Häufig unerkannt: Was ist das Beckenvenenstauungssyndrom (PCS)?

Beim Beckenvenenstauungssyndrom ist es wichtig, dass es früh diagnostiziert wird. (© vladimirfloyd)

Frauen mit dem Beckenvenenstauungssyndrom berichten über Druckgefühl und Schmerzen, meist im linken Unterbauch. Oft leiden sie auch unter schmerzhaftem Sex oder Schmerzen danach. Ebenso finden sich häufig Krampfadern der Schamlippen und am linken Oberschenkel und Hämorrhoiden.
Dabei müssen nicht alle Symptome auftreten: In manchen Fällen ist es nur der Schmerz, in anderen sind es nur die Krampfadern des linken Beins.

Wen betrifft es?

Die Erkrankung haben ausschließlich Frauen. Meist treten die Symptome vom jüngeren Erwachsenenalter bis zur Menopause auf. Und zwar sehr stark gehäuft bei schlanken Frauen, die jung bereits zwei oder mehr Schwangerschaften hatten.


Die Erkrankung und ihre Ursachen

„Pelvines Beckenvenenstauungssyndrom“ bedeutet, dass sich ein krankhafter Blutstau in kranken Venen des Beckens bildet. Man spricht auch von Beckenvenen-Krampfadern.

Die Ursache ist eine starke Erweiterung der linken Eierstocksvene. Sie verläuft vom linken Eierstock gerade zur linken Nierenvene. Von dort läuft das venöse Blut in die Große Hohlvene und weiter zum Herzen. Die rechte Ovarialvene verläuft schräg auf kurzem Wege direkt in die Hohlvene.

Weil die linke Eierstocksvene im Vergleich zur rechten länger und gerader, d.h. in stehender Position des Menschen senkrecht nach oben verläuft, ist ausschließlich die linke Vene betroffen. In einem langen Gefäß, zumal mit einem geraden Verlauf nach oben wie in stehender Position, baut sich eine entsprechend lange und schwere Blutsäule auf. Analog zu einer langen, senkrechten Wasserleitung herrscht am unteren Ende ein hoher Druck. Gefäße dieser Art neigen zur krankhaften Erweiterung.

Aber auch während der Schwangerschaft erweitern sich die Ovarialvenen sehr stark, weil die Durchblutung der weiblichen Beckenorgane in dieser Zeit massiv erhöht ist.

Besonders Schwangerschaften in jungen Jahren gelten als Auslöser des Beckenvenenstauungssyndroms (© Subbotina Anna - fotolia)
Während sich aber die rechte Ovarialvene nach der Entbindung wieder komplett auf Normalmaß zurückbildet, fällt das der linken Seite schwer. In beiden Venen führt die Erweiterung dazu, dass die Venenklappen in diesem Zustand nicht schließen. Das ist nicht möglich, weil das Gefäß zu groß ist. In der linken Eierstocksvene kann sich die natürliche Schrumpfung der Venenwand nach der Entbindung manchmal nicht gegen den höheren Druck der Blutsäule in ihr durchsetzen. Die Vene bleibt weit und in ihr staut sich - in stehender oder sitzender Position - das Blut nach unten zurück, anstatt nach oben in Richtung Herz abzufließen.

Weil sich dieser Erweiterungsvorgang mit jeder Schwangerschaft wiederholt, sind Mehrfachgebärende weitaus häufiger von der Venenerweiterung betroffen.

Die Eierstocksvene selbst verursacht aber keine Schmerzen und ruft auch keine weiteren Symptome hervor. Weil aber die Venen im Unterleib wie ein dicht gewebtes Fischernetz alle Organe bedecken und untereinander in vielfacher Verbindung stehen, erweitern sich nach und nach viele dieser Geflechtvenen.

Die Blutstauung in diesen Venen verursacht dann die beschriebenen Symptome. Sind zum Beispiel die Venen der Gebärmutter stark gestaut, kann das zu zyklusabhängigen Schmerzen führen. Ist das Venengeflecht betroffen, das die Vagina bedeckt, treten oft Schmerzen beim oder nach dem Verkehr auf.

Zu Krampfadern am linken Oberschenkel kommt es, wenn die gestauten Beckenvenen auch zu einer unnatürlichen Blutfülle in den benachbarten Beinvenen führen.


