Zum Inhalt springen

Blutgerinnung: Was ist das und wie sehen die Normalwerte aus?

Team jameda

blutgerinnung-was-es-ist-wie-normalwerte-aussehen

Durch Blutgerinnung verhindert der Körper den Verlust größerer Blutmengen bei Verletzungen. Entscheidend für die Blutgerinnung sind: 1. das Gefäßsystem und 2. die Thrombozyten und Gerinnungsfaktoren.

Das Gefäßsystem wirkt durch eine Verengung der Blutgefäße dem Blutverlust entgegen.

Die Thrombozyten (= Blutplättchen) lagern sich zusammen und verschließen die Wunde bzw. den Defekt.

Die Gerinnungsfaktoren tragen zur Blutstillung bei. Sie werden auf zwei unterschiedlichen Wegen kaskadenförmig aktiviert.

Darüber hinaus enthält das Blut so genannte Faktoren, die der Blutgerinnung entgegenwirken (dadurch wird eine überschießende Reaktion verhindert) und Faktoren, die bereits entstandene Blutgerinnsel wieder auflösen können.

Welche Bedeutung hat die Blutgerinnung für die Gesundheit?

Eine funktionierende Blutgerinnung ist wichtig für einen funktionierenden Organismus. Entscheidend ist, dass das labile Gleichgewicht zwischen Blutgerinnung (und dadurch Blutstillung bei Verletzungen) und Gerinnungshemmung (und dadurch Verhinderung von Gerinnselbildung im Gefäß) erhalten bleibt.

Wie kann es zu einer Steigerung bzw. Verminderung der Blutgerinnung kommen?

Bei einem Ausfall der gerinnungshemmenden Faktoren kann es zu einer Steigerung der Blutgerinnung und der Entstehung von Blutgerinnseln im Gefäß kommen. Hierdurch können Herzinfarkte sowie Schlaganfälle ausgelöst werden.

Bei einem Ausfall von Gerinnungsfaktoren kann es zu verlängerten Blutungen bei Verletzungen und hohen Blutverlusten kommen. Auch gerinnungshemmende Medikamente, die häufig nach Herzinfarkt, Thrombose oder Schlaganfall verordnet werden, können die Blutgerinnung vermindern.

Welche Werte können im Zuge der Gerinnungsdiagnostik bestimmt werden?

Da es sich bei der Blutgerinnung um ein sehr kompliziertes Geschehen handelt gibt es eine Vielzahl von Werten, die im Zweifelsfall bestimmt werden können. Hier sind die gebräuchlichsten genannt:

  • Prothrombinzeit (oder Thromboplastinzeit oder Quick-Wert): Normalwert 70-120%
    (für genauere Informationen siehe Quick-Wert)
  • Partielle Thromboplastinzeit (PTT): Normalwert 20-35 sek
    (für genauere Informationen siehe PTT)
  • Fibrinogen: Normalwert160-400 mg/dl (mg bedeutet milli-Gramm, also 0,001 Gramm; dl bedeutet dezi-Liter, also 0,1 Liter)
    (für genauere Informationen siehe Fibrinogen)
  • Thrombozytenzahl (Blutplättchen): Normalwert: 1.400.000-345.000/µl (µl bedeutet mikro-Liter, also 0,000001 Liter)
    (für genauere Informationen siehe Thrombozyten)

Was tun, wenn Ihre Blutgerinnungswerte erhöht oder erniedrigt sind?

Es gibt eine Vielzahl von Ursachen für die Veränderung der einzelnen Blutgerinnungswerte. Es kann sich um angeborene Erkrankungen handeln oder um Funktionseinschränkungen einzelner Organe, z. B. der Leber. In vielen Fällen ist die Veränderung der Werte bewusst medikamentös herbeigeführt, so z. B. eine Verringerung des Quick-Wertes durch Phenprocoumon. Im Einzelfall kann nur Ihr Arzt entscheiden, ob weitere Untersuchungen zur Abklärung der Werte durchzuführen sind.

Literaturquellen

Copyright Redaktionsteam Dr. Martens.

Diesen Artikel teilen

Die Veröffentlichung dieser Inhalte durch jameda GmbH erfolgt mit ausdrücklicher Genehmigung der Autoren. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes bedürfen der schriftlichen Zustimmung der jeweiligen Autoren.

Die Inhalte der Experten Ratgeber ersetzen nicht die Konsultation von medizinischen Spezialisten. Wir empfehlen Ihnen dringend, bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder medizinischen Behandlung stets eine qualifizierte medizinische Fachperson zu konsultieren.