Krampfadern: Welche Verfahren gibt es? Wann kommen die Krankenkassen für die Kosten auf?

Dr. Fuchs

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©70552833-zlikovecKrampfadern können heutzutage mit verschiedenen Methoden behandelt werden. (©70552833-zlikovec)Für die Behandlung chronischer Venenerkrankungen gibt es Leitlinien zu bekannten Einzeltherapien. Eine umfassende Empfehlung, die sich an den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert, fehlt jedoch.

Führende Gefäßspezialisten haben im Februar 2016 in einem Artikel im Journal der Deutschen Gesellschaft für Dermatologie versucht, das gesamte Therapiespektrum zusammenzufassen.

Chronische Venenerkrankungen sind symptomorientiert zu behandeln. Hierfür stehen zum einen invasive Maßnahmen, zum anderen die Kompressionstherapie und Venenmedikamente zur Verfügung. Die eingangs gestellte Frage ist einfach beantwortet. Es ist bemerkenswert, dass in der Bundesrepublik Deutschland kein einziges operatives oder invasives Verfahren zugelassen ist!

Nach Aussage der für die Bewertung von medizinischen Therapie-Verfahren zuständigen Bundesbehörde, dem Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA), erfolgte in der Vergangenheit durch diese Behörde oder ihre Vorgänger keine einzige Überprüfung. Aufwendungen für Leistungen, die ausgeschlossen wurden, können von den Kostenträgern, gesetzliche und private Versicherer, nicht erstattet werden. Alle Verfahren sind logischerweise somit anwendbar und von gesetzlichen und privaten Krankenversicherern erstattungsfähig. Soweit zur Begriffsklärung.

 

 

Welche Verfahren sind verfügbar und was wissen wir über sie? Welche Kosten entstehen?

Behandlung mit Kompressionsstrümpfen

Die Behandlung mit Kompressionsstrümpfen ist bekannt. Sie ist sehr wichtig bei venenbedingten Wunden, die am besten unter einer Kompression abheilen. Auch für Betroffene mit oder nach einer Thrombose gehören sie zur Standardtherapie. Für Patienten mit Krampfadern sind Kompressionsstrümpfe nur noch in seltenen Fällen erforderlich, weil es Operationsverfahren gibt, die sie verzichtbar machen.

© stefan_weis - FotoliaVenenerkrankungen gehören der Vergangenheit an! (© stefan_weis - Fotolia)Beispielsweise für Berufstätige, die viel stehen oder sitzen müssen und denen die Beine anschwellen oder schmerzen, bietet die Industrie für Frauen und Männer für jeden Einsatzzweck spezielle Strümpfe. In der Regel reicht ein Unterschenkelstrumpf der Klasse I. Oft wird diese Therapie mit Venentabletten begleitet. Ihr Stellenwert in der Therapie der Venenerkrankungen wird oft überbewertet.

Die Stripping-Operation

Jeder kennt die Stripping-Operation. Ein Eingriff in Narkose und das Tragen von Kompressionsstrümpfen ist meist Pflicht. Letzteres in der Regel für acht Wochen. Jedes Bein wird meist einzeln operiert. Deshalb sind unter Umständen mehrere Operationstermine mit erneut achtwöchiger Kompressionstherapie erforderlich.

  • Die Kosten werden durch die gesetzlichen Krankenkassen ohne weiteres übernommen.
  • Offizielle Kostenberechnungen findet man nicht. 

Die Sklerosierung der Venen

Ein anderes Verfahren ist die Sklerosierung der Venen mit einer Alkohollösung.

Die Resultate sind allerdings unbefriedigend.

  • Zwischen 9-10 Sitzungen sind üblich.
  • Kompressionsstrümpfe sind zu tragen.

Die CHIVA-Methode

Die CHIVA-Methode gehört nicht zu den gängigen Methoden und tritt zahlenmäßig in den Hintergrund. Über kleine Schnitte wird versucht, den venösen Kreislauf wieder herzustellen.

Behandlung mit einem Katheter

Moderne Verfahren bedienen sich eines Katheters, der in die funktionsuntüchtige Vene über eine Punktion, ähnlich einer Blutabnahme, eingeführt wird. Es sind die thermischen Verfahren zu nennen - also Laser, Radiowelle und Heißwasserdampf.

Die Hitze verschließt das Gefäß von innen. Temperaturen von 120°C erfordern eine Betäubung, eine leichte Narkose oder einen Dämmerschlaf. Für die Nachbehandlung sind Kompressionsstrümpfe vorgesehen.

Der Venenkleber

Ein weiteres modernes Verfahren ist der Venenkleber. Über den Katheter wird ein medizinischer Klebstoff - zugelassen in den 60er Jahren, weit vor dem Laser und der Radiowelle - in die Vene eingespritzt. Die Vene wird von innen verklebt.