Der lange Weg zur richtigen Diagnose

Viele PCS-Fälle werden erst sehr spät und nach einer wahren „Ärzte-Odyssee“ diagnostiziert. Das liegt vor allem an den „diffusen“ Beschwerden, unter denen betroffene Frauen leiden. Zum Beispiel unter immer wiederkehrenden Unterbauchschmerzen, einem Schwere- und Völlegefühl oder unter Krämpfen wechselnder Lokalisation im ganzen Beckenbodenbereich.

Oft wird ursächlich eine Endometriose vermutet und muss auch ausgeschlossen werden. Es handelt sich dabei um kleine Inselchen von Gebärmutterschleimhautzellen, die außerhalb der Gebärmutter auf den Unterbauchorganen liegen. Auch außerhalb der Gebärmutter reagieren sie auf die zyklischen Hormonveränderungen mit Zunahme der Schichtdicke bis zur Blutung, wenn in der Gebärmutter die Menstruation einsetzt.

Oft wird auch eine Darm- oder Blasenerkrankung angenommen, ebenso Erkrankungen des linken Eierstocks und Eileiters.

Gar nicht so selten werden die Beschwerden als psychosomatisch eingestuft, wenn die bis dahin durchgeführten Untersuchungen ohne Ergebnis blieben. Die Patientinnen werden dann mit Psychopharmaka behandelt.

Zu dieser diagnostischen Irrfahrt tragen zwei weitere Umstände bei:

  1. Die Krankheit ist noch in der Erforschungsphase und daher nicht allen Ärzten sofort als mögliche Ursache der Beschwerden „päsent“.
  2. Die erweiterte linke Ovarialvene ist die Ursache des Syndroms und kann mit einer normalen Sonographie nicht dargestellt werden. Sie liegt sehr tief im Becken und staut sich erst unter „Belastung“, d.h. entweder im Stehen oder z.B. bei der Bauchpresse. Die Standard-Sonographie wird aber an der ruhig liegenden Patientin vorgenommen. Die Vene „kollabiert“ dann und ist praktisch nicht darstellbar.

Wie sehen geeignete diagnostische Verfahren aus?

Zur sicheren Darstellung einer krankhaft erweiterten Ovarialvene und den überfüllten Geflechtvenen steht uns die „venöse Angio-MRI“ zur Verfügung. Dabei handelt es sich um eine Kernspintomographie, bei der ein Kontrastmittel gespritzt wird. Unter wiederholter Aufforderung, in den Unterbauch zu pressen, werden die Beckenvenen dargestellt.

Weniger verlässlich ist der transvaginale Ultraschall. Aber der Vorteil dieses Verfahrens ist seine einfache und schnelle Durchführbarkeit in der Praxis. Als erster Screening-Test ist er sogar ideal geeignet.


Welches Verfahren angewendet wird, hängt vom Ausmaß der Stauung ab. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Arzt. (© fotolia - Kurhan)
Welche Verfahren können eingesetzt werden?

Eine Behandlung muss nur stattfinden, wenn die gestauten Beckenvenen tatsächlich Beschwerden verursachen. Erstaunlicherweise gibt es nämlich auch stark erweiterte Ovarial- und Beckenvenen ohne Beschwerden und relativ gering erweiterte Venen mit Symptomen. Das heißt, die Indikation zur Behandlung wird nicht ausschließlich aufgrund gemessener Venendurchmesser, sondern anhand des Beschwerdebilds gestellt.

Je nach Schweregrad und Lokalisation der erweiterten Venen kommen folgende Therapien in Frage:

1. Verödung oder Laserabtragung, z.B. der Schamlippenkrampfadern

Möglich ist eine Behandlung der Auswirkungen, also der Venen, die die Patientin stören. Dabei wird das zugrundeliegende Problem, die Ovarialvene, nicht behandelt. 
In vielen Fällen reicht diese „symptomatische Behandlung“ aus. Sollten sich nach einiger Zeit wieder störende Venen bilden, können sie erneut verödet werden.


2. Verschluss der linken Ovarialvene mittels Kathetertechnik

Über einen Einstich in der Leiste wird ein Katheter in die Ovarialvene geschoben. Dort werden dann kleine Drahtspiralen deponiert. Um die Spulen bilden sich feste Gerinnsel. Sie werden später von Fresszellen abgebaut und durch Bindegewebszellen ersetzt. So entsteht ein fester Verschluss.


