Dentalmaterialien können das Immunsystem belasten

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Wissenschaftliche Studien haben nachgewiesen, dass auch Zahnersatzmaterialien und Zahnherde das Immunsystem nachhaltig stören und sich negativ auf den allgemeinen Gesundheitszustand auswirken können.

Belastungen individuell abklären:

Ob und in welchem Ausmaß Dentalmaterialen wie Amalgam, Titan, andere Metalle, Kunststoffe, Implantate und Wurzelfüllmaterialien bei einem Patienten zu Unverträglichkeiten führen, lässt sich pauschal nicht beurteilen. Um hier Sicherheit zu erlangen, bedient sich die biologische Zahnmedizin spezieller Testverfahren. 
Neben biokypernetischen Verfahren und toxikologischen Untersuchungen von Körpersekreten kommen auch immunologische Tests zum Einsatz. Die Diagnostik von Material- und Zahnherdbelastungen in der umweltmedizinisch ausgerichteten Zahnmedizin ist als ein interdisziplinärer Bereich zu sehen, der nur im Austausch mit anderen Fachgebieten wie Immunologen, Internisten, Zahntechnikern und Labormedizinern und so weiter die besten Erfolge erzielen kann.
Lässt die Diagnose eine Materialunverträglichkeit erkennen, sollten die schädigenden Materialien entfernt (Curativ) und durch individuell verträgliche ersetzt werden. Auch vor einer anstehenden Versorgung (Prävention) kann das am besten verträgliche Fremdmaterial bestimmt werden. Hierbei kann das Risiko der Unverträglichkeit zum Testzeitpunkt ausgeschlossen werden.

Lokale Symptome einer umweltmedizinischen Belastung sind selten. Folgende Beschwerden könnten ein Hinweis auf individuell unverträgliche Zahnmaterialien sein:

  • Wiederkehrende Zahnfleischentzündungen
  • Geschmacksstörungen oder Zungenbrennen
  • Wiederkehrende Infekte

Systemische Beschwerden sind deutlich häufiger:

  • Befindlichkeitsstörungen wie Müdigkeit, Energielosigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwäche
  • Erkrankungen des Nervensystems, Migräne, Polyneuropathie, Depressionen
  • Chronisches Müdigkeitssyndrom
  • Überempfindlichkeit gegenüber Chemikalien (MCS-Syndrom)
  • Infektanfälligkeit, chronische Abwehrschwächen
  • Erkrankung des Verdauungstraktes (Störung der Darmflora, Pilzbefall)
  • Allergien und Autoimmunerkrankungen
  • Muskelbeschwerden (z. B.: Missempfindungen, Lähmungserscheinungen, Rheuma)

Diese Liste ist unvollständig und nur exemplarisch.

Interdisziplinäre Diagnostik und Therapie:

Umweltbedingte Beschwerden erfordern ein ganzheitliches Behandlungskonzept, das den Patienten in seiner Gesamtheit erfasst. Im Mittelpunkt stehen eine sorgfältige Diagnostik, spezielle Laboranalysen und die tiefgehende Anamnese aller Lebensumstände (Wohnung, Arbeit, Hobby, Familie).
Notwendig dabei ist die Zusammenarbeit des Zahnarztes mit anderen Medizinern und Therapeuten. So arbeiten Umwelt-Zahnmediziner eng mit Umwelt- und Labormedizinern und Toxikologen zusammen, um für Patienten den bestmöglichen Erfolg zu erzielen.

Eine zeitgemäße (Zahn-)Heilkunde muss den Blickwinkel über die isolierte Betrachtung der Mundhöhle oder eines Organs auf das Gesamtsystem Mensch hinaus erweitern.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (5)

C.Seidel, 18.12.2017 - 16:54 Uhr

Hallo, meine Tochter (damals 11 Jahre) hat im April 2015 eine feste Zahnspange bekommen. Ab Juni, Juli klagte sie über Schmerzen in den Füßen. Wir sagten ihr, dass wäre das Wachstum. Leider wurden die Schmerzen immer schlimmer. Im Oktober 2015 wurden die Schmerzen unerträglich, auch das Halten von Stiften und öffnen von Flaschen ging nicht mehr. Mein Kind konnte nicht mehr aus der Hocke aufstehen. Sie war richtig schwach. Es wurden sämtliche Tests gemacht, sogar eine Nervenbiopsie aus der Wade, die keinen Hinweis auf eine Erbkrankheit gab. Sie bekam dann dreimal einen Methylprednisolon, worauf es ihr schnell besser ging. Seitdem hat meine Tochter ständig wechselnde Sensibilitätsstörungen an verschiedenen Körperteilen. Die Ärzte im Klinikum waren ratlos. So holten wie im März hatte sie eine Facialisparese. Wir holten uns eine Zweitmeinung im Klinikum Göttingen. Dort hieß die Diagnose CIDP (Polyneuropathie). Im März 2017 hatte meine Tochter dann eine Facialisparese. Daraufhin bekom sie Prednisolontabletten und einen starken Hautausschlag am ganzen Körper. Bis heute klagt sie über ständige Schmerzen in den Füßen, möchte kaum laufen oder sich sportlich betätigen. Wir suchen verzweifelt nach der Ursache ihrer Krankheit. Könnte es sein, dass dieser Verlauf mit der Zahnspange zusammenhängen könnte? Hat jemand in dieser Hinsicht Erfahrungen gemacht? Über Antworten würde ich mich freuen. Lg

cornelia, 07.09.2013 - 23:50 Uhr

Meine Frage: 1991 feststellung einer hepatitis c - erkrankung es entwickelte sich eine (mittlerweile fortgeschritten leberzirrhose - so geht es seit 4 jahren weiter 1. diagnose morbus parkinson anschließend diagnose polyneuropathie anschließend hepatische encephalopathie jetzt bin ich nur noch müde. kann das eine cms sein? danke für ihre aufmerksamkeit. ich freue mich von ihnen zu hören cornelia

Michael Eckstaller, 25.11.2012 - 23:03 Uhr

Hallo, ich habe seit Jahren viele dieser Beschwerden Seitdem ich bei einem Jochbeinbruch eine Titankette im Jochbeim habe .Die Ärzte leugnen das natürlich ab.Gibt es einen Test das dies bestätigt? Oder einfach rausmachen lassen? MfG Eckstaller

Verona Hornung, 22.05.2012 - 16:34 Uhr

Rückfrage: kann Colitis Ulcerosa durch Amalgan entstehen ?

Antwort von Dr. med. dent. Hans-Jürgen Raschke, verfasst am 23.05.2012

Sehr geehrte Frau Verona H..... eine klare Antwort - Ja! Bitte geben Sie mir bis zum Wochenende Zeit. Ich werde Ihnen den Sachverhalt/ Zusammenhang dann genauer schriftlich schildern. Mit freundlichen Grüßen Dr. Raschke/ Kempten

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