
Diese Zahnspangen funktionieren prinzipiell genauso wie die bekannteren außenliegenden. Sogenannte Brackets und Bögen finden also auch hier Anwendung. Brackets sind dabei die Elemente, die fest auf den Zahn geklebt werden und diese an den Bogen anbinden. Allerdings gibt es hier einen entscheidenen Unterschied. Während die Brackets bei herkömmlichen Zahnspangen in einer Standardform hergestellt werden können, müssen Lingualbrackets für jeden Patienten individuell gefertigt werden.
Dies liegt daran, dass die innengelegenen Zahnflächen von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sind. Darum werden hier individuelle Computermodelle der Zähne per CAD/CAM erstellt. Darauf werden dann individuell geformte Brackets gezeichnet, die im Spritzgussverfahren, ähnlich wie bei einem Tintenstrahldrucker, gefertigt werden können. Allerdings wird statt Tinte Gold verwendet. Durch dieses recht aufwendige Herstellungsverfahren sind die Kosten für diese Behandlungsmethode etwa doppelt so hoch wie bei herkömmlichen Spangen.
Während diese Kosten von privaten Versicherungen in der Regel übernommen werden, müssen gesetzlich versicherte Patienten mit Zuzahlungen rechnen. Durch die gut individualisierbare Mechanik der Apparatur kann sie, im Gegensatz zu unsichtbaren Schienen, auch besonders komplexe Behandlungssituationen lösen.
Die Zahnpflege ist etwas schwieriger als bei außen angebrachten Brackets, aber die Zahninnenfläche ist nachweislich weniger anfällig für Karies als die Außenfläche. Da Irritationen der Zunge am Anfang der Behandlung auftreten können, ist eine Eingewöhnungszeit von 4-6 Wochen einzuplanen.