  • Es sind keine Narkose und keine Kompressionsstrümpfe notwendig.
  • Es handelt sich hierbei um ein besonders schonendes Verfahren.

Menschen mit individuellen Vorerkrankungen, die eine Narkose ausschließen (Diabetiker oder Patienten mit gerinnungshemmenden Medikamenten, Durchblutungsstörungen mit dem Verbot einer Kompressionsbehandlung) können alle ohne Sorge mit diesem Verfahren behandelt werden.

Mehrere Befunde werden in derselben Sitzung verklebt. Trotzdem kann der Patient im direkten Anschluss seine privaten oder beruflichen Tätigkeiten ohne Einschränkungen aufnehmen.

Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse?

© fotolia-113451384-KurhanInformieren Sie sich vorab bei Ihrem Arzt, welche Methode zur Behandlung von Krampfadern von Ihrer Krankenkasse übernommen wird. (© fotolia-113451384-Kurhan)Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen bevorzugt die Stripping-Operation und lassen ihre Versicherten nur bedingt an modernen Therapieverfahren teilhaben. Dies wird über komplizierte und eingeschränkte Vertragskonstruktionen gewährleistet. Dabei hat der Gesetzgeber allen Kassen fortschrittliche Möglichkeiten in die Satzungen geschrieben.

Über das Kostenerstattungsprinzip und die Möglichkeit, nicht zugelassene Leistungserbringer aufsuchen zu dürfen, kann jeder Versicherte ein auf seine Lebenssituation und Beschwerdesymptomatik zugeschnittenes Behandlungskonzept bei einem Spezialisten abrufen.

Die Privatversicherer sehen dies schon lange als Vorteil. Viele Kassen haben das auch erkannt und ermöglichen ihren Versicherten moderne Therapiekonzepte.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (7)


27.06.2018 - 14:49 Uhr

Krampfadern entfernen lassen, welche Kosten...

von Ahlgrimm

... übernimmt die Krankenkasse?

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 28.06.2018
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrte Frau/Herr Ahlgrimm, Es gibt sogenannte Sonderverträge, über die dann die Kosten moderner endovenöser Verfahren abgerechnet werden. Melden Sie sich gerne in meiner Praxis, wir helfen Ihnen weiter. Mit freundlichen Grüßen, Dr. Fuchs

19.06.2018 - 21:31 Uhr

Guten Abend warum übernimmt die AOK in einigen...

von Stefanie M.

... Bundesländern nicht die Kosten einer Laser Op? Meinte lehnte eine ambulante Behandlung ab, würde jedoch eine stationäre Behandlung per Laser bezahlen. Wie verhält sich das? Mit freundlichen Grüßen I Stefanie M.

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 20.06.2018
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrte Frau Stefanie M., die Antwort auf Ihre berechtigte Frage wird Ihnen die AOK auch nicht geben können. Die AOK darf das vom Gesetz, der AOK-Satzung und auch von Seiten des Bundesversicherungsamtes als Aufsichtsbehörde grundsätzlich immer erlauben. Die Versicherten sollen es nur nicht wissen. Ablehnen ist für die AOK einfach und für Sie mit Aufwand verbunden, denn viele haben dann keine Lust mehr weiterzusuchen. In vielen Bundesländern existieren sogenannte IGV-Verträge. Nur diese müssen von der jeweiligen Krankenkasse auch unterschrieben werden. Venen werden heute nur noch ganz selten stationär behandelt. So eine Vorgehensweise läßt den Wissenden schon merkwürdig aufhorchen. Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung empfiehlt in solchen Sachen, die Krankenkasse zu wechseln. Das geht in der Tat ganz einfach. Zwei Telefonate, zwei Unterschriften, und der Wechsel ist erledigt. Egal welche Kasse Sie sich aussuchen, die müssen Sie als Pflichtversicherten nehmen. Die Meisten haben davor Angst, weil sie denken, sie würden bestimmte Privilegien aufgrund der Zugehörigkeit verlieren. Stimmt nicht. Eine Frage an Sie: Warum Laser? Es geht noch komfortabler. Falls Sie wissen möchten, welche Möglichkeiten Sie haben und welche Krankenkassen, es sind so um die 50, für Sie in Frage kommen, dann schreiben Sie mir unter info@venenkleber.koeln Gerne helfe ich weiter. Mit besten Grüßen aus Köln, Dr.Fuchs

23.04.2018 - 15:16 Uhr

Ich habe mir meine Krampfadern verödet lassen....

von Manfred W.

... Eine Sitzung am rechten Bein kostet 60 Euro. Man sagte mir dort das meine gesetzliche Krankenkasse diese Kosten nicht übernimmt. Stimmt das ?

