Hoffnung für Asthmatiker: Forscher entdecken neuen Therapieansatz

Sollte sich die neue Therapie gegen Asthma bewähren, könnte innerhalb von 5- 6 Jahren ein geeignetes Arzneimittel auf den Markt kommen. (© Sollte sich die neue Therapie gegen Asthma bewähren, könnte innerhalb von 5- 6 Jahren ein geeignetes Arzneimittel auf den Markt kommen. )

Wissenschaftler haben möglicherweise eine neue Behandlung bei Asthma entdeckt, und das mit einem Medikament, das ursprünglich gegen Osteoporose eingesetzt wurde. In diesem Gesundheitstipp berichtet die jameda Gesundheitsredaktion über die neuesten Forschungsergebnisse.

Bekannter Wirkstoff, neue Anwendung: Calcilytika

Forscherteams amerikanischer und britischer Universitäten sind einem neuen Therapieansatz bei Bronchialasthma auf der Spur. Dabei arbeiten sie mit der schon bekannten Wirkstoffgruppe der Calcilytika, die ursprünglich zur Therapie von Osteoporose angewandt wurde. Diese Substanzen entfalten ihre Wirkung, indem sie calciumempfindliche Rezeptoren (Calcium-Sensing-Receptors, CaSR) hemmen und so die Aufnahme von Calcium in den Körper steigern. Zur Osteoporose-Behandlung wurden die Arzneistoffe oral verabreicht, ihr Einfluss auf das Knochenwachstum war jedoch nur mäßig. Nun haben Wissenschaftler beim Versuch an tierischem und menschlichem Lungengewebe festgestellt, dass Calcilytika die Symptome von Asthma lindern können.

Calcilytika hemmen CaSR und drängen Entzündungen zurück

Bei Bronchialasthma sind die Atemwege sehr empfindlich gegenüber äußeren Reizen, sodass sich die Schleimhäute leicht entzünden und anschwellen. Es wird vermehrt Schleim gebildet und die Bronchialmuskulatur verkrampft. Bisher wird Asthma mit bronchienerweiternden Wirkstoffen, Glucocorticoiden, Antihistaminika und Medikamenten gegen Antikörper behandelt. In den aktuellen Versuchen hat man nun besonders im Bronchialgewebe von Asthmatikern eine große Zahl an calciumsensitiven Rezeptoren gefunden und deren Rolle bei Asthma untersucht. Durch Umwelteinflüsse wie Abgase, Tabakrauch und Pollen- oder Tierhaarallergene bilden sich bei Asthmatikern spezielle Eiweißstoffe, die die calciumempfindlichen Rezeptoren anregen. Dadurch werden typische Asthma-Symptome hervorgerufen wie z.B. Entzündung, Husten, Verkrampfung der Bronchien, Kurzatmigkeit und Atemnot. Hemmt man im Tierversuch diese Rezeptoren, kann man die Entzündung des Bronchialgewebes zurückdrängen.

Hoffnung: Mit klinischen Studien in 5 - 6 Jahren zur Zulassung

Ob die Wiederentdeckung der Calcilytika einen erfolgreichen Therapieansatz bei Asthma darstellt, muss in weiteren Studien untersucht werden. Dazu wird man versuchen, den Wirkstoff als Inhalation zu verabreichen, um ihn direkt auf erkranktes Lungengewebe aufbringen zu können. Die klinischen Studien müssen mit einer großen Anzahl von Probanden durchgeführt werden. Auf diese Weise können Aussagen zur Wirkung und optimalen Dosis, zu Risiken und Nebenwirkungen des Arzneistoffes gemacht werden. Da die Wirkstoffgruppe der Calcilytika schon bekannt ist und als verträglich und sicher gilt, wird es bis zur möglichen Zulassung als Medikament bei Asthma nicht, wie sonst üblich bei neuen Arzneistoffen über 10 Jahre dauern, sondern nach Einschätzung der Wissenschaftler „nur“ etwa 5 - 6 Jahre.

 

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel? 33

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Kommentare (0)

Interessante Artikel zum Thema

Sie suchen einen passenden Arzt für Ihre Symptome?