Vasektomie (Sterilisation) als sichere Verhütungsmethode

Herr Domnitz

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© Aquir_iStockDie Potenz, das Lustempfinden sowie die Libido bleiben nach einer Vasektomie unverändert. (© Aquir_iStock)Wussten Sie, dass die Vasektomie mit einem Pearl-Index von 0,1 zu der sichersten Verhütungsmethode überhaupt zählt? Ein Kondom hat im Vergleich dazu einen Pearl-Index von über 2.


Ablauf der Vasektomie

Die Operation beim Mann ist unkompliziert und schmerzfrei. Sie wird in Lokalanästhesie durchgeführt und dauert nicht länger als ein Besuch in einem Schnellrestaurant. Der Eingriff erfolgt in der Praxis, Sie können danach also wieder nach Hause gehen – es wird lediglich empfohlen, dass Sie sich aufgrund von leichten Kreislaufbeschwerden begleiten lassen.

In ausgewählten spezialisierten Praxen achtet man selbstverständlich im Vorfeld auf eine Beruhigung des Patienten durch leichte Sedativa oder auch durch Hypnoseverfahren


Wirkt sich der Eingriff auf die Sexualität des Mannes aus?

Der Eingriff verändert nichts an Ihrer Sexualität. Die Libido, die Erektionsfähigkeit sowie der Samenerguss bleiben Ihnen komplett erhalten. Die Ligaturtechnik stellt eine besonders sichere OP-Methode dar, da zusätzlich zur Resektion (Entfernung von 1 cm Samenleiter) noch eine Unterbindung mit dem Faden durchgeführt wird.


Vasektomie des Mannes vs. Sterilisation der Frau

Die American Urological Association empfiehlt in ihren aktuellen Leitlinien, dass die Vasektomie aufgrund Ihrer geringen Nebenwirkungen viel häufiger zur dauerhaften Empfängnisverhütung angewendet werden sollte. Der Eingriff bei der Frau (operative Sterilisation) hat ein deutlich höheres Komplikationsrisiko, weshalb die Frau beim operativen Eingriff eine Vollnarkose benötigt. 


Beeinflusst die Vasektomie die Testosteron- oder die Spermienproduktion des Mannes?

Die Testosteronproduktion im Hoden bleibt unverändert und auch die Erektionsfähigkeit des Penis wird nicht beeinflusst. Da die weiterhin in den Hoden produzierten Spermien nach der Durchtrennung der Samenleiter nicht mehr abgeführt werden können, werden sie vom Körper resorbiert.

Das Ejakulat eines sterilisierten Mannes enthält nach dem Eingriff keine Spermien mehr, ansonsten ist es bezüglich Volumen, Aussehen, Geruch sowie Geschmack weitestgehend unverändert. Lediglich die Konsistenz des Ejakulats ist nach einer Vasektomie anders – es zeigt sich wässriger und nicht mehr so geleeartig wie zuvor.


Vorteile einer Vasektomie

© WavebreakMediaMicroDie Aufklärung des Paares ist bei einer bevorstehenden Vasektomie von großer Bedeutung! (© WavebreakMediaMicro)Bei einer funktionierenden und intakten Partnerschaft profitieren Sie von einer Vasektomie. Sie haben keine störenden Angstgedanken einer ungewollten Schwangerschaft mehr. Das Gefühl während der Ejakulation beim Mann verändert sich aufgrund der veränderten Konsistenz des Ejakulats nur geringfügig.


Besteht die Möglichkeit einer Wunschschwangerschaft nach einer Vasektomie?

Für eine Rückoperation (Refertilisierungsoperation, auch als Vasovasostomie bezeichnet)
bestehen eher mäßige Erfolgsraten (30 % Durchgängigkeit - wenn die Operation von einem erfahrenen Mikrochirurgen durchgeführt wird).

Es wird empfohlen, sich noch vor der Operation über die Langzeitkonsequenzen einer Vasektomie aufklären zu lassen.

Die Gründe für einer späteren Vasovasostomie sind vielfältig, der häufigste Grund ist jedoch eine neue Partnerschaft. Alternativ besteht die Möglichkeit, zur künstlichen Befruchtung - die Spermien können problemlos aus dem Hoden per Biopsie gewonnen werden.

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Kommentare zum Artikel (1)


23.05.2017 - 11:10 Uhr

Vasektomie/Statistik: Nach verschiedenen Quellen...

von Hanspeter W.

... dürfte die Zahl der sterilisierten Männer in Deutschland bei ca. 5% liegen - ein Durschnittswert. Wie aber ist die Zahl bei den etwa 45-50jährigen? Diese Altersgruppe stellt die am ehesten Betroffenen dar und dürfte um ein Mehrfaches höher liegen.


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