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Schmerzen in der Kniekehle: Ist es ein Kreuzbandriss?

Claudia Galler

von
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© Halfpoint - fotoliaEin Kreuzbandriss ist eine typische Verletzung unter Sportlern, besonders bei Läufern (© Halfpoint - fotolia)Wenn ein Kreuzband reißt, macht es „plopp“ und stechender Schmerz schießt ein. Wie es dazukommt und welche Symptome zudem typisch für einen Kreuzbandriss sind, erklärt dieser jameda Gesundheitstipp.

 

Die Kreuzbänder stabilisieren das Knie

Die Kreuzbänder gehören neben dem inneren und äußeren Seitenband zum Bandapparat des Kniegelenks. Man unterscheidet das vordere und hintere Kreuzband. Sie liegen nah aneinander an der Gelenkkapsel und kreuzen sich. Sie verbinden die Gelenkflächen von Oberschenkel und Schienbein. Dank der Kreuzbänder kann der Oberschenkelknochen bei Vor- und Rückwärtsbewegungen nicht über das Schienbein hinausgleiten. Wenn im angewinkelten Zustand des Knies die Seitenbänder entspannen, verhindern die Kreuzbänder eine zu starke Verdrehung des Knies nach innen.

 

So erkennt man einen Kreuzbandriss

Ein Kreuzbandriss ist eine typische Sportverletzung. Dabei reißt meist das vordere Band, da es schwächer ist und stärker belastet wird. Typische Bewegungen, die zu einem Kreuzbandriss führen können sind z.B. abruptes Abbremsen aus schnellem Lauf, Sprünge mit und ohne Drehbewegung, Überstreckung des Knies und Stöße gegen das Kniegelenk, z.B. durch andere Mitspieler. Auch Verkehrsunfälle können einen Kreuzbandriss herbeiführen, beispielsweise wenn der Betroffene mit dem Knie an das Armaturenbrett schlägt.

Häufig hört man im Moment der Verletzung ein Knacken oder ein deutliches „Plopp“. Ein stechender Schmerz und Schwellungen setzen ein. Oft kommt es durch mitverletzte Blutgefäße zu einem Gelenkerguss, bei dem sich Blut im Gelenk ansammelt. Man kann das Knie nicht mehr vollständig strecken und spürt einen Druck in der Kniekehle und. Das Knie ist auch nicht mehr belastbar.

Ist das vordere Band gerissen, lässt sich das Schienbein in angewinkelter Position über die normale Position hinweg nach vorne bewegen. Ist das hintere Band geschädigt, kann man das Schienbein ungewöhnlich weit nach hinten bewegen. Hier spricht man vom sogenannten Schubladenphänomen.

 

Erste Hilfe bei Kreuzbandriss

Wie bei allen akuten Muskel- und Gelenkverletzungen befolgt man auch bei einem vermuteten Kreuzbandriss die PECH-Regel:

  • Pause machen: Oft kann man noch unter Schmerzen weiterhumpeln, doch man sollte das Knie sofort entlasten, um die Verletzung nicht zu verschärfen.
  • Eis auflegen: Um Schmerzen, Schwellung und Entzündung zu reduzieren, dienen Eiswürfel im Tuch, feuchte Umschläge oder Kühlpads.
  • Compression: Zur Stabilisierung des Gelenks kann man eine elastische Binde umwickeln oder auch eine fertige Kniebandage anlegen.
  • Hochlegen: Man sollte das Kniegelenk hochlagern um die Belastung zu minimieren und den Abfluss von Gewebsflüssigkeit zu unterstützen.

 

Wann geht man zum Arzt?

Zeigen sich Symptome, die auf einen Kreuzbandriss hindeuten, geht man möglichst rasch zum Arzt, um die Diagnose stellen und akute Beschwerden behandeln zu lassen. Antientzündliche Schmerzmittel, Gehhilfen, eine Kniebandage und Schonung sind nun angesagt um die akuten Symptome abklingen zu lassen. Erst wenn die Schwellung nach einigen Wochen vollständig zurückgegangen ist, kann der Arzt darüber entscheiden, ob eine konservative oder operative Therapie auf lange Sicht sinnvoll ist.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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