3. Durchtrennung der Ovarialvene

Dieses Verfahren wird bei besonders großen und weiten Venen angewandt, bei denen ein „Coiling“ nicht ausreichend sicher und erfolgreich erscheint. In minimalinvasiver OP-Technik wird die Ovarialvene mit Clips von außen abgeschnürt und zwischen den Schnürstellen durchtrennt. Es handelt sich um eine verhältnismäßig kleine Operation, die entweder einen sehr kurzen Klinikaufenthalt mit sich bringt oder sogar ambulant vorgenommen wird.

Auf einen Blick

Schmerzen Je nach Umfang der Behandlung keine bis normale, leichte Wundschmerzen
Arbeitsunfähigkeit Abhängig von der Art der erforderlichen Behandlung (die Skala reicht von Verödung mittels Spritze bis zur OP in der Klinik) ein bis zehn Tage
Verhaltenstipps nach der Behandlung
  • Nach der operativen Versorgung der kranken Ovarialvene ist körperliche Schonung (Sportpause, nicht schwer heben) für zwei bis drei Wochen angezeigt.
  • Nach einer Verödungsbehandlung ist keine Schonung nötig.
Kostendeckung der Krankenkasse Die Kosten der Behandlung werden von den Versicherungen (GKV und PKV/Beihilfen) getragen.
Selbsthilfe / Hausmittel Dazu ist leider nichts bekannt. Lediglich eine „symptomatische“ Schmerzbekämpfung mit entkrampfenden und schmerzstillenden Medikamenten kann während einer Schmerzattacke empfohlen werden. Die Medikation muss der Arzt verordnen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (30)

Biller M., 16.07.2021 - 10:52 Uhr

Hallo, ich leide jetzt seit 12 Jahren unter starken Unterleib und Rückenschmerzen. Kein Arzt kann mir helfen, weder Frauenarzt noch Orthopäde. Vor ein paar Wochen sah ich dann eine Sendung über das Beckenvenensyndrom. Und ich bin mir sehr sicher, das ich das habe. Ich wohne in Füssen im Allgäu. Zu welchem Arzt soll ich als erstes zur Feststellung? Ich kontaktierte schon Venenkliniken in München, aber keiner kennt sich damit aus. Ich wäre ihnen sehr dankbar wenn sie mir weiter helfen könnten. mit freundlichen Grüßen M. Biller

Miranda, 14.07.2021 - 11:16 Uhr

Hallo, bei mir wurde anhand des CT das Beckenvenensyndrom festgestellt. Welcher Arzt behandelt das in Essen im Ruhrgebiet. Meine Ärztin hat noch keinen Spezialisten gefunden.

Sandra, 06.07.2021 - 01:34 Uhr

Hallo Herr Dr.Netzer ,bei mir wurden im März 21 nach langer Ärzte Odysse das Beckenvenensyndrom festgestellt. Heute weiß ich das es eine sehr massive Stauuung in der Eierstockvene gibt ,die Mittlerweile 14 mm dick ist.Im April wurden mir das 1 mal Colis eingesetzt ,leider ohne Erfolg ,da man mir nur kleine Collis einsetzen konnte, große waren nicht vorhanden. Wie gesagt ohne Erfolg. Vor einer Woche ,also ca. 8 Wochen später, dann das zweite Mal Colis eingesetzt, große diesmal ( 21cm) .Jetzt 1 Woche nach dem Eingriff spüre ich keine Verbesserung :( .Meine Schmerzen sind Teilweise unerträglich, sitzen und stehen ist schon lange nicht mehr möglich. Jetzt meine Frage, wie lange dauert es bis sich der Erfolg zeigt? Und kann so eine Vene eigentlich platzen? Lg

Sylvia, 17.02.2021 - 22:41 Uhr

Hallo Herr Dr. Netzer, bei mir wurde im Okt. 2019 PCS festgestellt und mir wurden in beiden Eierstockvenen Collis reingesetzt. Ich habe seitdem immer noch Schmerzen und schon alle Untersuchungen hinter mir. Bauchspiegelung, Darmspiegelung, alle Venen mit einem Katheder nachgesehen.... Mein Problem ist, dass ich immer noch Krampfadern im Bauch habe die wachsen und eine Krampfader liegt u.a. genau am TVT-Band, welches man mir entfernen möchte, weil dieses im Weg ist. Können Sie mir sagen, ob die Krampfadern platzen können und ob es Ärzte gibt, die diese Krampfadern veröden können? Vielen lieben Dank und Gruß aus Kempen

