere Einflüsse können nun direkt auf das Zahnbein aus Dentin einwirken. Weil dieses von hauchdünnen Kanälen durchzogen wird, die direkt mit den Nerven im Zahninneren verbunden sind, entstehen schnell Schmerzen.


Behandlung schmerzempfindlicher Zähne

Zunächst müssen Zahnärzte die Dentinhypersensibilität von anderen Ursachen mit ähnlichen Symptomen wie Karies, Zahnfrakturen oder Rissen in Zähnen und Füllungen, Parodontitis oder einer Zahnwurzelentzündung abgrenzen. Nach dieser Ausschlussdiagnose bleiben

  • nicht-entzündlicher Zahnfleischrückgang oder Zahnfleischschwund
  • eine bestimmte anatomische Zahnfehlstellung im Unterkiefer
  • keilförmige, oft durch Zähneknirschen verursachte Unterkühlungen im Bereich der Zahnhälse und
  • das Zähneputzen selbst

als Auslöser für die freiliegenden Zahnhälse übrig. Die persönliche Mundhygiene hat dabei oft den größten negativen Einfluss: Falsches waagerechtes Schrubben mit hohem Druck, eine zu harte Zahnbürste oder eine stark abrasive Zahnpasta werden häufig in Patientengesprächen als Ursachen für geschädigte Zahnoberflächen und Zahnfleischrückgang identifiziert.

Die zahnärztliche Behandlung bekommt somit mehrere Aufgaben. Zunächst müssen die Zahnhälse wieder geschützt werden. Medikamente oder dünnflüssiger Kunststoff können das Dentin dazu versiegeln. Bei keilförmigen Defekten oder Aushöhlungen der Zahnhälse werden kleine Kunststofffüllungen angewendet, die die Zahnform wiederherstellen und ebenso das Dentin neu schützen. Stärkerer Zahnfleischrückgang kann mit einem kleinen chirurgischen Eingriff korrigiert werden, um gleichzeitig Schutz und Zahnästhetik zu erneuern.

Diese Therapien zielen unmittelbar auf eine Heilung der Dentinhypersensibilität. Begleitend oder danach schließt sich außerdem eine Behandlung der eigentlichen Ursachen an. Dabei erhalten Patienten befundabhängig eine angepasste Knirscher- oder Aufbissschiene, eine Korrektur von Zahnfehlstellungen oder auch eine Parodontitisbehandlung. Besonders häufig braucht es aber vor allem eine Anleitung zu einer schonenden Zahnputztechnik: mit sanften, kreisenden Bewegungen von Rot nach Weiß, die die Zähne pflegen und das Zahnfleisch massieren, statt beide zu schädigen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


30.07.2019 - 14:19 Uhr

ich bin mir nicht sicher, was diese Tipps helfen...

von Heidi G.

... sollen. Bei Zahnschmerzen würde ich immer gleich zu einem Zahnarzt gehen, da kann mehr dahinter stecken, als ein einfacher Schmerz. Ich rate dazu, eine professionelle Mundhygiene beim Zahnarzt zu machen, zumindest einmal im Jahr.


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