Deutschlands größtes Arzt-Patienten-Portal

Fersenschmerz durch Plantarfaszie: nicht immer ist der Sporn schuld

Dr. Galla

von
verfasst am

© GallaEin Fersensporn ist nicht immer die Ursache für Schmerzen im Fuß. (© Galla)Der Fersenschmerz gehört zu eine der häufigsten Beschwerden am Fuß. Lauf- und Sprungsportarten können durch die Stauchung der Ferse dieses Krankheitsbild verursachen. Betroffen sind aber oftmals auch Nichtsportler.

Was ist ein Fersensporn?

Die Symptome beginnen in den meisten Fällen zunächst mit einem sogenannten Anlaufschmerz mit Schmerzen nach dem morgendlichen Aufstehen. Die Diagnose lautet meist „Fersensporn“.

Der Fersensporn ist im seitlichen Röntgenbild des Fußes sehr gut erkennbar. Allerdings handelt es sich hierbei eher um rein radiologisches Phänomen. So gibt es viele Menschen, bei denen ein Fersensporn vorhanden ist, die aber keinerlei Beschwerden haben.

Umgekehrt gibt es auch eine Vielzahl Betroffener, die über starke Fersenschmerzen klagen, bei denen in der Röntgenuntersuchung kein Sporn an der Ferse nachweisbar ist.

Plantarfaszie als Ursache der Schmerzen

Die Problematik, die eigentlich zugrunde liegt, ist die sogenannte Plantarfaszie bzw. Plantaraponeurose, die am unteren Fersenbein ansetzt. Diese Plantarfaszie zieht an der Fußsohle vom Fersenbein bis zu den Zehengrundgelenken verspannt das sogenannte Längsgewölbe des Fußes.

Insbesondere am Übergang zum Fersenbein steht diese Sehnenplatte unter dauerhafter Zugbelastung. An dieser Stelle kann das Gewebe durch Über- oder Fehlbelastungen überbeansprucht werden. Die Plantaraponeurose verändert sich schließlich durch Verschleiß. Dies wird als „Plantarfasziitis“ bezeichnet. Verstärkt wird diese Überlastung vor allem durch eine Hohlfußfehlstellung oder einen Plattfuß.

So kann die Ferse untersucht werden

Vor allem die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) ist zielführend. Diese Untersuchungsmethode ist in den meisten Arztpraxen schnell verfügbar und liefert erste Hinweise. Um gegebenenfalls (Teil-)Risse der Plantarfaszie und den Fersenbeinknochen besser beurteilen zu können, sollte eine Magnetresonanztomographie (MRT, Kernspintomographie) ergänzt werden.

Darüber hinaus ist die funktionelle Diagnostik sehr wichtig, um häufige Ursachen wie muskuläre Dysbalancen oder eine Fehlstatik oder Gelenkinstabilitäten auszuschließen. Das Abrollverhalten der Füße sollte mit einer Fußdruckmessung und Ganganalyse geprüft werden. Dies kann Aufschluss über die überlasteten Areale des Fußes geben.


Welche Therapie kommt in Frage?

Die Therapie ist erfolgversprechend. In erster Linie gilt es, Fehlstellungen und Muskeldysbalancen bzw. -schwächen auszugleichen. Hierzu eignen sich zum einen Einlagen und gegebenenfalls spezielles Schuhwerk. Aber auch funktionelles Training als langfristige Verbesserung muskulärer Defizite und Instabilitäten des Achsenskeletts sind sehr wichtig. Mit physiotherapeutischen Behandlungen und eigenständigen Übungen kann die Plantarfaszie mobilisiert werden.

Darüber hinaus können eine begleitende fokussierte Stoßwellentherapie und die Injektionstherapie mit Eigenblut (PRP/ACP) die Reparatur und Regeneration des Sehnengewebes fördern. Bei einer Plantarfasziitis muss der Fuß nicht vollständig entlastet werden. Die Belastungen sollten an das subjektive Schmerzempfinden angepasst werden. Auch leichte sportliche Belastungen bis zum niedrigen Schmerzlevel sind erlaubt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel?
6
Interessante Artikel zum Thema „Bein- & Fußschmerzen”

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Ihr Name(wird veröffentlicht)
Ihre E-Mail(wird nicht veröffentlicht)
Ihr Kommentar(wird veröffentlicht)
 
Ich akzeptiere die Nutzungsrichtlinien und AGB der jameda GmbH und habe die Datenschutzerklärung gelesen.
  

Inhaltssuche

Durchsuchen Sie sämtliche Artikel auf jameda. Wenn Sie auf der Suche nach Ärzten oder Heilberuflern sind, geht es hier zur Arztsuche

Passende Behandlungsgebiete

Ärzte für spezielle Behandlungsgebiete

jameda Behandlungsgebiete