Müssen Polypen bei Kindern immer operiert werden? Welche Alternativen gibt es?

Dr. Mayer-Brix

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© StephanieFrey_iStockIm Alter von 3 bis 6 Jahren sind Kinder den meisten Infekten ausgesetzt. (© StephanieFrey_iStock)Bei Kindern, die häufig an Infekten oder an Schnarchen leiden, empfehlen HNO-Ärzte oftmals die Entfernung der Polypen. Sie, als Eltern, fragen sich dann meistens, ob das wirklich sein muss oder ob es nicht noch andere Möglichkeiten der Behandlung gibt.

In diesem Artikel sollen die häufigsten Fragen aus Sicht der Schulmedizin und der Naturheilkunde beantwortet werden.


Was sind eigentlich „Polypen“?

Die Polypen bestehen aus Lymphgewebe, das die Atemluft wie ein Kamm filtert. Sie sitzen ganz hinten in der Nase und enthalten Abwehrzellen, die Bakterien und Viren unschädlich machen können. Ähnlich wie die Mandeln im Hals, schützen die Polypen den Körper und trainieren das Immunsystem, Antikörper für die Zukunft zu bilden.


Warum werden die Polypen größer?

Die Polypen vergrößern sich, wenn sich der Körper gegen Viren und Bakterien schützen will oder wenn sich das Immunsystem entwickelt. Kommt das Kind nach der Kleinkindphase in die Kinderkrippe oder in den Kindergarten, dann steht es plötzlich mit vielen neuen Keimen in Kontakt. Darauf reagiert das Immunsystem sehr stark und die Kinder kämpfen ständig mit neuen Infekten, oft auch mit einem Dauerschnupfen.

Viele Eltern wissen aus Erfahrung, dass im ersten Kindergartenjahr eine Vielzahl von Infekten auftreten können. Sie wundern sich dennoch häufig in dieser Zeit, dass sie selber auch ständig krank sind - oft kann in Abstrichen nachgewiesen werden, dass eigentlich alle 14 Tage andere Keime bei betroffenen Kindern aktiv sind.

Das Alter zwischen 3 und 6 Jahren ist bei Kindern eine besonders aktive Zeit - bis zu 10 Infekte im Jahr sowie vergößerte Adenoide sind hier möglich.


Wann ist eine Operation wirklich notwendig?

Diese Frage kann man nur individuell beantworten. Sie hängt davon ab, wie stark das Kind beeinträchtigt ist. Wenn Kinder schlecht hören oder wenig bzw. undeutlich sprechen, dann ist eine Operation notwendig. Schnarcht das Kind nur oder hat es nachts den Mund offen, dann ist eine Operation eher nicht nötig.


Welche Alternativen zur Operation gibt es?

Wenn die Polypen noch nicht zu groß sind, kann in über der Hälfte der Fälle eine Operation vermieden werden.

Folgende Möglichkeiten gibt es:

  • © PhotoSG - fotoliaBei vergrößerten Polypen sollte unbedingt auf Milchprodukte verzichtet werden! (© PhotoSG - fotolia)Milch vermeiden
    Als wichtigste erste Maßnahme sollte man auf Kuhmilch oder evtl. sogar auf alle Milchprodukte (je nachdem wie schwer das Kind beeinträchtigt ist) verzichten. Bei etwa 25 % der Fälle reicht alleine diese Maßnahme aus, um die Adenoide deutlich zu verkleinern.

  • Gesunde Ernährung
    Eine gesunde Ernährung ist sehr wichtig. Die Kinder sollten ausreichend Obst und Vitamine bekommen sowie ausreichend trinken.

  • Bewegung an frischer Luft
    In schwierigen Fällen mit sehr häufig auftretenden Infekten sollte man das Kind zeitweise aus dem Kindergarten nehmen.

  • Homöopathische Therapie
    In einem ca. 1-stündigen Gespräch wird die gesamte Krankengeschichte besprochen und nach einem hilfreichen homöopathischen Mittel gesucht. Zusätzlich werden weitere Möglichkeiten besprochen, mit denen man die Gesundheit stabilisieren kann. Dies kann auch eine Darmbehandlung miteinschließen. 

Eine derartige Behandlung benötigt aber gegebenenfalls Zeit (mindestens 3 Monate). Hat das Kind z.B. große Atemprobleme, hört es sehr schlecht oder ist seine Entwicklung beeinträchtigt, dann ist eine Operation der bessere Weg.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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