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Lipidapherese: Wie Blutreinigungsverfahren helfen, Blutfetterhöhungen zu behandeln

Dr. Breitenberger

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© crevis - fotoliaFettstoffwechselstörungen gehören weltweit zu den häufigsten und am weitesten verbreiteten Risikofaktoren für Gefäß- und Herzkranzgefäßerkrankungen. (© crevis - fotolia)Die meisten Fettstoffwechselstörungen sind mit einer Erhöhung des Cholesterins verbunden. Eine weitere ernsthafte Störung des Fettstoffwechsels ist die seltenere Lipoprotein-(a)-Erhöhung. Die Fettstoffwechselstörungen führen zu einer Ablagerung der im Blut erhöhten Lipide an der Gefäßwand und schließlich zur Arteriosklerose. Bei schweren Formen sind bereits auch jüngere Patienten betroffen.

Im Verlauf kommt es zu gravierenden Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen. Fettstoffwechselstörungen gehören weltweit zu den häufigsten und am weitesten verbreiteten Risikofaktoren für Gefäß- und insbesondere Herzkranzgefäßerkrankungen. Hypercholesterinämie und die Lipoprotein-(a)-Erhöhung können genetisch bedingt sein, die Leber produziert diese Blutfette im Übermaß.

Therapie der Fettstoffwechselstörungen

Die Therapie zielt immer darauf ab, die krankhaften Blutfetterhöhungen zu senken. Das geschieht zunächst mit fettarmer Diät. Durch ausreichende Bewegung sollte ein Normalgewicht angestrebt werden. Falls dies nicht genügt, kommen medikamentöse Cholesterinsenker zum Einsatz. Je nach Schweregrad einer bereits vorliegenden Gefäßschädigung existieren Zielbereiche für die Blutfettwerte.

Bei einigen Patienten sind trotz all dieser Maßnahmen die therapeutischen Zielbereiche nicht erreichbar. Nicht selten liegt es auch an einer Unverträglichkeit der cholesterinsenkenden Präparate. Typisch sind Muskelschmerzen. Ist das der Fall ist, kommt es im Verlauf zu einer Verschlechterung der Gefäßerkrankung mit Herzinfarkt, Schlaganfall und Verschluss von Arterien. Hier kommt die Lipidapherese zum Einsatz.

Lipidapherese: Blutfetterhöhungen effektiv behandeln

Die Lipidapherese, auch LDL-Apherese, Lipidfiltration, Lipoprotein-(a)-Therapie, Rheopherese oder therapeutische Apherese genannt, ist ein Verfahren, mit dem Blutfetterhöhungen effektiv behandelt werden können. Die Apherese reinigt das Blut des betroffenen Patienten, indem sie verschiedene Filtermethoden durchläuft. Vereinfacht dargestellt, wird das Blut des Patienten in einen Kreislauf geleitet, in dem ein eingesetzter Filter das Blut von den erhöhten Blutfetten befreit.

Die Behandlung ist sicher und sehr gut verträglich. Sie dauert zwischen 1,5 und 3 Stunden pro Sitzung.

Die großen Blutfettmoleküle werden hierbei durch unterschiedlich große Filterporen (Lipidfiltration, MDF) oder durch Bindungseigenschaften der Filter aus dem Blut abgetrennt (Dextransulfat, HELP, DALI). Das so gereinigte Blut gelangt dann wieder zum Patienten. Es werden keine Stoffe zugeführt. Der Behandlungskreislauf benötigt nur geringe Mengen an blutgerinnungshemmendem Heparin.

Alle genannten Methoden können die gefäßschädigenden Blutfette pro Sitzung um mindestens 60 % oder mehr absenken. Bei der Mehrheit der Apheresepatienten ist eine Sitzung pro Woche nötig. Im Verlauf der wiederkehrenden Behandlungen sinken die Blutfettwerte ab. Es kommt zu einem Stillstand der fortschreitenden Gefäßerkrankung.

Eine Pro(a)Life-Studie konnte zeigen, dass Patienten mit dem Risikofaktor Lipoprotein a in sehr hohem Maße von der Lipidapherese profitieren. Die vor Beginn der Behandlung hochgradig gefährdeten Patienten erleben eine Stabilisierung der Beschwerden und die Häufigkeit von kardialen Ereignissenen verringert sich um mehr als 80 %. Sprechen Sie Ihren behandelnden Kardiologen auf das Vorliegen von Risikofaktoren, einschließlich des Lipoprotein a, an.

© Igor Mojzes - fotoliaDie Behandlung ist gut verträglich und dauert zwischen 1,5 und 3 Stunden pro Sitzung. (© Igor Mojzes - fotolia)Organisation: Beantragung einer individuellen Ausnahmetherapie

Die Behandlung wird von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen erstattet. Da es sich um eine individuelle Ausnahmetherapie handelt, ist hierfür ein Antrag bei der Krankenkasse nötig. Diese Beantragung kann Ihr Behandler gegebenenfalls für Sie übernehmen. Denn viele stehen in engem Kontakt mit dem behandelnden Hausarzt und Kardiologen ihrer Patienten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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