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Kniegelenkerguss: Konservative oder operative Behandlung?

Dr. Gaiser

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© iStock - WavebreakmediaOb ein Kniegelenkserguss operativ oder konservativ behandelt wird, hängt von der Art der Verletzung ab (© iStock - Wavebreakmedia)Viele kennen das: Nach einer längeren Laufbelastung schmerzt das Kniegelenk und es schwillt an - der sogenannte Kniegelenkserguss entsteht. Wann helfen konservative, wann operative Therapien? 


Wie kommt es überhaupt zum Gelenkerguss?

Jedes Gelenk ist von einer Kapsel umgeben und mit Gelenkschleimhaut ausgekleidet. In der Gelenkschleimhaut sitzt die Immunabwehr des Gelenks. Außerdem wird hier die sogenannte Gelenkflüssigkeit produziert, die das Gelenk schmiert. Wenn sich das Gelenk überlastet oder einklemmt, z.B. durch ein freies Knorpelstück oder einen Meniskusriss, produziert die Gelenkschleimhaut mehr Flüssigkeit. Der Körper versucht im Rahmen seiner Selbstheilungskräfte, das Gelenk besser zu schmieren. Deshalb sammelt sich vermehrt Flüssigkeit im Bereich der Gelenkkapsel an, wodurch der Gelenkerguss entsteht. 

Der Gelenkerguss ist immer Ausdruck eines Reizzustandes des Gelenkes, d.h. einer nicht-bakteriellen Entzündung. In der Regel ist sie mit Schmerzen, Bewegungseinschränkung, Überwärmung und z.T. Rötung verbunden. Davon muss man den sogenannten traumatischen Kniegelenkserguss unterscheiden, der durch eine Einblutung in die Gelenkkapsel entsteht, z.B. beim Kreuzbandriss.

Was sollte ich bei einem Gelenkerguss tun?

Beim Auftreten eines Gelenkergusses sollte zunächst die Belastung reduziert, das betroffene Bein hochgelagert und konsequent gekühlt werden. Eine elastische Wickelung hilft ebenfalls, die initiale Schwellung zu reduzieren. Die Einnahme eines schmerzstillenden, antientzündlichen Medikamentes für drei bis fünf Tage erscheint sinnvoll.

Tritt keine rasche Beschwerdebesserung ein, sollte zeitnah ein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie aufgesucht werden. Er untersucht den Patienten nicht nur körperlich, sondern macht auch Röntgenbilder, um eine höhergradige Verschleißerkrankung oder eine frische knöcherne Verletzung auszuschließen. Durch eine Ultraschalluntersuchung lässt sich der Gelenkerguss und die Gelenkschleimhaut darstellen und den Verdacht auf z.B. eine Meniskusverletzung ausschließen. Sehr oft wird ergänzend zur Beurteilung des Kniebinnenschadens noch ein MRT des Kniegelenkes durchgeführt.

Wie kann der Knie-Erguss weiterhin behandelt werden?

Ist der Knie-Erguss sehr groß und besteht der Verdacht auf ein fragliches bakterielles Geschehen, führt der Orthopäde eine Punktion des Kniegelenkes unter örtlicher Betäubung durch. Dabei entlastet er das Gelenk und kann das Punktat zur mikrobiologischen Untersuchung einsenden. Liegt ein Reizzustand des Gelenkes durch Überlastung oder Arthrose vor, ist der Erguss klar und bernsteinfarben.

Wenn der Erguss deutlich getrübt ist, besteht der Verdacht auf eine bakterielle Beteiligung. Sind Bakterien eindeutig auszuschließen, wird nach der Punktion oft ein Kortisonpräparat in das Gelenk injiziert. Alternativ können auch Hyaluronsäure oder plättchenreiches Plasma gespritzt werden. Begleitend wird der Orthopäde Lymphdrainagen verordnen und eine pulsierende Magnetfeldtherapie oder hochenergetische Laserstrahlung empfehlen. 

Kommt es unter obig genannter Therapie zu keiner wesentlichen Besserung, so ist in der Regel ein höhergradiges mechanisches Hindernis, wie z.B. ein Meniskusschaden, vorhanden oder es liegt ein rheumatologisches Geschehen vor. Dann wird eine arthroskopische Gelenksanierung empfohlen, bei der der Meniskus- bzw. der Meniskusschaden saniert und die Gelenkschleimhaut teilweise entfernt wird. Der Eingriff ist äußerst komplikationsarm und hat die üblichen Risiken wie Auftreten eines Blutergusses, ausbleibender Therapie-Erfolg, erneute Ergussbildung oder Infektion.

Wie verhalte ich mich nach der OP am besten?

Wird während des Eingriffes große Mengen der Gelenkschleimhaut entfernt, erfolgt sechs Wochen nach der OP oft eine sogenannte Radiosynoviorthese (RSO). Dabei wird ein radioaktives Material in das Gelenk eingespritzt, das die noch verbliebene Glenkschleimhaut "abtöten" soll. Die Genesungszeit nach einem solchen Eingriff beträgt sechs bis acht Wochen. Gehstützen sind für drei bis vier Wochen erforderlich.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Therapie-Erfolg entscheidend durch die genaue Differenzierung des Gelenkergusses, d.h. ob er durch Trauma, Überlastung, Verschleiß, Rheuma oder bakteriell verursacht ist.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (3)


21.06.2019 - 22:39 Uhr

Ich habe vor ca. 8 Wochen eine Miniskusoperation...

von Johann R.

... hinter mir. Die ersten drei Wochen nach der Operation waren fast schmerzfrei, dann bekam ich in der Kniekehle Schmerzen. Nach einer Ultraschalluntersuchung wurde eine Muskelvenentrombose festgestellt. Ich bin nicht geschwollen und habe auch keine Druckstellen. Ich nehme seit 3 Wochen Blutverdünner und trage einen Stützstrumpf Die Schmerzen sind jedoch nach wie vor da. Bin ledenschaftlicher Tennisspieler. Vielleicht weis jemand Rat der mir hilft. Ich bin etwas verzweifelt.

11.01.2019 - 16:46 Uhr

Ich habe im August 2018 ein Knie-TEP links...

von Harald B.

... bekommen danach einmal schon wieder eine Punktion bekommen und jetzt nach ca 6 Wochen ist das Knie wieder voll gelaufen. Es wird einfach nicht besser.

26.07.2018 - 02:28 Uhr

Ich habe seit fast 14 Tagen ein geschwollenes...

von Sandra M.

... Knie. Ich kann es kaum belasten, nehme Antibiotika, die nix helfen. Ich war beim Ultraschall, hier wurde ein Gelenkserguss festgestellt. Jetzt soll ich MR machen lassen. Was könnte ich noch tun? Es ist eine Qual Auto zu fahren, da es das linke Bein betrifft.


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