Eva, 28.11.2020 - 21:29 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Netzer. Ich bin aufgrund meiner starken Unterbauch- Beschwerden und einem Hinweis meiner Hautärztin auf das PCS und in weiterer Folge auf Sie als Fachmann gekommen. Ich habe massivste Schmerzen und Probleme im Becken und finde mich zu 100% in den Symptomen des PCS wieder. Ich habe bereits einen richtigen Ärzte Marathon hinter mir Heute war ich bereits bei einem Gefäßchirurgen, der mir nach einem kurzen Bein- und Bauchultraschall erklärte, dass alles ok sei und er mir nicht helfen könne. Hatte dieser etwas "Auffälliges" sehen müssen, oder kennen Sie solche Berichte, wo selbst Gefäßchirurgen nicht auf die Gründe solcher Beschwerden draufkommen? Meine Becken(boden)schmerzen hat er mit einem "dann müsste ich oben einen Stau sehen" abgetan. Ich bin wirklich sehr verzweifelt, habe zwei kleine Kinder und seit Monaten (Zyklus bedingt und nach Geschlechtsverkehr seit 9 Jahren!! ) massive Schmerzen. Wie lange müsste man denn bei Ihnen in etwa auf einen Termin warten? Liebe Grüße aus Österreich, Eva S.

Angela, 13.11.2020 - 23:58 Uhr

Sehr geehrter Dr. Netzer, Ich leide seit ca. vier Jahren unter Symptomen, die auf das PCS hinweisen könnten. Am meisten belasten mich Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, die mich an Wehen erinnern und teilweise so stark waren, dass mein Partner mich zum Arzt bringen wollte. Ich habe schon etliche, ergebnislose Untersuchungen hinter mir, habe es auch mit Osteopathie versucht, aber leider blieb der Erfolg bislang aus. Da ich aus dem Allgäu komme, wollte ich Sie gern fragen, ob Sie hier in der Umgebung einen Kollegen kennen, der das PCS behandelt? Ansonsten wäre München natürlich auch nicht weit. Vielen Dank für Ihre Bemühungen, herzliche Grüße Angela

Isabelle, 17.09.2020 - 21:09 Uhr

Sehr geehrter Dr. Netzer, seit der Entbindung meines ersten Kindes habe ich starke Schmerzen (Druck/Krampfgefühl) beim Stehen im Beckenbodenbereich. Rückbildung und Beckenbodengymnastik habe ich reichlich gemacht - ohne Besserung. Nach dem Geschlechtsverkehr sind die Schmerzen über den gesamten Tag so unerträglich, dass ich eigentlich nur liegen oder sitzen kann. Während meiner zweiten Schwangerschaft (Eintritt ca. 18Monate nach der ersten Entbindung) wurden die Schmerzen noch stärker sodass ich mich schon beim Duschen am liebsten hinsetzen möchte. Während der zweiten SS sind auch Vaginal Varizen aufgetreten (rechts, Schamlippen). Passen diese Symptome ins Krankheitsbild? Wenn ja, welche Untersuchung bei welchem Arzt könnte mir Aufschluss geben? Freundliche Grüße und vielen Dank für alle Ihre Erklärungen und vorab für Ihre Antwort.

Simone P., 31.07.2020 - 07:05 Uhr

Ich finde keine Praxis, die diese Untersuchung ( venöse ANGIO-MR) . Können Sie mir diesbezüglich weiterhelfen? Ich leide seit über 2 Jahren an unerträglichen Schmerzen und bin nun auf das Beckenvenensyndrom aufmerksam gemacht worden durch einen Bericht auf NDR/VISITE. Krankheitsbild passt genau zu meinen Schmerzen. Orthopädisch ist ales abgeschreckt, Darmspiegelung war auch ohne Befund, Bauspiegelung auch, also keine Endometriose. Mit freundlichen Grüßen Simone P.