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 26.04.2018
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrter Herr Manfred W., die Antwort ist: Jein. Das ist unbefriedigend. Fall ein Krampfaderleiden vorliegt und das Veröden mit zur Therapie gehört, läßt es sich auch bei Kassenpatienten über eine Behandlungsziffer abrechnen. In der Regel wird die Verödungstherapie als IGEL angeboten. Der Preis von 60.-€ ist üblich, wenn nach GOÄ die reine Verödung abgerechnet wird. Zum Teil werden ein Kompressionsverband oder ein zusätzlicher Materialverbrauch noch in Rechnung gestellt. MfG Dr.Fuchs

02.08.2017 - 20:30 Uhr

Guten Abend Können Sie mir Muster dieses...

von Joanna

... Antrags per gmail schicken oder ungefähr schreiben, wie ich einen Antrag für die Erstattung einer Krampfader Chirurgie schreiben soll? Mit freundlichen Grüßen Joanna

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 03.08.2017
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr gerne, gehen Sie auf meine Seite venenkleber.koeln und schreiben Sie mir eine Email mit Ihren Kontaktdaten, dann sende ich Ihnen die kompletten Unterlagen zu. Beste Grüße, Dr.Fuchs

05.04.2017 - 10:10 Uhr

Hallo, ich habe am linken Bein stark ausgeprägte...

von Rudi I.

... Krampfadern. Allerdings möchte ich sie nicht über das Stripping behandeln lassen, weil ich es mir aus familiären und beruflichen Gründen quasi nicht erlauben kann, mehrere Tage oder sogar Wochen aus zu fallen. Könnte mir bitte jemand sagen, welche gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Chiva oder ein anderes Verfahren übernehmen bzw. welche Ärzte für Behandlung und Begutachtung empfehlenswert sind? Ich wohne in Frankfurt am Main. Falls erforderlich, würde ich auch einer anderen gesetzliche Krankenkasse eintreten. Vielen Dank für jeden Tipp. Mit freundlichem Gruß

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 06.04.2017
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrter Herr I., mit Ausnahme des Venenklebers müssen alle anderen invasiven Verfahren auf eine Narkoseform und in der Folge auch auf Kompressionsstrümpfe zurückgreifen. Beim Venenkleber entfällt auch die ansonsten bis zu 14tägige Krankschreibung. Hinsichtlich der Kostenübernahme müssen Sie einen Antrag bei Ihrer Krankenkasse stellen. Gerne berate ich Sie und unterstütze ich Sie dabei. Mit freundlichen Grüßen Dr.Fuchs

27.09.2016 - 16:37 Uhr

Werden die kosten von Krankenkasse übernommen...

von Mato P

... bei Behandlung mit Venenkleber ?

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 01.10.2016
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrter Leser, für gesetzlich Versicherte wird ein Antrag auf Kostenübernahme/-erstattung gestellt. Immer mehr gesetzliche Krankenkassen erkennen, dass mit dem Venenkleber eine hervorragende Alternative zur Verfügung steht, die weniger Kosten verursacht und die Lebensqualität erheblich verbessert. Die Entscheidung trägt letztenendes die Krankenkasse. Mit freundlichen Grüßen Dr.Fuchs

11.09.2016 - 14:22 Uhr

Guten Tag, meine Beine sind übersät mit...

von Lieselotte B.

... Krampfadern. Meine Kasse hat mit einer Praxis in einer anderen Stadt einen Vertrag ausgehandelt, wo schonende Methoden durchgeführt werden. Doch in dieser Praxis bietet man mir diese nicht an. Mir wäre eine Praxis in Düsseldorf lieber (ich wohne in Neuss) und müsste dann nicht den komplizierten Weg nach Köln machen. Was kann ich tun, um meine Kasse davon zu überzeugen, dass ich mich in Düsseldorf behandeln lassen kann? Ich wurde übrigens schon zweimal operiert. Ich möchte mir keine Venen mehr herausreißen lassen. Ich habe Beschwerden, Schmerzen und keiner hilft mir. Mit freundlichem Gruß, Lieselotte B.

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 13.09.2016
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrte Frau B., immer wieder wenden sich Betroffene an mich und berichten in dieser Weise über ihre Kasse. Wenn ihre Kasse es ernst mit Ihnen meint, gewährt sie Ihnen auch eine Behandlung an anderer Stelle. Die Kassen bestehen auf ihrem Argument, dass sie dies nicht dürften. Sie können in Ihrem Fall, wie es auch woanders möglich ist, eine Einzelfallentscheidung oder die Kostenerstattung anbieten. Bleiben Sie hartnäckig und fordernd. Der Venenkleber ist die einzige Möglichkeit, auf eine Narkose und auf Kompressionsstrümpfe zu verzichten. Radiowelle und Laser vermögen dies im Endeffekt nicht. Hierfür lohnt sich meines Erachtens der Weg nach Köln. Gerne helfe ich Ihnen zusammen mit meinem Team weiter. Beste Grüße Dr.Fuchs


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