
Früher hatten Zahnimplantate den Ruf des Elitären. Diese Zeiten sind vorbei. Mehr als eine halbe Million „Unsichtbare Dritte“ werden pro Jahr in die Kieferknochen eingebracht – zahnmedizinisch häufig die beste Lösung.
Man könnte heute fast schon sagen, dass dies zu einer Standardversorgung der modernen Zeit gehört. Das Alter des Patienten spielt nahezu keine Rolle. Wegen der Gesundheitsreform und seit Einführung der Praxisgebühr ging die Zahl der Zahnarztbesuche deutlich zurück. Jedoch keineswegs bei den Zahnimplantationen. Ein Grund hierfür sind wohl auch die möglichen Zuschüsse der Krankenkassen. High-Tech-Behandlungen dieser Art wurden früher in ihrer Bezuschussung strikt von der gesetzlichen Krankenkasse abgelehnt.
Zähne beschleifen für Kronen und Brücken, Teilprothesen zum Einhängen oder Klappergebisse müssen heutzutage nicht mehr sein: Implantate können einzelne Zähne, aber auch die Halb- und Vollprothesen ersetzen. Den Durchbruch für die Implantattechnik brachte der Werkstoff Titan, eingeführt bereits im Jahre 1966: Versehen mit einer speziellen Plasmabeschichtung verwächst das Implantat fest mit dem Kieferknochen. Das Material verhält sich biologisch neutral, es kommt nicht zu Abstoßungsreaktionen. Die Studien beweisen: Zu etwa 90 Prozent sind die Implantate nach fünf Jahren noch voll in Funktion.
Jedoch muss der Patient neben einer gewissen Investitionsbereitschaft in seine Gesundheit auch Willenskraft und Durchhaltevermögen mitbringen. Dies bedeutet: Denkt ein Patient an eine Versorgung mit Implantaten, ist eine sehr disziplinierte Vorbereitung sowie Nachsorge notwendig. Es muss alles getan werden, um entzündliche Prozesse zu vermeiden. Dies bedeutet im Klartext: Parodontitis (Zahn-fleisch- und Knochenerkrankungen) sollten im Vorfeld behandelt werden, denn diese machen bei den Implantaten nicht Halt.
Regelmäßige Kontrolle der Mundhygiene durch eine Prophylaxehelferin in der Zahnarztpraxis gehören zum „Pflichtprogramm“. Diese führt bei den mindestens halbjährlichen Sitzungen eine professionelle Zahnreinigung durch und gibt Hinweise auf schwierig zu reinigende Stellen.