Jasmin, 10.02.2020 - 10:17 Uhr

ich würde gerne wissen ob auch ein Beckenvenensyndrom vorhanden sein kann wenn man im kompletten Unterbauch chronische Schmerzen hat. Da ja immer von der linken Vene gesprochen wird?

Jutta, 10.01.2020 - 00:25 Uhr

Seit geraumer Zeit werde ich mit einer HRT therapiert, in diversen Stärken und Medikationen. In letzter Zeit bemerke ich u.a. vermehrt die beschriebenen Probleme. Die Schmerzen lokalisieren sich im Unterleib/Unterbauch. Jedoch habe ich auch (seltsamerweise zyklusbedingt) starke Oberbauchschmerzen / Übelkeit. Mit entsprechenden Medikationen weiss ich mir zu helfen. Dieses ist keine Dauerlösung. Soweit ich informiert bin, können Hormone die Varicosis p. beeinflussen / begünstigen. Können jedoch die Beschwerden soweit ausstrahlen, d man den Eindruck erhält Oberbauch / Darmbeschwerden zu haben? Wie bereits erwähnt wurde eine varicosis pelvis diagnostiziert. Eine Endometriose ist nicht mehr vorhanden. Seit geraumer Zeit werde ich mit einer HRT behandelt.

Jutta, 10.01.2020 - 00:13 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Netzer. 2011 wurde aufgrund von Beschwerden eine Laproskopie durchgeführt. U.a. wurde die varicosis pelvis als Zufallsbefund festgestellt. In einem jetzigen Telefonat mit dem Endometriose-Zentrum wurde mir gesagt, es seien Bilder angefertigt worden, die einen erheblichen Befund aufweisen.

Julienne, 18.10.2019 - 09:28 Uhr

Hallo Herr Dr. med Netzer, ich habe folgende Frage; Ich leide unter genau den angebenden Symptomen. Diese wurde bei meiner aktuellen (ersten) Schwangerschaft ausgelöst. Bin schlank, 33 Jahre und hatte zuvor nichtmal einen Besenreiser. Aktuell liege ich im Krankenhaus wegen einem Kaiserschnitt und habe sehr viel Blut verloren, da einige Venen durchdreht werden mussten (laut Ärzte hat sich das Bild von außen meiner varizen im Intimbereich auf der Gebärmutter widergespiegelt. Ich habe starke Varizen im Intimbereich und linken Bein. Kann ich darauf hoffen, dass die varizen im Intimbereich nach Kaiserschnitt, sich wieder zurück bilden? Viele Grüsse und herzlichen Dank schon mal.

Jessi, 08.10.2019 - 16:55 Uhr

Bei mir wurden beim Ultraschall auch deutlich kräftigere Beckenvenen entdeckt. Habe einen Arzt in Bielefeld (Johannesstift im Bereich Gefäß und Wundzentrum) gefunden, dem dieser Begriff geläufig ist. Er versucht jetzt in Zusammenarbeit mit dem Radiologen endlich die Diagnose stellen zu können und kennt auch die oben genannten Behandlungsmethoden.

Ulla, 02.10.2019 - 16:20 Uhr

Ich habe den Befund kräftige Venen im kl. Becken mit V.a Pelvic-Congestion-Syndrom. Das Krankenhaus hat mich entlassen, ich kann weiter ibo nehmen. Wo finde ich jetzt einen Arzt der sich damit auskennt? Ich komme aus Wuppertal.

Mizia, 14.09.2019 - 21:23 Uhr

An welchen Spezialisten kann man sich wenden?

Jessi, 04.09.2019 - 14:41 Uhr

Hallo, ich leide jetzt bereits seit zwei Jahren unter den Symptomen. Allerdings kommen bei mir neben den Schmerzen noch spontane Schwellungen der Schamlippen dazu. Bei Belastungen werden sie innerhalb von Sekunden dick, hart und ein wenig taub. Ich finde einfach keinen Arzt in meinem Umkreis der davon schon mal etwas gehört hat, geschweige denn eine Diagnose stellen kann. Ich suche verzweifelt nach einer Institution die ihre beschriebene Untersuchung (venöse Angio- MRI) überhaupt durchführt. Werde es als nächstes bei einer interventionellen Radiologie versuchen, die das hoffentlich können. Können Sie mir da etwas in NRW empfehlen? Oder führen Sie die gesamten Untersuchungen und Behandlungen selbst durch? Dann wäre es für mich eine Überlegung das ggf. direkt bei Ihnen zu machen. Ich möchte einfach nur noch geheilt werden.

