Eigenbluttherapie (PRP-Therapie) am Fuß und Sprunggelenk

Eine Eigenbluttherapie (PRP-Therapie) kann auch am Fuß und Sprunggelenk angewendet werden. (© Werner - fotolia)

Bei der Eigenbluttherapie (PRP-Therapie) werden körpereigene Wachstums- und Heilungsfaktoren des Blutes gezielt genutzt, um Heilungsprozesse bei Verletzungen, Überlastungsschäden und Verschleiß zu beschleunigen. Dies ist auch sehr gut am Fuß und Sprunggelenk anwendbar.


Wie wird die Eigenbluttherapie durchgeführt?

Bei diesem Verfahren werden dem Patienten zunächst 10-15 ml Blut (dies entspricht einem Blutröhrchen) aus einer Armvene entnommen.

Das Blut wird in einer Zentrifuge für einige Minuten aufgearbeitet, wodurch sich die Bestandteile des Blutes voneinander trennen. Es entsteht eine Schicht, in der sich die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) befinden und eine Schicht, in der sich das sogenannte Plasma mit den Blutplättchen (Thrombozyten) sammelt.

Man nennt das gewonnene Produkt daher thrombozytenreiches Plasma oder plättchenreiches Plasma bzw. PRP. Daraus resultiert der Begriff PRP-Therapie, der als Synonym für die Eigenbluttherapie verwendet wird. Insgesamt lassen sich ca. 4-6 ml Plasma aus 10-15 ml Vollblut gewinnen.

Künstliche Zusatzstoffe werden hierbei nicht hinzugefügt. Es handelt sich um rein patienteneigene Bestandteile. Dieses plättchenreiche Plasma wird in eine separate Spritze aufgezogen und anschließend an die zu behandelnde Stelle injiziert. Je nach Lokalisation kann es sinnvoll sein, die Injektion mit dem Ultraschallgerät zu überprüfen (sonographisch gestützte Punktion) und vorab eine Lokalanästhesie durchzuführen. Meist sind mehrere Behandlungen erforderlich.


Wie genau wirkt die Eigenbluttherapie?

Die Thrombozyten haben einen hohen Gehalt an verschiedenen Wachstumsfaktoren wie z. B.

  • Platelet Derived Growth Factor,
  • Epithelial Growth Factor,
  • Transforming Derived Growth Factor,
  • Fibroblast Growth Factor und
  • Platelet Derived Angiogenesis Factor.

Darüber hinaus enthält das Plasma Botenstoffe wie Interleukin 4 und 6, das antientzündlich wirkt.

Daraus ergeben sich vielfältige Effekte:

  • Förderung der Gefäßneubildung (Angiogenese)
  • Steigerung der Zellteilung
  • Steigerung des Zellwachstums
  • Aktivierung der Zellen, z. B. Knorpelzellen und Sehnenzellen
  • Reduktion der Entzündungsprozesse
  • Reduktion neuropathischer Schmerzen


Wofür kann man die Eigenbluttherapie anwenden?

Die verschiedenen Effekte der PRP-Therapie führen zum einen zu einem Abbau entzündlicher Veränderungen des Gewebes, zum anderem aber vor allem zu einer Gewebeheilung. Die Geweberegeneration wird durch das PRP aktiviert und beschleunigt, indem die Durchblutung und die Zellneubildung unterstützt werden.

Die Eigenbluttherapie ist am Körper in vielfältiger Weise einsetzbar. Am Fuß und Sprunggelenk können die Heilung gefördert werden u.a. bei

  • Arthrose (Gelenkverschleiß) am Sprunggelenk und Fußgelenken
  • Knorpelschäden am Sprunggelenk und Fuß
  • Sehnenentzündungen und -reizungen
  • Achillessehnenentzündung und -überlastung
  • Fersenschmerz bei Plantarfasziitis und Fersensporn

Das Ausmaß der Regeneration hängt natürlich stark von der Ausgangssituation ab. Die Eigenbluttherapie sollte als unterstützende Therapie eingesetzt werden. Sie sollte nicht als Behandlungsmethode verstanden werden, mit der in jedem Fall alle Veränderungen und Schäden vollständig behoben werden können.

Ob ein solches Verfahren bei einem Patienten erfolgversprechend ist, sollte in einer individuellen Beurteilung des Beschwerdebildes analysiert werden. Ergänzend muss erwähnt werden, dass die PRP-Therapie von den gesetzlichen Krankenversicherungen und auch von einigen privaten Krankenkassen nicht übernommen wird. Dies sollte im Vorfeld geklärt werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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