Sie schwitzen am Kopf? Was jetzt hilft

Claudia Galler

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© Andrei Korzhyts – fotolia.com Wird es warm, geben unsere Schweißdrüsen Flüssigkeit ab. (© Andrei Korzhyts – fotolia.com )Stehen Ihnen schon morgens nach dem Duschen Schweißperlen auf der Stirn? Lesen Sie in diesem jameda Gesundheitstipp mehr über Schweißdrüsen, Schwitzverhalten und Möglichkeiten, gegen eine übermäßige Schweißproduktion vorzugehen.

Wärmeregulation, Säureschutzmantel und Entgiftung

Schweißdrüsen sind über den Körper verteilt, besonders viele sitzen an den Fußsohlen, Handflächen, in den Ellenbeugen und an der Stirn. Über die Schweißbildung kann die Körpertemperatur reguliert werden:

Wird es warm, geben die Schweißdrüsen Flüssigkeit ab, die auf der Haut verdunstet und so den Körper kühlt. Die Drüsen halten auch den Säureschutzmantel aufrecht und schleusen Abfallprodukte aus dem Körper.

Was bestimmt das Schwitzverhalten?

Grundsätzlich ist die Aktivität der Schweißdrüsen genetisch veranlagt. Manche Menschen schwitzen sehr wenig, andere stark, der eine hat ständig schweißnasse Hände, dem anderen stehen bei jeder Gelegenheit Schweißperlen auf der Stirn.

Die Schweißproduktion wird bei unterschiedlichen Anlässen verstärkt, z.B. bei Hitze, körperlicher Anstrengung und sexueller Erregung. Auch der Genuss von scharfen Speisen, Genussstoffen wie Kaffee, Alkohol und Nikotin sowie Übergewicht führen zu verstärktem Schwitzen.

Bei Angst bildet sich kalter Angstschweiß auf der Haut, Frauen in den Wechseljahren leiden unter unangenehmen Schwitzattacken. Auch Erkrankungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion, Angststörungen und unphysiologisches Schwitzen (Hyperhidrose) führen zu erhöhter Schweißbildung.

Patienten, die Arzneimittel wie Psychopharmaka oder Opioide einnehmen, können nebenwirkungsbedingt vermehrt schwitzen.

Tipps gegen das Schwitzen am Kopf: Antitranspirantien, alternative Heilmittel

©Jürgen Fälchle - fotoliaTägliches Wechselduschen trainiert Ihre Schweißdrüsen. Probieren Sie es aus! (©Jürgen Fälchle - fotolia)Wer viel schwitzt - auch am Kopf - sollte auf scharfe Speisen und Genussstoffe wie Kaffee, Alkohol und Nikotin verzichten und überschüssige Pfunde loswerden.

Tägliche Wechselduschen trainieren den Körper und seine Schweißdrüsen, auf Veränderungen angemessen zu reagieren. Schweißhemmende Lösungen kann man mit Vorsicht am Kopf anwenden. Sie enthalten z.B. Pflanzenextrakte wie Salbei, Gerbstoffe oder das stark wirksame Aluminiumchlorid.

Am Kopf sollte man die Präparate mit einem Wattebausch auftupfen, nicht aufsprühen. Vor allem Aluminiumchlorid kann die Haut reizen, es sollte nicht auf frisch rasierte oder verletze Haut aufgetragen werden. Salbei wird auch als Teeaufguss oder Tabletten eingenommen, um die Schweißproduktion zu hemmen.

Homöopathische Einzelmittel werden abhängig von weiteren Symptomen ausgewählt, z.B. China, Kalium carbonicum, Acidum sulfuricum, Sepia und Sulfur. An biochemischen Funktionsmitteln nach Schüssler stehen Silicea, Calcium phosphoricum und Calcium carbonicum zur Verfügung.

Bei Hyperhidrose hilft oft nur eine ärztliche Behandlung

Wer unter Hyperhidrose leidet, kann mit Hausmitteln nicht viel ausrichten. Die Schweißabsonderung ist hier extrem hoch, sie geschieht unabhängig von körperlicher Anstrengung und Außentemperatur. Betroffene können dabei ständig schwitzen oder zu unvorhersehbaren Zeitpunkten von Schwitzattacken heimgesucht werden.

Der Arzt kann Medikamente mit anticholinerger, schweißhemmender Wirkung verordnen, z.B. Methantheliniumbromid und Bornaprin. Man kann Hyperhidrose am Kopf aber auch durch einen operativen Eingriff behandeln. Bei dieser endoskopischen transthorakalen Sympathikusblockade (ETS) werden auf Höhe des Brustkorbes entlang der Wirbelsäule diejenigen Nerven abgeklemmt oder durchtrennt, die Signale zur Schweißbildung weiterleiten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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