Antwort von Dr. med. Florian Netzer, verfasst am 09.09.2019

Sehr geehrte Jessi, es ist tatsächlich sehr schwierig, Kollegen zu finden, die sich auf die Diagnostik und Therapie des PCS verstehen. Umgekehrt genügt in vielen Fällen, zumindest als Erstdiagnostik zur Bestätigung eines PCS-Verdachts, eine gut gemachte Sonographie, an der halb stehenden Patientin. Dazu setzen wir auch Sonographie mit Kontrastmittel, und spezielle Sonden ein. Der nächste Kollege, der mir bekannt ist, welcher so arbeitet, ist in auf der Schweizer Bodenseeseite, Dr. Jürg Traber. Damit ist Ihnen in NRW aber leider auch nicht geholfen. Entweder finden Sie selbst eine(n) Kollegen(in) in erreichbarer Nähe, oder wir bieten Ihnen einen Untersuchungstermin an, den Sie bitte telefonisch vereinbaren wollen. Mit freundlichen Grüßen F. Netzer

Anna A., 28.08.2019 - 12:38 Uhr

Hallo, ich habe schon seit vielen Jahren starke Beschwerden, die nahezu exakt zum oben beschriebenen Beschwerdebild passen. Es wurden auch schon etliche Untersuchen vorgenommen, letzendlich aber keine organische Ursache gefunden. Ich bin deshalb sehr verzweifelt. Können Sie mir einen Spezialisten im Ruhrgebiet (Essen) empfehlen, der untersuchen kann, ob ich am Beckenvenenstauungssyndrom leide?

Antwort von Dr. med. Florian Netzer, verfasst am 09.09.2019

Sehr geehrte Anna, schauen Sie sich bitte auch die Antwort an, welche ich an Frau Jessi schrieb: es ist tatsächlich nicht einfach, jemanden dafür zu finden, weil sich noch sehr wenige Ärzte darauf fokussieren. Ich fürchte, Ihnen da auch nicht mit einer anderen Empfehlung, als der an Frau Jessi, weiterhelfen zu können. Mit freundlichen Grüßen Dr. Florian Netzer München Venenspezialist

M. Kleinsorge, 06.08.2019 - 16:37 Uhr

Hallo, ich war deswegen bei einem Phlebologen. Die Dame musste jedoch erstmal nachschauen, wovon ich rede. Irgendwie stoße ich nur auf Unwissen....

Anna. F, 29.07.2019 - 21:28 Uhr

Hallo ich bin 18 Jahre alt und bei wurde vor ein paar Monaten auch gestaute Venen der Gebermutter mittels Ultraschall gefunden. Ich habe auch unter anderem mit Varikosis beider Beine zu kämpfen. Durch die gestauten Venen habe ich immer einen Druckschmerz am Unterleib, aber seit ein paar Wochen auch manchmal so Schmerzen bds. Gibt es evtl irgendeine Lösung, diese Krankheit zu behandeln? Ich bin erst 18 und hatte auch noch keine Schwangerschaft, die dieses evtl verursachen hätte können.

Antwort von Dr. med. Florian Netzer, verfasst am 06.08.2019

Sehr geehrte Anna, Ihr Fall ist nicht der Erste, bei welchem eine "Nullipara" (Frau ohne Geburten), und auch schon in so jungen Jahren, an einem PCS leidet, wenn sich dieses bestätigen sollte. Wir lernen immer mehr über das Leiden, und stellen fest, dass es sich wohl auch um eine anlagebedingte Klappenlosigkeit der Unterleibs- und Ovarialvenen handeln kann. Ich rate Ihnen dazu, insbesondere die linke Eierstocksvene einmal genau untersuchen zu lassen: weist diese eine abnorme Größe auf, ist die Diagnose praktisch gesichert. Mit freundlichen Grüßen Dr. F. Netzer Venenchirurg München

Heike P., 18.07.2019 - 19:44 Uhr

PCS... Hallo... bei mir wurde nach einer Odyssee von Ärzten und Untersuchungen (Darmspiegelungen, Laparoskopien, Fruktose/Laktose/Histaminintoleranz, psychos. Schmerz, CT Bauch, Stuhluntersuchung....) seit 2006 im letzten Jahr endlich das PCS entdeckt durch eine Laparoskopie. Ich habe bisher zweimal das Coiling der Venen in einer Klinik machen lassen. Ich hoffe jetzt auf Schmerzlinderung. Allerdings könnte es sein, dass es wiederholt werden müsste.

