Wie hoch sind die Kosten einer Brustvergrößerung?

Dr. Bauer

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© Picture-Factory - FotoliaEine Brustvergrößerung will gut überlegt sein - die Kosten liegen im vierstelligen Bereich (© Picture-Factory - Fotolia)Wie hoch die Kosten einer Brustvergrößerung sind, ist eine der häufigsten Fragen, die sich interessierte Frauen stellen, bevoir sie eine Entscheidung treffen. Um diese Frage zu beantworten, sprach jameda mit Dr. Bauer, einem Spezialisten für Brustoperationen.

Preisspanne
Die günstigste Methode
Versteckte Kosten
Kosten sparen durch eine OP im Ausland?
Finanzierung durch die Krankenkassen?

jameda: Eine Brustvergrößerung kostet in der Regel zwischen 5.000 und 7.000 Euro. Wieso sind die Preise so unterschiedlich?
Dr. Bauer: Der Preis hängt vor allem von den Implantaten ab: Hochwertige Implantate mit lebenslangen Garantien sind natürlich teurer als billige Alternativen, die teilweise schon nach vier Jahren kaputtgehen. Günstiger ist die Brustvergrößerung auch, wenn sie ambulant durchgeführt wird. Dann sind die Frauen allerdings nicht mehr unter ärztlicher Beobachtung. Außerdem ist eine Brustvergrößerung in Städten wie Rostock günstiger als in München, weil dort das Pro-Kopf-Einkommen niedriger ist.

jameda: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Brust zu vergrößern, z. B. mit Eigenfett, Implantaten oder Hyaluronsäure. Welche Maßnahme ist auf lange Sicht die günstigste, welche die beste?
Dr. Bauer: Eine Brustvergrößerung mit Eigenfett ist keine dauerhafte Lösung: Die Brüste sehen nach dem Eingriff oft unterschiedlich groß aus und müssen erneut behandelt werden. Da die Frauen auch für eine Fettabsaugung aufkommen müssen, damit genug Fett für die Brustvergrößerung zur Verfügung steht, ist die Eigenfettbehandlung am Ende teurer als die Brustvergrößerung mit Implantaten. 

jameda: Wie sieht es mit Hyaluronsäure aus?
Dr. Bauer: Brustvergrößerungen mit Hyaluronsäure sind Quatsch. Spätestens nach zwei Jahren sieht die Brust wie vorher aus. Eine Folgebehandlung ist notwendig, um dauerhafte Effekte zu erzielen. Auf lange Sicht ist dieser Eingriff daher der teuerste.  

jameda: Es gibt Anbieter, die mit Preisen um die 3.000 Euro werben. Sind solche Ärzte seriös?
Dr. Bauer: Günstigere Preise kommen auch durch den Einkauf größerer Implantat-Mengen zustande. Das heißt nicht, dass die Ärzte deshalb schlechter operieren. Sie verdienen nur weniger, weshalb dieses Modell vor allem für jüngere Ärzte interessant ist.

© Dr. BauerDr. Bauer ist Spezialist für Brustoperationen (© Dr. Bauer)jameda: Kommt es häufig vor, dass nach Eingriff und Nachsorge weitere Kosten entstehen, beispielsweise weil Implantate ausgetauscht werden müssen oder im Nachhinein andere Komplikationen auftreten?
Dr. Bauer: Ist die Nachsorge nicht im Preis inbegriffen, können zusätzlich rund 1.000 Euro auf die Frauen zukommen. Die allgemeinen OP-Risiken sind gering, nur fünf Prozent der Operierten haben Nachblutungen. Bei fünf bis sieben Prozent tritt eine Kapselfibrose auf, die allerdings bei Verwendung der hochwertigsten und teuersten Implantate kaum noch ein Problem darstellt. Wer ganz sichergehen möchte, kann eine Folgekostenversicherung abschließen, um für teure Nachoperationen nicht selbst aufkommen zu müssen.

jameda: Manche Frauen überlegen, die Brustvergrößerung im Ausland vornehmen zu lassen, um Kosten zu sparen. Eine gute Idee?
Dr. Bauer: In meine Praxis kommen viele Frauen, die im Ausland operiert wurden und im Nachhinein eine Korrektur brauchen. Es gibt natürlich fähige Operateure im Ausland, aber um Geld zu sparen, werden oftmals günstige Implantate verwendet.  

jameda: Kommen Krankenkassen in Ausnahmefällen für Brustvergrößerungen auf?
Dr. Bauer: Auch die privaten Krankenkassen bezuschussen Brustvergrößerungen kaum noch. Fehlbildungen, extremen Asymmetrien, die psychische Leiden verursachen, Krebsoperationen oder Unfälle sind die einzigen Ausnahmen.

jameda: Haben Sie noch einen Tipp, den Sie Frauen, die sich für eine Brustvergrößerung interessieren, mit auf den Weg geben möchten?
Dr. Bauer: Die Frauen sollte sich vor dem Eingriff gut informieren, sich Bewertungen im Internet durchlesen, verschiedene Arzt-Webseiten besuchen und sich im Bekanntenkreis nach den Erfahrungen anderer Frauen erkundigen. Nach zwei bis drei Erstgesprächen in verschiedenen Praxen können sie sich schließlich ein Bild machen, welcher Arzt der richtige für sie ist.  

jameda: Vielen Dank für das Gespräch! 

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


11.10.2016 - 14:30 Uhr

Hallo Herr Bauer, danke für Ihr informatives...

von Sabine

... Interview. Ich möchte gerne noch wissen, ob Sie auch den Abschluss einer Folgekostenversicherung empfehlen? Ich habe eine Seite im Internet entdeckt und dort wird einem der Abschluss bei einen der großen Anbieter empfohlen. Sollte ich das auch machen? Danke für Ihre Hilfe! LG

Dr. Bauer

Antwort vom Autor am 23.02.2017
Dr. med. Patrick Bauer

Ja sollten Sie machen, das gibt Sicherheit und einen guten Schlaf.


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