Hausmittel gegen einen Blähbauch

Claudia Galler

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© Darren Baker - Fotolia.com© Darren Baker - Fotolia.comZu viel Luft im Bauch kann zu Aufstoßen, Blähungen und Schmerzen führen. Welche Hausmittel bei Blähbauch helfen, erklärt dieser jameda Gesundheitstipp.

Was ist Meteorismus? Was ist Flatulenz?

Normalerweise wird ein Großteil der im Darm entstehenden Gase über die Darmschleimhaut ins Blut aufgenommen und über die Lunge abgeatmet. Wird zu viel Gas gebildet, wölbt sich der Bauch vor, man fühlt sich aufgebläht. Der Fachausdruck hierfür ist Meteorismus. Gehen die übermäßigen Gase als Winde durch den Anus ab, spricht man von Blähungen (Flatulenz). Meteorismus und Flatulenz sind meist harmlos, können aber unangenehm sein. Betroffene leiden z. B. unter Magendrücken, Völlegefühl, Bauchschmerzen und -krämpfen. Extrem starker Meteorismus kann das sogenannte Roemheld-Syndrom auslösen. Hier werden durch das hochgedrückte Zwerchfell herzinfarktähnliche Symptome wie Schwindel, Atemnot und Beklemmungsgefühle hervorgerufen, die jedoch keiner medizinischen Behandlung bedürfen.

Bakterien im Darm bilden vermehrt Gase

Oft entstehen Blähungen durch hastiges Essen. Zum einen verschluckt man dadurch Luft, zum anderen sind die Nahrungsbestandteile beim schnellen Essen nur ungenügend vorverdaut. Diese Nahrungsbestandteile werden dann im Darm von Bakterien zerlegt, wobei Gase entstehen. Auch schwer verdauliche Kohlenhydrate wie sie in Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und Kohlarten vorkommen, sowie Zuckeraustauschstoffe, z. B. Xylit und Sorbit, sind blähend. Kohlensäurehaltige Getränke und Kaugummikauen führen ebenfalls zu Luft im Bauch. Meteorismus und Blähungen treten auch bei Laktose- oder Fruktoseintoleranz, Zöliakie, Reizdarm und chronisch-entzündlichen Magen-Darmerkrankungen auf.

Wärmflasche und Bauchmassage zur Entspannung

Mit einer Wärmflasche kann man Bauchkrämpfe lösen und Blähungen lindern. Auch eine Bauchmassage hilft: Dazu verwendet man ein pflegendes Öl wie Jojoba- oder Mandelöl und fügt einige Tropfen Kümmelöl dazu. Nun wird die Bauchdecke in kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn massiert.

Heilpflanzen, die bei Blähungen helfen

Es gibt zahlreiche Heilpflanzen, die krampflösend, blähungstreibend und verdauungsfördernd wirken. Dazu gehören Anis-, Fenchel- und Kümmelfrüchte, Angelika- und Kalmuswurzel sowie Schafgarben- und Tausendgüldenkraut. Sie können als Tee drei- bis fünfmal am Tag eingenommen werden.

Tipps gegen Luft im Bauch

  • Essen Sie langsam und kauen Sie gründlich.
  • Vermeiden Sie gekrümmte Sitzhaltungen und einengende Kleidung.
  • Ballaststoffreiche Ernährung ist gut für die Verdauung, doch sollte man sich langsam darauf umstellen. Um blähende Gemüse leichter bekömmlich zuzubereiten, kann man sie in heißem Wasser mit etwas Natron blanchieren.
  • Verzichten Sie auf Kaugummi und kohlensäurehaltige Getränke.
  • Joghurt, Kefir und Dickmilch unterstützen durch die Zufuhr von Bakterien die eigene Darmflora.
  • Frische Kräuter wie Basilikum, Rosmarin, Salbei, Petersilie, Koriander und Gelbwurz haben eine entkrampfende und verdauungsfördernde Wirkung.
  • Machen Sie einen Verdauungsspaziergang, um die Gedärme zu lockern und Stauungen von Gas zu beheben.
  • Bei Verdacht auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit kann man durch Auslassversuche testen, ob sich die Beschwerden bessern. Genaue Untersuchungen führt der Arzt durch.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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