Antwort von Dr. med. Florian Netzer, verfasst am 22.07.2019

Liebe Frau P., manchmal ist das Coiling nicht ausreichend, wenn z.B. die Vene sehr weit ist. Wir haben dann erfolgreich eine laparoskopische Durchtrennung der Vene durchgeführt. Auch muss machmal zusätzlich zum Coiling/der Gefäßdurtchtrennung eine Verödung der Krampfadern des Beckenbodens vorgenommen werden Mit freundlichen Grüßen Dr. Florian Netzer München Venenklinik

Melanie K., 07.07.2019 - 21:46 Uhr

Hallo, habe seit vier Monaten starke Schmerzen im Schambereich, in den Leisten, Oberschenkeln und Unterbauch. Die einschießenden Attacken in den Schambereich sind das Schlimmste. Habe diverse Krankenhausaufenthalte, Behandlung hinter mir. Sämtliche MRT-Befunde passen wohl nicht zu meinen Beschwerden. Orthopäde vermutet einen Zusammenhang mit dem ISG. Es wurde nun eine Knochensinzigraphie gemacht, auch diese war ohne Befund. Im weiß nicht mehr weiter. Könnte dies hiermit zu tun haben? Liebe Grüße Melanie

Antwort von Dr. med. Florian Netzer, verfasst am 15.07.2019

Liebe Melanie, das MRT ist leider nicht immer in der Lage, ein PCS zu diagnostizieren. Das Problem liegt alleine schon in der Patientenposition, in welcher die Untersuchung durchgeführt wird: im Liegen. Da sich die Venen aber in dieser Position kaum füllen, ist es sehr schwierig ein PCS auszuschließen, nur der positive Nachweis kann ggf. gelingen. Durch eine erweiterte Sonografie-Technik, kann man die Ovarialvene oftmals recht gut darstellen: gehen Sie z.B. zu einem Nierenspezialisten und bitten darum, oder Sie können sich auch gerne an uns wenden. Mit freundlichen Grüßen Florian Netzer

Martina K., 16.04.2019 - 15:38 Uhr

Hallo. Mein Gyn hat er bei mir einige Krampfadern festgestellt und will meine ständigen Schmerzen mit der Durchnahme der Pille in den Griff bekommen. Alle Symptome des Beitrags treffen bei mir zu. Sollte ich mich von einem Spezialisten untersuchen lassen?

Antwort von Dr. med. Florian Netzer, verfasst am 06.08.2019

Verzeihen Sie bitte, dass ich jetzt erst den Kommentar sehe, und Ihre Frage beantworte! Ja, ich empfehle eine Untersuchung Ihrer linken Eierstocksvene. Mit freundlichen Grüßen Dr. Florian Netzer Venenspezialist München

Käthe, 13.01.2019 - 04:46 Uhr

Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag! Nun meine Frage: Wie sieht es denn mit weiteren Schwangerschaften nach solchen Eingriffen aus? Ist es empfehlenswert oder eher gefährlich, evtl. auch gar nicht mehr möglich oder erschwerte Bedingungen? Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich genau dieses Problem vorliegen habe und wir haben mit unserer Kinderplanung noch nicht abgeschlossen... Liebe Grüße und vielen Dank im Voraus!

Antwort von Dr. med. Florian Netzer, verfasst am 16.01.2019

Sehr geehrte Käthe, unter unseren Patientinnen finden sich auch solche, die einen therapeutischen Verschluss der Ovarialvene hinter sich haben und weitere Schwangerschaften unproblematisch austrugen. Allerdings ist das wirklich nur eine grob pauschalierende Auskunft. Letztlich kann man diese Frage nur dann individuell beantworten, wenn man die Art und Ausdehnung der Venenerweiterungen festgestellt hat. Ich hoffe Ihnen mit dieser allgemeinen Auskunft ein wenig weitergeholfen zu habe. Mit freundlichen Grüßen Dr. Florian Netzer München

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