Sehnenscheidenentzündungen in der Armbeuge: Was tun?

Dr. Gaiser

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©cirquedesprit - fotoliaWie kann eine Sehnscheidenentzündung in der Armbeuge behandelt werden? (©cirquedesprit - fotolia)Sehnenscheidenentzündungen in der Armbeuge zeugen von einer Überlastung des Ellenbogengelenks. Was nun zu tun ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was sind Sehnenscheiden?

In der Ellenbeuge laufen eine Vielzahl von Sehnen zusammen, nämlich Sehnen der Oberarm- und Unterarmbeugemuskulatur. Die meisten von ihnen sind durch eine Sehnenscheide umgeben, wodurch eine bessere Gleitfähigkeit gesichert ist und die Sehne besser ernährt wird.

So können Sehnscheidenentzündungen entstehen

Im Rahmen von längeren ungewohnten Belastungen oder chronischer Überlastung kann es zur Sehnenscheidenentzündung kommen. Sie zeigt sich

  • mit Bewegungsschmerzen
  • mit lokaler Druckschmerzhaftigkeit
  • mit Kraftverlust im zugehörigen Muskel 
  • zeitweise auch mit Überwärmung und Schwellungen

Welche Medikamente und Hausmittel helfen?

Wenn Schmerzen auftreten, sollte zuerst die auslösende Belastung bzw. Tätigkeit beendet werden. Ferner ist zeitnah ein schmerzstillendes, antientzündliches Medikament einzunehmen. Aus dem naturheilkundlichen Bereich empfiehlt sich die südafrikanische Teufelskralle oder Curcumin (aus Gelbwurz). Diese Behandlung sollte durch eine durchblutungssteigernde, antientzündliche Salbe unterstütz werden. In der Akutphase empfiehlt sich die lokale Kältebehandlung durch ein Gelpack.

Wenn sich die Beschwerden damit nicht wesentlich bessern, sollten Betroffene zeitnah einen Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie aufsuchen. 

Wie wird eine Sehnscheidenentzündung diagnostiziert und welche Therapie kommt in Frage?

Der Arzt untersucht den Patienten körperlich und nutzt Ultraschall zur Überprüfung des Ellenbogengelenkes. Dadurch kann eine Sehnenruptur ausgeschlossen werden.

Röntgenuntersuchungen finden statt, wenn der Verdacht auf eine generalisierte Verschleißerkrankung des Ellenbogens besteht. Eine Schnittbildgebung (MRT) ist in der Regel nur zur Operationsvorbereitung nötig.

Lokalinfiltrationen mit einem Kortisonpräparat sollten aufgrund der drohenden Rissgefahr möglichst nicht durchgeführt werden. Als Alternativpräparate bieten sich Hyaluronsäure und plättchenreiches Plasma an. 

Im Rahmen der physikalischen Therapie stehen zahlreiche Verfahren zur Verfügung:

  • therapeutischer Ultraschall
  • hoch- und niederenergetische Laserstrahlung
  • pulsierende Magnetfeldtherapie
  • fokussierte Stoßwellentherapie
  • diverse Elektrotherapien 

Leider werden Injektionstherapien und die meisten physikalischen Verfahren im ambulanten Setting nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. 

Sind trotz intensivierter Therapie weiterhin starke Schmerzen vorhanden, so sollte doch ein MRT des Ellenbogens durchgeführt werden. Hier zeigt sich der genaue Ort der Entzündung. Weitere Ursachen wie Sehnenisse oder selektive Knorpelschäden können nun ausgeschlossen werden. 

Bis auf wenige Ausnahmen ist bei eindeutiger Diagnose in der Regel kein operativer Eingriff erforderlich.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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