Zapfenzahn beim Kind: Vier Behandlungsmöglichkeiten

Wie können Zapfenzähne bei Kindern behandelt werden? (© Wojciech Gajda - iStock)

Ein Zapfenzahn ist eine besondere Form der Zahnhypoplasie. Bei dieser Fehlbildung ist der Zahn zu klein und zapfenförmig ausgebildet.

Es handelt sich um einen Defekt, der fast ausschließlich im Bereich der seitlichen Schneidezähne auftritt.

Welche Folgen können durch Zapfenzähne entstehen?

Mögliche Folgen eines Zapfenzahnes sind

  • eine schlechte Verzahnung
  • Kiefergelenksprobleme
  • unästhetische Essensreste zwischen den Zähnen durch die lückige Zahnstellung


Vier Möglichkeiten um Zapfenzähne zu behandeln

Die Behandlungsmöglichkeiten sind unterschiedlich, je nachdem, ob der Zapfenzahn nur auf einer Seite oder symmetrisch auftritt.

Beim einseitigen Zapfenzahn gibt es die Möglichkeit, den Zahn zu entfernen und die Lücke kieferorthopädisch so einzustellen, dass man die ursprüngliche Breite des fehlenden Zahnes wiederherstellt. Dafür sind meist eine feste Zahnspange oder Invisaligns notwendig. Man beginnt damit im Kindesalter. Ist die Lücke ausreichend vorhanden, kann man mit einem Mini-Implantat einen Ersatzzahn fixieren. Im Alter von 18 Jahren wird das Mini-Implantat gegen ein Implantat ausgetauscht. Das ist eine ästhetisch schöne Lösung. Der Nachteil ist, dass ein Zahn entfernt werden muss.

Die zweite Möglichkeit ist, den Zahn zu belassen. Entweder die Lücke ist ausreichend, dann kann man einfach eine Krone über dem Zahn zementieren, eine Füllung mit Kunststoff anfertigen oder ein Veneer auf dem Zapfenzahn befestigen. Nachteil ist, dass Zapfenzähne manchmal nicht die gleiche Lebensdauer wie normale Zähne haben und dann später eventuell bei Verlust des Zapfenzahnes ein Implantat gesetzt werden muss.

Die dritte Möglichkeit ist, die Lücke kieferorthopädisch zu schließen. Das sieht meistens jedoch nicht schön aus, weil der Zahn sowohl in der Breite als auch in der Höhe zu klein ist. Zudem wird die Verzahnung im Seitenzahngebiet nicht mehr richtig sein. Das kann später eventuell zu Knirschen, Kiefergelenksproblemen und Craniomandibulären Dysfunktionen führen. Man kann in diesem Fall den Eckzahn als zweiten Seitenzahn bearbeiten. Hier kann man den Zahn entweder beschleifen oder mit Composite so aufbauen, dass er ähnlich wie ein seitlicher Schneidezahn aussieht.

Als vierte und einfachste Möglichkeit kann man natürlich auch nichts machen. Dann entstehen rechts und links vom Zapfenzahn meistens kleine Lücken, die oft unsymmetrisch sind. Auch hier kann der Biss eventuell Probleme machen. Manchmal stellt sich aber auch ein guter Biss ein. Ästhetisch ist das sicher die schlechteste Lösung.

Bei beidseitigen Zapfenzähnen wird man sich für symmetrische Lösungen entscheiden. Auch hier hängt die Lösung oft von den Erwartungen des Patienten und vom Aussehen der Zapfenzähne und der erwarteten Lebensdauer der Zähne ab. Der Zahnarzt kann vor dieser wichtigen Entscheidung eine Behandlungssimulation durchführen, um den Patienten die einzelnen Möglichkeiten zu visualisieren.

Manchmal treten auch nach einer ordnungsgemäßen Behandlung der Zapfenzähne im Kindesalter noch Probleme im Erwachsenenalter auf. Die Zähne können verlorengehen und dann muss wieder die Entscheidung: „Lückenschluss oder Implantat?“ getroffen werden.

Durch den falschen Biss können jedoch auch funktionelle Probleme entstehen, die mit einer kieferorthopädischen Behandlung oder mit Schienen gelöst werden können.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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