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Knochenbrüche schneller heilen: So funktioniert's

Dr. med. Eugen Gaiser

Orthopäde & Unfallchirurg, Physikalischer & Rehabilitativer Mediziner, Sportmediziner
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Die Versorgung von Knochenbrüchen hat sich in den letzten 50 Jahren dramatisch geändert. Während früher die meisten Knochenbrüche durch Aushängen, gegebenenfalls auch Stabilisation mittels sogenannter Kirschner-Drähte von außen und Gipsanlage behandelt wurden, gibt es heute andere Ansätze. Erfahren Sie, wie Knochenbrüche schneller heilen. 

Wie werden Knochenbrüche zeitgemäß versorgt?

Das Schlagwort heißt heute 'früh-funktionelle' Nachbehandlung. Sie wird durch hochmoderne winkelstabile Plattensysteme ermöglicht. Während früher die operative Versorgung häufig nur 'betrachtungsstabil' war und einer Gipsbehandlung bedurfte, sind heute die operativen Versorgungen in der Regel 'beübungsstabil'. Dabei darf der Patient aktiv bewegen, ohne zu belasten.

Nachdem die Wundheilung abgeschlossen ist, d.h. in der Regel nach sieben bis zehn Tagen, wird eine Kunstharzschiene angelegt. Mit den neuen Nagelsystemen ist häufig sogar eine schmerzadaptierte Belastung erlaubt. Mehr Bewegung bedeutet mehr Durchblutung, d.h. Knochenbrüche können dadurch schneller heilen.

Wie kann die Bruchzone besser durchblutet werden?

Pulsierende Magnetfeldtherapie, fokussierte Stoßwellentherapie und hochenergetische Laser-Bestrahlung erhöhen die Durchblutung im Knochen und lassen Knochenbrüche schneller heilen. Leider werden diese Methoden von den gesetzlichen Kassen nicht übernommen. 

Während der Bruchheilung sollte man auf eine vollwertige, vitamin- und ballaststoffreiche Kost achten, um den Knochen mit allen erforderlichen Nährstoffen und Mineralien zu versorgen. Diäten sollten in dieser Zeit vermieden werden.

Wie kann die Bruchheilung zusätzlich unterstützt werden?

Als hilfreich für die Bruchheilung hat sich die vermehrte Zufuhr von Calcium (1000 mg/Tag) und Vitamin D (2000 IE/Tag) erwiesen. Die zusätzliche Einnahme eines Multivitaminpräparates- oder Mineralstoffkomplexes ist zu empfehlen. Auch die zusätzliche Einnahme von Vitamin C (1-2g/Tag) und Zink (25-50 mg) unterstützt die Heilung.

Als antientzündliches und schmerzstillendes hocheffektives Medikament empfehle ich Curcumin (sog. Gelbwurz), das als 'Ibuprofenersatz' dient.

Schließlich erscheint die Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren (z.B. durch Leinsamenöl oder Krillöl) sinnvoll.

Was sollte während der Heilungsphase vermieden werden?

Der höchste Risikofaktor für die verzögerte Knochenheilung ist der Zigarettenkonsum. Dadurch wird die Durchblutung im Knochenbereich hochgradig eingeschränkt. 

Auch die lange Einnahme einer hohen Dosis von Ibuprofen, Diclofenac und Co. scheint in den Knochenstoffwechsel einzugreifen und die Bruchheilung zu verzögern. 

Bleiben Sie aktiv und in Bewegung.

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