Ellenbogenschmerzen im Ruhezustand: Diese 6 Ursachen können dahinterstecken

Wie können Ellenbogen Schmerzen entstehen? Erfahren Sie mehr über die Ursachen (© Robert Kneschke - Fotolia)

In Orthopädiepraxen klagen Patienten mehrfach pro Tag über Schmerzen im Bereich des Ellenbogens. Treten die Beschwerden auch im Ruhezustand auf, spielt oftmals eine Entzündung oder eine entzündliche Komponente eine Rolle.

Die Schmerzintensität variiert von mild bis unerträglich. Den Schmerzcharakter beschreiben die Patienten teilweise als stechend, teilweise als dumpf. Die Ursachen für Ellenbogenschmerzen im Ruhezustand können vielfältig sein.

Sechs mögliche Ursachen für die Schmerzen

  1. Überlastungsreaktion: Durch ungewohnte, andauernde Belastung (z.B. Tapezieren oder Holzhacken) können der Kapsel-Bandapparat oder die Sehnen-Knochenübergänge überlastet sein. Dazu gehören das häufige Krankheitsbild des "Tennisellenbogen" oder des "Golferellenbogen".
  2. Rezidivierende Einklemmung: Bei Knorpelschäden, freien Gelenkkörpern oder wuchernder Schleimhautfalten kann es durch eine gestörte Biomechanik zur eingeschränkten Gelenkfunktion und einer Entzündungsreaktion kommen.
  3. Arthrose: Auch bei der generalisierten Verschleißerkrankung des Ellenbogens schmerzt das Gelenk auch im Ruhezustand durch die Entzündung.
  4. Rheuma: Bei der Rheuma-Erkrankung des Ellenbogens steht die Entzündung im Vordergrund. Körpereigene Strukturen werden im Rahmen eines Autoimmunprozesses als fremd erkannt. Dadurch wird eine Entzündungsreaktion ausgelöst.
  5. Nerveneinklemmung: Im Bereich des Ellenbogens läuft ein großer Armnerv durch eine Rinne am innenseitigen Ellenbogen. Wenn hier Nerven eingeengt sind, z.B. durch einen Knochensporn, entstehen Schmerzen und Taubheitsgefühle am Ellenbogen.
  6. Degeneratives Halswirbelsäulen-Syndrom: Durch Nervenreizungen wie z.B. bei einem Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule können projizierte Schmerzen entstehen, die auch im Ruhezustand bemerkbar sind.

Was kann ich gegen die Schmerzen tun?

Zu Beginn der Schmerzsymtomatik wird die Einnahme eines antientzündlichen, schmerzstillenden Medikamentes für ein paar Tage empfohlen.

Kommt es zu keiner zeitnahen Besserung, sollte man einen Arzt für Orthopädie und Unfallchirurgie aufsuchen. Er untersucht Sie und macht Röntgenbilder. Oftmals steht auch eine Ultraschalluntersuchung oder eine Schnittbildgebung (MRT) an.

Häufig wird bei bestehender Entzündung eine antientzündliche Injektionstherapie mit einem Kortisonpräparat in drei Sitzungen durchgeführt. Alternativ werden Hyaluronsäurepräparate und plättchenreiches Plasma eingesetzt. 

Als physikalische Verfahren werden die pulsierende Magnetfeldtherapie, die Bestrahlung mit hochenergetischem Laser und die fokussierte Stoßwellentherapie erfolgreich eingesetzt. 

Als Komplementärverfahren kann auch Akupunktur nützlich sein. Eine Operation ist in den seltensten Fällen notwendig.

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich viele Krankheiten hinter dem Symptom des Ruheschmerzes im Ellenbogen verbergen. 

Entscheidend ist, sauber zu diagnostizieren. Denn je genauer die Diagnose, umso gezielter ist die Therapie.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (1)

Katrin Z., 05.06.2021 - 11:41 Uhr

Mein Sohn leidet in der Nacht unter Schmerzen im Ellenbogen. Am Tage wenn er mit den Armen arbeitet merkt er garnichts. Der Schmerz tritt nur im Ruhezustand auf.

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