Das jameda-Interview: 9 Fragen an Dr. med. Dr. med. Peter Reineckeinfo_plain_20gr

Dr. med. Reinecke praktiziert als Orthopäde und Unfallchirurg im Orthopädicum Verden. (© Dr. Reinecke)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. Peter Reinecke interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Orthopäde und Unfallchirurg.

jameda: Herr Dr. Reinecke, was hat Sie motiviert, Arzt zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Herr Dr. Reinecke: Ich empfinde es immer noch als Privileg, überhaupt Medizin studieren zu können. Es ist eines der ältesten und faszinierendsten Studienfächer, das sich mit hochmoderner Forschung verbindet. Während des Studiums haben mich vor allem die Anatomie und die chirurgischen Fächer interessiert. Da ich Sport betrieben habe und durch die eine oder andere kleinere Verletzung die Orthopädie und Unfallchirurgie bereits kannte, lag es für mich nahe, mich in diese Richtung weiterzubilden.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Herr Dr. Reinecke: Die Ausbildung zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie ist in der Klinik sehr chirurgisch geprägt. Ich habe mich in eigener Praxis vornehmlich der nichtoperativen, der sog. konservativen Orthopädie zugewandt und bin dabei auf die Osteologie gestoßen. Es geht hierbei um den Knochenstoffwechsel und die Volkskrankheit Osteoporose sowie ihre Behandlung. Dieses Spezialgebiet kommt in der Orthopädie viel zu kurz. Es hat aber eine enorme Bedeutung für unsere zunehmend älter werdende Gesellschaft und es gibt spannende neue Therapieansätze.

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Herr Dr. Reinecke: Für viele Ärzte, die sich mit dem Bewegungsapparat, seinen Verletzungen oder Abnutzungen beschäftigen und gleichzeitig versuchen, Operationen wo möglich zu vermeiden, ist der Orthopäde und Sportmediziner Dr. Müller-Wohlfahrt sicher ein ärztliches Vorbild, so auch für mich.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Herr Dr. Reinecke: Die Digitalisierung hält zunehmend Einzug in den Praxisalltag. Auch wenn es mit der Einführung vieler Neuerungen zu Beginn oft noch nicht rundläuft, stellen Computer und Online-Dienstleistungen eine mittlerweile unverzichtbare Hilfe im Praxisalltag dar.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Herr Dr. Reinecke: Der Fachkräftemangel ist in den Arztpraxen angekommen, gleichzeitig steigt die Anzahl der Patienten immer weiter an. Der Anspruch in Deutschland, eines der besten Gesundheitssysteme der Welt zu haben, bleibt aber bei Patienten und Politikern weiterhin bestehen. Ich halte es als Arzt für eines der größten Probleme, diesen Spagat zwischen medizinischer Effizienz und menschlicher Zuwendung auch in Zukunft zu schaffen.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Herr Dr. Reinecke: Das persönliche Gespräch und vor allem erst einmal zuzuhören, ist für die Patienten immer noch das wichtigste Merkmal der Arzt-Patienten-Beziehung.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Herr Dr. Reinecke: Freundlichkeit und respektvolle Umgangsformen mit den Angestellten der Praxis und dem Arzt. Was selbstverständlich klingt, ist immer häufiger nicht mehr der Fall. Verbale und vereinzelt sogar körperliche Attacken nehmen in Arztpraxen leider zu.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Dr. Reinecke: Ich habe, wie wahrscheinlich jeder Arzt, im Laufe der Jahre viele besondere Patientenerlebnisse gehabt, ohne an dieser Stelle eines explizit hervorheben zu wollen. Man erinnert sich an schöne Erlebnisse natürlich immer gern zurück. Aber auch traurige und harte Erlebnisse gehören nun mal zu diesem Beruf und man muss lernen, auch damit umzugehen.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Herr Dr. Reinecke: Als Orthopäde kann ich nur jedem Patienten mit auf den Weg geben: „Bewegen ist Leben“ oder „Wer rastet der rostet“!

 

Zur Person 

  • Studium Humanmedizin an den Universitäten Kiel, Würzburg, Göttingen
  • Orthopädie Diakonie-Krankenhaus Bremen
  • Chirurgie St.-Joseph-Stift Bremen
  • Orthopädie und Unfallchirurgie Pius-Hospital Oldenburg
  • Facharzt für Orthopädie
  • Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Zur Praxis

In unseren neuen Praxisräumen im Erdgeschoss am Krankenhaus Verden bieten wir Ihnen moderne Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten, einschließlich Operationen, die wir in der Paracelsus-Kurfürstenklinik in Bremen durchführen.

Es ist uns wichtig, dass Sie umgehend Hilfe bekommen. Bei akuten Schmerzen und Verletzungen bemühen wir uns an allen Werktagen um eine schnellstmögliche Behandlung. Bitte rufen Sie uns an bzw. kommen Sie bei Notfällen auch direkt in die Praxis.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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