Artikel 17/07/2025

Tennisellenbogen – wenn jeder Griff schmerzt: Was wirklich hilft

Niclas Johannson B.Sc. Physiotherapeut, Lymphtherapeut, Heilpraktiker für Physiotherapie
Niclas Johannson B.Sc.
Physiotherapeut, Lymphtherapeut, Heilpraktiker für Physiotherapie

Der sogenannte Tennisellenbogen – medizinisch Epicondylitis lateralis – betrifft längst nicht nur Tennisspieler. Viel häufiger trifft es Menschen, die täglich mit Maus, Tastatur oder Werkzeug arbeiten oder im Alltag immer wieder die gleichen Bewegungen ausführen. Typisch sind ziehende oder stechende Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens, die bei Belastung zunehmen und ohne gezielte Behandlung monatelang anhalten können.

Foto eines Mannes, der sich den rotglühenden Ellbogen mit schmerzvollem Gesicht hält.

Wie entsteht ein Tennisellenbogen?

Die Beschwerden entstehen durch eine Überbeanspruchung der Handgelenkstrecker, insbesondere des Musculus extensor carpi radialis brevis. Dieser Muskel setzt am äußeren Ellenbogen an. Wiederholte, einseitige Belastungen – ob durch Büroarbeit, Gartenarbeit oder Sport – können zu kleinen Verletzungen und Entzündungen der Sehne führen. Auch eine schlechte Ergonomie am Arbeitsplatz, plötzlicher Trainingsstart oder muskuläres Ungleichgewicht begünstigen die Entstehung.

Woran erkenne ich die Symptome?

Typische Anzeichen sind Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens, Druckempfindlichkeit, manchmal Ausstrahlung in den Unterarm oder die Hand und ein deutlicher Kraftverlust – etwa beim Öffnen einer Flasche oder festem Zupacken.

Wie kann Physiotherapie helfen?

Eine moderne physiotherapeutische Behandlung zielt darauf ab, sowohl die Schmerzen zu lindern als auch die Belastbarkeit der betroffenen Strukturen langfristig wiederherzustellen:

  • Ergonomie-Beratung: Wir analysieren gemeinsam Ihren Arbeitsplatz und Alltag, um Überlastungen vorzubeugen und falsche Bewegungsmuster zu erkennen (APTA Guideline 2023).
  • Manuelle Therapie: Sanfte Mobilisationen, Triggerpunktbehandlungen und Faszienlösungen lockern verspannte Strukturen und verbessern die Beweglichkeit.
  • Gezieltes Krafttraining: Exzentrisches Training ist der Goldstandard bei chronischen Ellenbogenbeschwerden. Studien zeigen, dass kontrollierte Kräftigungsübungen die Sehnenregeneration am nachhaltigsten unterstützen (Coombes et al. 2015; Upadhyay et al. 2017).
  • Weitere Techniken: Je nach Bedarf kommen auch Querfriktionen, Mobilisationen nach Mulligan oder ergänzende Methoden wie Kinesiotaping, Ultraschall oder Elektrotherapie zum Einsatz.
  • Belastungssteuerung: Mit einem individuellen Stufenplan bauen wir Ihre Belastbarkeit Schritt für Schritt wieder auf.

Wie lange dauert die Therapie?

Mit einem durchdachten Therapieplan und etwas Eigeninitiative verbessern sich die Beschwerden oft innerhalb von 6 bis 12 Wochen deutlich. Entscheidend sind ein früher Behandlungsbeginn, die richtige Übungsauswahl und Geduld – so stehen die Chancen für eine vollständige Wiederherstellung sehr gut.

Fazit

Der Tennisellenbogen ist lästig, aber sehr gut behandelbar. Mit moderner Physiotherapie, gezielten Übungen und einer ergonomischen Anpassung im Alltag lassen sich Schmerzen nachhaltig lindern und die volle Funktionsfähigkeit wiederherstellen. Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie unter ähnlichen Beschwerden leiden.


Quellen (Auswahl)

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