
Bei jedem Menschen sind natürlicherweise Hämorrhoiden angelegt. Es handelt sich um zu- und abführende Blutgefäße, die einen zirkulären, stark durchbluteten Schwellkörper bilden. Dieser liegt am Ende des Afterkanals und sorgt für den sogenannten Feinverschluss des Enddarms. Bei Vergrößerung dieses Schwellkörpers können Beschwerden wie z.B. Juckreiz, Brennen oder Blutungen auftreten. Jetzt spricht man von Hämorrhoidalleiden. Je nach Stadieneinteilung erfolgt eine individuell angepasste Behandlung (Hygieneberatung, Salbe, Zäpfchen, Sklerosierung, Ligatur, Operation). Ein Großteil der Patienten kann durch ein semi-operatives Verfahren im Sinne der elastischen Gummibandligaturen nach Barron behandelt werden.
Wie wird vorgegangen?
Mittels eines kleinen elastischen Gummiringes wird das vergrößerte Hämorrhoidalgewebe schmerzfrei abgeschnürt. Zusätzlich wird häufig in gleicher Sitzung eine Sklerosierung (Verödung) vorgenommen. Der Schwellkörper wird durch die Ligatur (Abbindung) in seiner Größe reduziert. Das abgebundene Gewebe fällt zusammen mit dem Gummiring nach wenigen Tagen meist unbemerkt ab und wird mit dem Stuhlgang ausgeschieden.
Wie verträglich ist die Behandlung?
Im Allgemeinen merkt man bei dieser Behandlung nur wenig. Nach dem Abbinden kann es zu Druckgefühl und Stuhldrang kommen - seltener zu Schmerzen. Treten im Laufe der nächsten Tage beim Stuhlgang Blutspuren am Toilettenpapier auf, so ist dies als normal anzusehen. Bei deutlich weniger als 1% der Patienten kann es zu einer Nachblutung kommen, die so stark sein kann, dass sie frisches oder geronnenes Blut ausscheiden. In einem solchen Fall sollten Sie sich unmittelbar mit Ihrem behandelnden Arzt in Verbindung setzen oder alternativ das nächstgelegene Krankenhaus aufsuchen. Falls Sie Blut verdünnende Medikamente einnehmen (z.B. Phenprocoumon, Rivaroxaban, Clopidogrel u.a. nach z.B. Herzinfarkt, Herzkatheteruntersuchung, Vorhofflimmern, Schlaganfall oder Thrombosen), teilen Sie dies bitte dem behandelnden Arzt vor dem Eingriff mit.
Wie lange dauert die Behandlung?
Eine Therapieunterbrechung ist jederzeit möglich (z.B. wegen Urlaub). Die Behandlung selbst wird während einer Enddarmspiegelung (Proktoskopie) vorgenommen und dauert nur wenige Minuten.



