Artikel 08/02/2017

Das jameda-Interview: 9 Fragen an Frau Agnes Amrit Nehls

Dr. Agnes Nehls Zahnarzt
Dr. Agnes Nehls
Zahnarzt
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Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Frau Agnes Amrit Nehls interessante Fragen zu ihren Erfahrungen als Zahnärztin.

jameda: Frau Nehls, was hat Sie motiviert, Zahnärztin zu werden?
Frau Nehls: Ich habe schon immer sehr gern und viel mit Menschen kommuniziert. Darüber hinaus hatte ich für meine spätere Laufbahn den Wunsch, handwerklich mit meinen Händen zu arbeiten. Beides verbindet sich für mich ideal im Beruf der Zahnärztin und motiviert mich bis heute.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?
Frau Nehls: Am meisten Freude macht mir der Kontakt mit den Kindern, der zentrale Aspekt meiner Arbeit. Sie sind aufgeschlossen, lustig, ehrlich und machen den Alltag immer bunt. Für mich ist diese Spontaneität eine enorme Bereicherung und macht jeden Tag spannend. Die größte Herausforderung für mich ist es, allen Erwartungen und Bedürfnissen gerecht zu werden; die Wünsche der Eltern zu berücksichtigen und ebenso gleichzeitig die Grenzen der Kinder zu erkennen und zu schützen.

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?
Frau Nehls: Das primär vorherrschende Vorurteil ist, dass Kinderzahnheilkunde hauptsächlich darin bestünde, die Kinder zu unterhalten und von der eigentlichen Behandlung abzulenken. Diese Wahrnehmung der Kinderzahnheilkunde als „Kasperletheater“ unterschätzt nicht nur das umfangreiche und spezialisierte Fachwissen, das für diese Arbeit eine Grundvoraussetzung ist. Sie vergisst auch die wesentliche psychologische Komponente, die Personal und Behandler leisten müssen, um Kindern in all ihren Bedürfnissen - vor allem dem nach Sicherheit - gerecht zu werden. Dabei können gerade durch eine gute zahnärztliche Betreuung im Kinder- und Jugendalter viele Zahnarztängste im Erwachsenenalter vermieden werden.

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?
Frau Nehls: Ich habe Verständnis dafür. Es gibt so viele andere Dinge im Leben – Schule, Hausaufgaben, Sport, Musikunterricht, Freunde, etc. –, da gerät die Zahnpflege mal aus dem Blickfeld. Wichtig ist, dass bei meinem Patienten der Wille für eine konsequente und damit erfolgreiche Behandlung und die Erkenntnis, dass dafür seine Mitarbeit essenziell ist, vorhanden sind. Auch wenn nicht immer alles sofort umgesetzt wird, ist es wesentlich, die Patienten immer wieder zu motivieren.

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?
Frau Nehls: Ich würde mir wünschen, die Krankenkassen würden mehr prophylaktische Maßnahmen übernehmen (Prophylaxe, Versiegelungen, Icon etc.), um Erkrankungen der Zähne und des Zahnhalteapparates, von denen zunehmend Kinder und Jugendliche betroffen sind, langfristig vorzubeugen. In diesem Sinne halte ich auch verpflichtende Vorsorgeuntersuchungen für eine gute Idee.

jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?
Frau Nehls: Es sollte Pflicht sein, sich regelmäßig fortzubilden und sich über die neusten Erkenntnisse und Methoden zu informieren. Es gibt leider immer noch zu viele Praxen, die nicht dem aktuellen Standard an Behandlungsmethoden entsprechen.

jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?
Frau Nehls: Selbstverständlich - alle unsere Zahnärzte besuchen regelmäßig Fortbildungen und darüber hinaus gibt es interne Fortbildungen für unsere Helferinnen, denn diese sollten ebenfalls über alle Behandlungsmethoden informiert sein. Das gesamte Team muss auf dem allerneuesten Stand der Wissenschaft und der Technik sein. Darauf lege ich sehr großen Wert. Deshalb verfügen wir in unserer Praxis über ein strahlenminimiertes Röntgengerät, um die Strahlenbelastung für unsere Patienten so gering wie möglich zu halten. Oberflächliche Kariesläsionen infiltrieren wir mithilfe von Icon, einem substanzschonenden und damit minimalinvasivem Verfahren. Außerdem verwenden wir ein komfortables Absaugsystem im Mund, das angenehm zu tragen ist und gleichzeitig das Arbeitsfeld sauber und trocken hält.

jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?
Frau Nehls: Oh, es gibt vor allem viele lustige Erlebnisse, denn es wird viel gelacht bei uns! So entstehen viele unvergessliche Momente.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?
Frau Nehls: Etwas, das eigentlich alle bereits wissen: Gesund essen, ausreichend Schlafen, Stress reduzieren, Sport machen… und nicht alles immer so ernst nehmen!

Zur Person

  • Nach dem Abschluss ihres Zahnmedizinstudiums an der Universität Erlangen- Nürnberg 2008 spezialisierte sich Dr. Agnes Nehls im Fachbereich Kinderzahnheilkunde und sammelte in den Folgejahren praktische Erfahrungen in Zahnarztpraxen in München und Umgebung
  • 2014 Niederlassung in eigener Praxis in München

Zur Praxis

Die Kinderzahnärzte am Ostpark in München vereinen alle Leistungen einer modernen Kinder- und Jugendzahnarztpraxis. Neben einer Praxisausstattung und Methoden nach den neuesten Standards sind dem hochspezialisierten Team eine einfühlsame, aufmerksame und altersgerechte Behandlung besonders wichtig.

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